Deutschland – Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 45

Allgemeine Gesamtstatistik:

Es gibt eine offizielle Statistik über Zugmaschinen und Ackerschlepper ab 1925, ferner ab 1927 über jährliche Zulassungen (diese teilweise aufgegliedert nach Herstellern und PS-Leistung) und Export.
Zu berücksichtigen ist, daß Sattelzugmaschinen im Erhebungszeitraum grundsätzlich als Zugmaschinen und nicht als LKW gerechnet werden, obwohl es im Prinzip LKW sind, bei denen lediglich das Fahrgestell verkürzt ist. Ich habe diese Zugmaschinen teilweise den LKW zugerechnet: Wo ich es getan habe, ist es ausdrücklich erwähnt.
Zur Traktorenproduktion gibt es im Bundesarchiv zahlreiches bislang offenbar unausgewertetes Material, woraus die Zugmaschinen- und Schlepperproduktion bis 1945 relativ gut rekonstruierbar ist:
– BA R3/281: Ackerschlepper, Monatsproduktion 7.42-12.43
– BA R 3/3048: Schlepperbau
– BA R3/3179 Ackerschlepper, Produktion 4.43 – 2.45
– BA R 13 IV 3 Produktion Kraftfahrzeuge 1942-3

Damit ist auch die Kriegsproduktion 1939-45 einigermaßen vollständig dargestellt. Höchst problematisch bleibt lediglich die Zeit 1919 bis 1924: Hier fand ich die Verkaufszahlen für landwirtschaftliche Schlepper und Maschinen in Preußen (bei Herrmann, Ackergiganten, S.80): für 1921 (300 Stück), 1922 (knapp 500 Stück) 1924 (knapp 1200 Stück) und 1925 (2.300). Unterstellt man, daß Preußen damals etwa 70% des Reichsgebietes ausmachte, unterstellt man weiterhin einen gleichbleibenden Exportanteil von 50% bis 1923 und 30% ab 1924 (er war bei landwirtschaftlichen Maschinen immer vergleichsweise hoch, er ist für die Jahre 1927ff statistisch erfaßt und lag auch damals trotz Einführung der Rentenmark immer bei etwa 30%) und unterstellt man zuletzt auch noch einen Anteil von 20% an (in landwirtschaftlichem Gerät nicht inbegriffenen) Straßenschleppern, so errechnen sich für 1921: 770, für 1922: 1.250 und für 1924 ca.3.000 „sonstige Kraftfahrzeuge“.
Für 1925 gibt es Zahlen für tatsächlich produzierte sonstige Kfz.(3.684) und in Preußen verkaufte Ackerbaumaschinen (2.300), danach wäre etwa das 1,6-fache des in Preußen Verkauften in Gesamt-Deutschland produziert worden: Demzufolge ergäben sich (analog) für 1921: 480 Stück, für 1922: 800 Stück, für 1924: 1900 Stück. Nimmt man zur Schätzung aus beiden Zahlen den Mittelwert, so errechnen sich die von mir in der Zeile 3 für 1919 bis 1924 angegebenen Zahlen. Ich gebe zu, daß diese Zahlen alle angreifbar sind, ich würde mich freuen, wenn mir jemand unter Quellenangabe exakte Zahlen liefern könnte. Sei wie dem wolle: Selbst wenn die von mir geschätzten Zahlen tatsächlich um 50% zu niedrig wären, zeigen sie aber, daß viele der Firmen, die nach dem 1.Weltkrieg Motorpflüge und Traktoren herstellten, verschwindend geringe Stückzahlen produziert haben müssen.
Es fällt auf, daß in allen Jahren die in der offiziellen Statistik angegebene Gesamtzahl („statistisch“) niedriger ist der sich durch Addition der Sunmmen der jährlich von den einzelnen Marken sich errechnenden Zahlen. Ich kann mir dies nur so erklären, daß wahrscheinlich bestimmte zulassungs- und führerscheinfreie Kleinsttraktoren, Zugachsen, Motormäher etc. bei Ermittlung der offiziellen jährlichen Statistik nicht mitgezählt wurden. Eine andere Möglichkeit wäre, daß dort, wo zum Produktionsumfang nur Schätzungen vorliegen, zu hoch geschätzt wurde. Wir geraten dann allerdings irgendwann an die untere Grenze dessen, was als Mindestzahl gebaut werden mußte, um eine halbwegs rentable Fertigung zu ermöglichen.

