USA – Allgemeine Einführung

Der Stoff ist in 7 Tabellen geteilt:

PKW bis 1945: Hier sind alle Marken zusammengefaßt, von denen mehr als 10.000 Automobile gefertigt wurden oder aber die nach dem Jahr 1925 (noch) bestanden.
PKW bis 1924: die übrigen (nach 1924 nicht mehr bestehenden) PKW-Marken in alphabetischer Reihenfolge. Um die enorme Marken-Vielzahl bewältigen und ihre Fahrzeuge summieren zu können, wurden alle Autos von Marken mit gleichem Anfangsbuchstaben in Zwischensummen zusammengezählt, die dann am Ende nochmals zur Gesamtsumme aufaddiert wurden.
LKW bis 1932: enthält alle Firmen, die vor 1933 die Herstellung von LKW und/oder Bussen definitiv einstellten, Die Tabelle ist noch sehr lückenhaft.
– LKW bis 1945: Hier sind alle Marken zusammengefaßt, die die Wirtschaftskrise 1929 -32 überdauerten und nach 1932 noch LKW und/oder Busse produzierten. Die Tabelle ist noch sehr lückenhaft und enthält vor allem für das Militär im 2.Weltkrieg von den einzelnen Firmen gefertigte Fahrzeuge.
Sonstige bis 1924: Ackerschlepper, Pflüge, Raupenschlepper, sonstige Zugmaschinen von Firmen, die bis 1924 die Herstellung dieser Kraftfahrzeuge definitiv einstellten.
Sonstige bis 1945: Ackerschlepper, Pflüge, Raupenschlepper, sonstige Zugmaschinen von Marken, die nach dem Jahr 1924 (noch) bestanden.
Militärfahrzeuge: Panzer, Panzerspähwagen, militärisch genutzte Voll- und Halbkettenfahrzeuge von 1916 – 45

Auf die sonst übliche Unterteilung „bis 1918/nach 1919“ wurde verzichtet, weil in den USA der 1.Weltkrieg keinen Bruch in der Produktion bedeutete: Die PKW-Produktion wurde –anders als in Europa- nicht gedrosselt, sondern erfuhr wegen der ungeheuren Exporte an Nahrungsmitteln und Rüstungsgütern und des daraus resultierenden Wirtschaftsboomes in den USA einen enormen Aufschwung.
Seit 1904 hielt die amerikanische Automobilindustrie unangefochten mit Abstand ihren ersten Platz: 70 – 80% aller vor 1945 gefertigten Automobile stammen aus den USA. Gemäß staatlicher Anordnung wurde wegen des Kriegseintrittes der USA ab Februar 1942 jegliche PKW-Produktion eingestellt, nur wenige hundert PKW wurden 1943-4 gefertigt: Vermutlich repräsentative Wagen der Oberklasse, die als Fahrzeruge für Botschafter oder sonstige Staatsrepräsentanten oder auch als Geschenke an Staatsoberhäupter von Verbündeten und Neutralen bestimmt waren.

Neben der Jahresproduktion (calender year production) haben viele Marken noch Angaben zur Modelljahr-Produktion: Irgendwann während des laufenden Jahres, meist im Spätsommer, wurde das Modell des laufenden Jahres gegen das des Folgejahres gewechselt. Die in diesem Zeitraum (üblicherweise Sommer bis Sommer) produzierten Fahrzeuge umfassen die Modelljahr-Produktion. Die Modelljahr-Produktion, sofern überliefert, ist ebenfalls in einer besonderen Zeile angeführt.
Bei den PS-Angaben wird in vielen Quellen für Zeit vor etwa 1930 häufig die Zahl der offiziell geschätzten („rated“) HP angegeben. Dies ist irreführend, diese Angaben sind gegenüber den effektiven PS (BHP = BrakeHP) ab etwa 1915 um 30%, ab 1920 um 50% und ab 1926 um ca.65% zu niedrig. Soweit es sich offenkundig um „rated HP“ handelt, habe ich daher die PS-Angaben ab 1912/3 weggelassen.