Hinzuweisen sei auch darauf, daß unter „Sonstige Kraftfahrzeuge“ neben Straßenzugmaschinen, Sattelschleppern, Ackerschleppern, motorisierten Pflügen der verschiedensten Art (auch Antriebsarten: Dampf, Elektro-) auch bisweilen Kraftfahrzeuge mit Spezialaufbau (Feuerwehr, Müll,…) verstanden wurden. Ferner existieren die seinerzeit zum Zusammenstellen der Statistik an einzelne Firmen verschickten Fragebögen heute nicht mehr: Wir wissen daher auch nicht, welche Kraftfahrzeugproduzenten angeschrieben wurden, welche man übersah, welche Firmen nie ein Formular zurücksandten, was die einzelnen Firmen jeweils unter „sonstige Kraftfahrzeuge“ verstanden und erwähnten oder auch verschwiegen oder hinzudichteten. Daß die heute publizierten Stückzahlen, die in der Regel auf der Liste der vergebenen Chassisnummern beruhen, daher mit der seinerzeitigen offiziell erhobenen Statistik nicht übereinstimmen, wundert also nicht.

Noch ein Wort zu den Straßenschleppern: Wir müssen uns immer wieder klarmachen, daß bis zur Einführung hydraulischer Ladekräne und Gabelstapler das Be- und Entladen eines Lastwagens von Hand erfolgte. Dies dauerte je nach Beladung (Baumaterial, Kohlen) häufig mehrere Stunden. Es konnte also wirtschaftlicher sein, einen mit dem Ladegut beladenen Anhänger am Zielort zum Be- oder Entladen abzustellen, während die Zugmaschine den nächsten Anhänger holte und so ständig in Bewegung blieb und nicht -wie ein LKW- während des Ladevorganges als quasi totes Kapital wartend in der Gegend stand.

 Literatur: Siehe Deutschland, Einführung. Insbesondere wurden verwertet:
Bauer, Armin, Schlepper, Augsburg 1997
Gebhard, Wolfgang, Taschenbuch Deutscher Schlepper-Bau , 2 Bde., Stuttgart 1989(
Gebh.89)
Gebhard, Wolfgang, Deutsche Traktoren seit 1907, Stuttgart 2006 (Gebh.06)
Gebhard, Wolfgang, Deutsche Traktoren seit 1907 – die große Enzyklopädie, Stuttgart 2017 (Gebh.17)
Gebhard, Wolfgang, Eilschlepper und Straßenzugmaschinen  1903-1956, Typenkompaß, Stuttgart 2019 (Gebh.Eilschl.)
Herrmann, Klaus, Ackergiganten, Augsburg 1997 (AGig + S.)
Jahrbuch Traktoren, mehrere Jahrgänge (TraktJB)
Technische Daten, teilweise auch Stückzahlen finden sich unter http://www.fahrzeugseiten.de/Traktoren/.html. Der Schwerpunkt dieser Seite liegt allerdings bei den Nachkriegs-Traktoren.

Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich als Kommentar in der jeweiligen ersten Zeile einer Marke in der Spalte „Bemerkungen“.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Die einzelnen Firmen:

Abega, Gardelegen: Fertigung eines Motorpfluges von 1919 bis 1921 in unbekannter Anzahl.

Akra: Siehe Kyffhäuserhütte

Ansbacher Eisengießerei: Siehe Bachmann

Apollo, Apolda: Das seit 1904 bis 1927 im Automobilbau tätige Unternehmen bot kurz vor seinem Ende ab 1927 noch einen Straßenschlepper an: Vermutlich ganz geringe Stückzahl, vielleicht blieb es auch ein Einzelstück.

Atos: Siehe NAHAG

Autarra: Siehe Bayerische Kleinmotorpflug-Fabrik

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Bachmann, Ansbach: 1918 bis 1925 Fertigung eines Schleppers in unbekannter, aber wohl eher geringer Stückzahl.

Bayerische Kleinmotorpflug-Fabrik, München: Herstellung des Motorpfluges „Autarra“ von 1920 bis 1924 in unbekannter wohl sehr geringer Stückzahl.

Beilhack, Rosenheim: Von 1937 bis 1939 (oder nur 1937?) Produktion eines Ackerschleppers mit Deutz-Motor in etwa 30 Stück pro Jahr, wie anhand der Zulassungszahlen geschlossen werden kann.

Benz: Siehe Daimler-Benz

Berliner AG für Eisengießerei: Siehe Freund

BIWAG (Bayrische Industrie-Werke AG), München: Herstellung eines Gelenk-Motorpfluges 1919 bis 1924 in unbekannter vermutlich geringer Stückzahl.

Bob, Hamburg-Wandsbek: Die Firma hat mit der Firma Bob in Berlin (Kleinwagen 1919-25, siehe PKW) nichts zu tun, Bob steht für „Berthold Otterstädt Bremen“.Sie existierte von Anf.1935-bis 1942 (oder schon ab 1932?), auch unter dem Namen Hans Hansen. Neben diversen LKW baute sie auch etwas „schwachbrüstige“ Straßenzugmaschinen, meist mit Deutz-Dieselmotor,in etlichen bekannten Typen in bekannter Anzahl.

Borsig, Berlin: Fertigung des „Ergomobil“, einer landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine, und von Schleppern Typ „Eisernes Pferd“ 1919 bis 1928 in unbekannter Anzahl.

Brummer, Rudolstadt: Von 1937 bis 1938 Herstellungvon insgesamt 58 Ackerschleppern mit Hatz-Motor, November 1938 Konkurs, Hatz übernahm die Teile und baute damit 1939 noch 14 Stück. Wieso die im Bundesarchiv überlieferten Zulassungszahlen höher sind als die Zahl der gebauten Schlepper, vermag ich derzeit nicht zu erklären: Liegt eine Verwechselung mit Beilhack vor, welche lt. Gebhardt auch einen Traktor mit Hatz-L2-Motor und dem Namen „Brummer“ bauten?

Bulldog: Siehe Lanz

Busch, Friedrichstadt/Eider: Bau von kleinen Straßenschleppern 1936 bis 1939 in unbekannter vermutlich geringer Anzahl.

Bussard, Breslau u.Hannover: Produktion von Tragpflügen in mehreren Ausführungen 1919 bis 1925 in unbekannter vermutlich geringer Anzahl.

Büssing, Braunschweig:  LKW-Bau seit 1903, eine von Deutschlands größten LKW-Firmen.
Seit 1919 bis 1927 Bau eines Raupenschleppers in vermutlich ganz geringen Stückzahlen.
Mit der Firma Komnick wurde 1930 deren Straßenschlepper-Fertigung übernommen, seither gehörten Straßenschlepper –ab etwa 1932 auf verkürztem Fahrgestell von Büssing-LKW- zum festen Bestandteil des Typenprogramms. Die Menge und die Typen sind aufgrund der  überlieferten Zulassungszahlen einigermaßen ermittelbar, indessen wird zwischen Straßen- und Sattelschleppern nicht unterschieden, letztere sind in den Straßenschleppern eingeschlossen.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Cerva, Gera: Produktion von Gelenkpflügen von 1920 bis 1931 in unbekannter Stückzahl. Die Anzahl muß größer gewesen sein als bei anderen Firmen, sonst hätte sich die Firma nicht über 10 Jahre am Markt behaupten können. Gleichwohl bleiben die von mir angenommenen Stückzahlen letztlich Spekulation.

DAAG, Ratingen bzw. Hannover: LKW-Produktion seit 1913. Daneben von 1923 bis 1929 im Zweigwerk Hannover Bau eines Schleppers „Toro Zugochse“ in unbekannter Stückzahl.