Kritik:
Es fällt auf, daß –obwohl mir von etlichen Marken nicht die jährlich produzierte Gesamtzahl vorliegt- bereits heute die Addition der mir bekannten Automobilmengen teilweise eine höhere Jahressumme ergibt, als sie in den mir zugänglichen offiziellen Quellen angegeben ist. Hierfür mag es folgende Ursachen geben:
– LKW werden im einen Fall als PKW, im anderen als LKW gezählt: Der klassische amerikanische LKW der Zeit vor 1945 ist im Prinzip ein PKW, dessen hintere Sitzreihe durch eine Ladefläche oder einen Kastenaufbau ersetzt ist, seine Ladefähigkeit beträgt daher nur 500 kg bis maximal 1,5 to. Bei größeren Marken (Ford, Chevrolet) sind derartige Abarten gesondert aufgeführt und als LKW gekennzeichnet, bei kleineren Marken geschah dies häufig nicht, sodaß in solchen Fällen derartige Lieferwagen und Klein-LKW für mich nicht als LKW erkennbar waren und daher bei den PKW mitgezählt sind.
– Taxis, Kranken- und Leichenwagen werden als „commercial cars“, also Nutzfahrzeuge und damit LKW gezählt, obwohl es vom Chassis her eigentlich PKW sind. Es gab eine ganze Reihe von Firmen (am bekanntesten die noch bis ca.1985 existierende Fa. Checker), die sich auf derartige Automobile spezialisiert hatten.
– Im etlichen Fällen mögen Kalenderjahr- und Modelljahrproduktion durcheinandergeraten sein.
– Es kam wohl durchaus vor, daß Firmen falsche Statistiken veröffentlichten, um so ihre Aktionäre über den Umfang der Produktion und damit den Wert ihrer Aktie zu täuschen, z.B. wird solches von der Fa. Moon berichtet.

Quellen:
Berndt, Thomas: Standard Catalog of US Military Vehicles 1940-1965, Iola, Wisc., 1993 (B.)     Die angegebenen Stückzahlen weichen teilweise von anderen ab.
Chrismon, Fred W., US Military Wheeled Vehicles, Minneapolis 2001 (CMWV): Das Buch berühmt sich, alle von den US-Streitkräften verwendeten Kraftfahrzeuge aufzuführen.
Dluhy, Robert D: American Automobiles of the Brass Era, Jefferson, North Carolina 2013 Das Buch füllt insoweit eine Lücke, als hier neben den übrigen wesentlichen technischen Daten auch die Zylindermaße (soweit bekannt) aller zwischen 1906 und 1915 in den USA gebauten Autos zusammengetragen sind. Es ist als Ergänzung zu Kimes-Clark daher unverzichtbar. Ein entsprechendes Werk, das die ab 1916 gebauten Typen in gleicher Weise erfaßt, ist teilweise www.classiccardatabase (s.u.).
Dunning, Lorry: The Ultimate American Farm Tractor Data Book, Osceola, wisc. 1999 (FT) Enthält technische Daten und Produktionszahlen aller von 1920-1960 im Test-Zentrum von Nebraska getesteten Traktoren.
Heasley, Jerry, The Production Figure Book for US Cars, Osceola, Wisc., 1977: Das Buch ist in seiner Art wohl einzigartig, indem es ausschließlich Produktions- und Absatzziffern enthält. Die Zahlen entsprechen meist denen des Werkes von Kimes/Clark. Sie sind –quasi als Quellenangabe- in den Tabellen himmelblau unterlegt.
Kimes, Beverly Rae /Henry Austin Clark: Standard Catalog of American cars 1805 – 1942, Iola, Wis., 1985 (KC) Das Buch, das mit seinem zunächst verwunderlichen Titel wohl verwischen möchte, daß das Automobil eben doch nicht in den USA, sondern in Deutschland erfunden wurde, enthält eine Unmenge von Daten zu allen bekannten Firmen, die dampf-, elektro- oder motorgetriebene PKW herstellten. Leider fehlen bei vielen kleineren und Kleinstfirmen technische Daten, vor allem die Zylindermaße und Hubraumangaben, ferner Produktionsangaben (sind wohl auch heute teilweise gar nicht mehr zu ermitteln).
Pripps, Robert N.: Big book of Farm tractors, Hutton, Driffield, East Yorks. 2001 (Pr.) Die gängigen großen Traktorhersteller in den USA, engebettet in die Geschichte der Entwicklung des Traktors.
Wendel, C.H.: Standard Catalog of Farm Tractors 1890-1980, Iola, Wisc., 2005: Das Gegenstück zu „Standard Catalog of American Cars“, enthält –soweit überblickbar- alle Traktorenmarken (Ackerschlepper) der USA mit Dauer ihrer Existenz, ist allerdings etwas sparsam mit Daten der einzelnen Modelle und ungenau in den Zeitangaben der Produktionszeiträume, enthält keinerlei Produktionszahlen. (W.) Das Buch enthält nur Ackerschlepper, sonstige Fahrzeuge fehlen.
www.carfolio.com/specifications: Ähnlich wie Classiccardatabase eine Quelle für  technische Daten.
www.classiccardatabase.com: (CCDB)Zusammenstellung der wichtigsten technischen Daten aus jährlich erschienenen Periodika und Sammelwerken ab 1910. Insoweit ist die Publikation eine wertvolle Ergänzung zu Kimes/Clark, insbes. was die Daten kleinerer Firmen angeht. Die Zusammenstellung leidet aber darunter, daß sie üblicherweise vor 1910 gebaute Autos nicht umfaßt und die Angaben (allerdings mit Quellenzitat!) aus der jeweiligen Quelle kritiklos abgeschrieben werden, auch wenn entgegen den Publikationen der jeweiligen Firma das Auto nie gebaut wurde (z.B. Carroll). Teilweise werden verschiedene Firmen gleichen Namens zusammengefaßt, Firmen mit Namensänderungen (Detroit zu Detroit Electric) aber als unterschiedliche gehandhabt. Bei Angaben zu de Stückzahlen („number built“) werden statt der Stückzahlen bisweilen die Zulassungszahlen (registrations) angegeben. Trotz dieser Mängel ist die Liste dort hilfreich, wo weder Kimes-Clark noch Dlouhy Angaben machen.www.coachbuilt.com: Die Seite enthält vor allem zu Nutzfahrzeugmarken bzw.Karosseriebaufirmen eine ungeheure Fülle von Daten zur Familiengeschichte des Firmengründers/-inhabers, seitenweise Zitate von Zeitungsartikeln etc., es fehlen jedoch häufig konkrete technische Daten zu einzelnen Fahrzeugtypen, von wann bis wann und in welcher Stückzahl sie gebaut wurden etc. Für etliche Hersteller von Taxis, Kranken- und Leichenwagen ist die Seite häufig die einzige nutzbare (wenn auch magere) Quelle.
www.tractordata.com. Dieser Seite sind vielfach Angaben zu Traktoren und Zugmaschinen entnommen.
www.trombinoscar.com: Diese (französische!) Seite ist wohl ansich ein Museumsführer zu den Exponaten verschiedener Automobilmuseen in den USA. Zu jedem Exponat wird indessen – soweit bekannt – eine kurze Firmengeschichte in Stichworten sowie die jährliche Automobilproduktion dieser Firma angegeben. Bei sehr vielen kleineren Herstellern wären ohne diese Quelle keinerlei Produktionszahlen bekannt. Allerdings fehen jegliche weiterführenden Quellenangaben, sodaß häufig unklar bleibt, woher der Verfasser der Seite seine Angaben bezogen hat: Dies gilt umso mehr, als teilweise offensichtlich Modelljahr- und Kalenderjahrproduktion wie auch Zulassungen (registrations) nach Herzenslust gemischt werden, zwischen PKW-und LKW-Herstellung nicht getrennt wird etc.: So verführerisch es scheint, hier im Vertrauen auf die Richtigkeit der Forschungen Anderer ganz einfach abschreiben zu können, umso kritischer sollte man gegenüber den hier vorgefundenen Zahlen sein. Ein Teil der niedergelegten Zahlen dürfte auf Schätzungen (durch wen?) beruhen.
Wikipedia, US Automobile production figures: Soweit Zahlen aus diesem Tabellenwerk übernommen wurden, sind sie bei den einzelnen Marken lavendelfarben unterlegt. Die Zahlen sind „mit Vorsicht zu genießen“, da mal Kalenderjahr-, mal Modelljahr-Produktion, mal Zulassungen („registrations“), mal Kaufvertragsabschlüsse („sales“) wild durcheinander aufgeführt werden. Die Zahlen sind nur dort von Nutzen, wo es keinerlei andere überlieferte Stückzahlen gibt.