Dahl: Siehe NAHAG

(Daimler-)Benz: Neben dem Bau von Automobilen von 1919 bis 1934/5 verschiedene Schleppertypen (Acker- und Straßenschlepper). Für 1928-30 sind exakte jährliche Stückzahlen überliefert. Für die Verteilung der insgesamt 1.088 (oder 1.188?) von 1919 bis 1935 gebauten Schlepper war ich im übrigen auf Schätzungen angewiesen.

Daimler, Berlin-Marienfelde: In dem alten Nutzfahrzeug-Werk von Daimler entstanden neben LKW ab 1919 bis 1926 Pflugschlepper und für den zivilen Gebrauch modifizierte Militär-Zugmaschinen KD-1 mit Vierrad-Antrieb, hierbei ist offen, inwieweit letztere tatsächlich an zivile Abnehmer ausgeliefert wurden oder auf Anweisung der Alliierten Kontroll-Kommission verschrottet werden mußten. Auf den Fahrgestellen dieser Zugmaschinen entstanden teilweise auch Panzerwagen (siehe Deutschland, Militärfahrzeuge), fraglich ist, ob dies als Umbau bestehender Zugmaschinen erfolgte: Dann müßte die Zahl der Umbauten von der hier aufgeführten Gesamtzahl abgezogen werden.

Damig: Siehe Klose

Degenhart, Holzgünz-Schwaighausen: Bau von leichten Ackerschleppern 1937 bis 1939  und dann erneut nach 1945 bis 1954, insgesamt ca. 50 Stück (Gebhardt). Unterstellt man keinerlei Produktion zwischen 1940 und 1947, so errechnen sich für die übrigen Jahre im Schnitt etwa 5 Stück/Jahr.

Delma (Deutsche Land-Maschinen-Handels-Ges.): Siehe Deutsche Zugmaschinen-Fabrik

Deuliewag (Deutsche Liefer-Wagen AG), Berlin-Tegel: Serienfertigung hauptsächlich von Straßen-, aber auch von Ackerschleppern ab 1935 (oder schon ab 1934?), einzelne Typen und deren jährlich gebaute Anzahl bekannt.

Deumo, Gößnitz: Die Firma beschäftigte sich vor allem mit dem Motorenbau. Daneben soll ab 1918 kurzzeitig auch ein Tragpflug konstruiert worden sein, fraglich ist, ob er in Serie ging und auch noch nach 1918 gebaut wurde.

Deutsche Zugmaschinen-Fabrik, Halle a.S.: Die von 1912 bis 1924 bestehende Firma fertigte von 1921 bis 1922 schwere Raupenschlepper unter dem Namen „Klein-Orion“ und „Groß-Orion“ in unbekannter vermutlich sehr geringer Stückzahl.

Deutz: Siehe K.H.D.

Dinos: Siehe Loeb

Dünkel, Rudolstadt: Bau von leichten Ackerschleppern 1938 bis 1939  und dann erneut nach 1945 bis 1950, insgesamt 12 Stück (Gebhardt). Unterstellt man keinerlei Produktion zwischen 1940 und 1945, so errechnen sich für die übrigen Jahre im Schnitt etwa 1-2 Stück.

Dürkopp, Bielefeld: Die seit 1899 bis 1928 im Automobilbau tätige Firma fertigte 1924 einen Raupenschlepper „Comfräsch-Raupe“, es blieb bei 2 Prototypen.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Eckhardt, Ulm: Bau von leichten Traktormähern 1938 in unbekannter wohl geruinger Anzahl.

Eicher, Forstern b.München: Ab 1936 Bau von Ackerschleppern mit Deutz-Dieselmotor. Die jährliche Produktion ist anhand der Zulassungszahlen recht gut rekonstruierbar und bewegte sich bei durchschnittlich etwa 100 bis 150 Stück pro Jahr. Die Behauptung, bis 1941 seien bereits 1000 Stück gebaut worden, gehört damit in das Reich der Fabel.

Eisenmann, Legau Krs. Memmingen: In den Jahren 1936 bis 1939/40 entstanden insgesamt 65 Traktoren mit Sendling- oder Deutz-Motor.

Epple & Buxbaum: Zunächst in Augsburg 1927 bis 1929 Produktion eines Kleinstschleppers „Rollmops“ mit dem Motor des Hanomag 2/10 PS „Kommißbrot“.
In einem zweiten Anlauf ab etwa 1939 in Wels/Oberösterreich Fertigung eines Ackerschleppers mit Deutz-Dieselmotor, Stückzahlen durch die Quellen aus dem Bundesarchiv relativ gut abschätzbar.

Ergomobil: Siehe Borsig

Eubu: Siehe Rische & Apitz

Fahr, Gottmadingen: Herstellung von Ackerschleppern seit 1937 in gut dokumentierter Anzahl. Zunächst Verwendung eines Deutz-Dieselmotors, ab 1943 eines mit Holzgas betriebenen Motors, auch von Deutz. wwwtractordata gibt andere Zahlen an: Vom F22 450 Stück, vom T22 (mit gleichen techn. Daten) 1941-2: 905 Stück, vom HG25 3.195 Stück, zusammen 4.550 Stück: Ein bislang nicht geklärter Widerspruch: Ich habe, da mir die Quelle von tractordata nicht vorliegt, diese Angaben zunächst nicht in die Tabelle aufgenommen.

Famo/Linke-Hoffmann, Breslau: Produktion von Raupenschleppern unter dem Namen „Linke-Hoffmann-Busch“ seit 1926. Ca.1935 änderte das zum Junkers-Konzern gehörige Werk seinen Namen in Famo (Fahrzeug- und Motorenbau). Schwerpunkt der Produktion waren immer Raupenschlepper, dazu gesellte sich ab 1935 der Typ „Ackerrad“, ein Radschlepper mit dem Motor des Raupenschleppers Famo Boxer, sowie diverse Straßenschlepper. Kurz vor Ankunft der Russen in Breslau 1945 konnten noch die Maschinen und Facharbeiter in ein Zweigwerk von Junkers nach Schönebeck/Elbe zurückverlegt werden, ab 1952 wurde der Typ „Rübezahl“ wieder gebaut, ohne daß sich jemand an dem an die schlesische Heimat erinnernden Namen störte.
Die jährliche Produktion ist ab 1937 mit bisweilen einjährigen Lücken recht gut dokumentiert, die Lücken habe ich durch Interpolation geschätzt. Die übrigen Schätzungen vor 1937 nehmen allerdings, je weiter sie vor 1937 zurückliegen, einen immer spekulativeren Charakter an; ich habe, zurückgehend von 1937, ein jährliches Sinken und Steigen analog zur deutschen Gesamtschlepperfertigung angenommen.

Faun (Fahrzeugfabrik Ansbach und Nürnberg): LKW-Bau seit 1919. Zusätzlich Herstellung schwerer und schwerster Straßenzugmaschinen, erstmals 1937 nachgewiesen, Stückzahlen durch die Quellen aus dem Bundesarchiv relativ gut abschätzbar.

Fendt, Marktoberdorf: Herstellung erst  kleiner, dann immer größer werdender Ackerschlepper ab 1928. Die Jahresproduktion ist durch  Herrmann („Fendt-Chronik“) recht gut dokumentiert, aus der Differenz zwischen Zulassungs- und Fertigungszahlen ergibt sich, daß ab etwa 1940 ein immer bedeutenderer Export in das verbündete oder neutrale Ausland stattgefunden haben muß.

Fey, Landshut i.Bay.: Ab 1920 Bau von Bodenfräsen u.ä. in unbekannten, aber nicht allzu großen Stückzahlen. Von der Schätzung des Produktionsumfanges habe ich abgesehen. Um zu verdeutlichen, über welche Zahlen wir reden: Anfang 1927 wurden in Preußen als Bestand 113 Motorfräsen aller Fabrikate gezählt, in den übrigen deutschen Landesteilen mögen es nochmals 30 gewesen sein, und dann mögen weitere 50 Stück seit 1919 exportiert worden sein: Damit errechnen sich, wenn man eine Lebensdauer von 10 Jahren pro Motorfräse unterstellt, eine Produktion von 20 Stück pro Jahr durch alle beteiligten Firmen zusammen, auf Fey entfallen dann etwa 5 bis maximal 10 Stück jährlich.

Flader, Jöhstadt/Sachsen: Fertigung eines kleinen Tragpflugs 1919 bis 1929 in unbekannten Stückzahlen. Schätzungen stark spekulativ und möglicherweise zu hoch.

Ford, Köln: Die Firma fertigte in den Dreißigerjahren Sattelschlepper, siehe LKW.

Freund, Berlin: Fertigung von Motorpflügen 1919 bis 1924 in unbekannter Stückzahl.

Frommelt, Altenburg: Fertigung von Ackerschleppern 1938 mit unbekannten Daten in unbekannter Stückzahl, vielleicht auch nur ein Prototyp.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

GWF (Gothaer Waggon-Fabrik): Bau von Eisenbahnwaggons, daneben auch Fahrzeug- und Flugzeugbau. Fertigungvon Motorpflügen 1919 bis 1925 in unbekannter Stückzahl, diese dürfte gering gewesen sein, da der Pflug sich angeblich nicht bewährte.

Grams, Sydowwiese b.Küstrin: Herstellung einer Lastkraftbodenfräse von 1934 bis 1938 (oder 1933-39, Gebhardt ist da in sich widersprüchlich) in 70 Exemplaren.

Granich, Schaftlach: Otto Granich hatte eine Autoreparaturwerkstatt in Schaftlach bei Bad Tölz und begann zu einem heute nicht mehr genau feststellbaren Zeitpunkt zwischen 1935 und 1937, auf Bestellung von Bauern aus dem Umland Traktoren als Einzelstücke zu fertigen. Die Motoren kamen von Sendling, auch Achsen, Getriebe, Lenkung, Bremsen und andere mechanische Teile von diversen Zulieferern. 1940 wurden 6 Stück gefertigt, für die Zeit davor und danach schweigen die Quellen: Es kann nur aufgrund allgemeiner Aussagen geschlossen werden, daß 1939 vielleicht etwa gleich viele, 1938 und 1937 weniger (Granich befand sich ja erst im Aufbau) gebaut wurden. Wahrscheinlich schon 1940, spätestens 1941 hat die Produktion kriegsbedingt ihr Ende gefunden. Nach 1945 setzte Granich seine Tätigkeit als Traktorbauer bis in die Fünfzigerjahre hinein in etwa gleichem Umfang fort, insgesamt mögen etwa 100 Traktoren entstanden sein, von denen 4 (?) heute noch existieren.

Grebestein, Eschwege: Entwicklung eines Straßenschleppers mit Junkers-Gegenkolben-Zweitakt-Dieselmotor von 1927 bis 1931, nur Prototypen, keine Serie.

Güldner, Aschaffenburg: Hersteller von Motoren. Ab 1936/7 auch Produktion von Ackerschleppern, Stückzahlen durch die Quellen aus dem Bundesarchiv bis zumindest 1941 gut abschätzbar, danach muß der Traktorenbau sehr schnell kriegsbedingt aufgegeben worden sein, denn ab 1943 wird Güldner unter den Schlepperherstellern nicht mehr erwähnt.

Gumbinnen, Vereinigte Maschinenfabriken: Fertigung eines Traktors von 1919 bis 1925 in unbekannter wohl nur sehr geringer Anzahl – vielleicht auch nur ein(ige) Versuchsstück(e).

Gutter, Weißenhorn b.Ulm: Landmaschinenbau seit 1925, ab 1936 bis 1958 auch Zusammenbau von Schleppern, wohl kriegsbedingt ab 1941 unterbrochen. Anzahl durch die Quellen aus dem Bundesarchiv 1939 und 1940 nachgewiesen. Für 1936-38 liegen keine Stückzahlen vor, indessen sind die Zulassungszahlen für 1939 und 1940 bereits erheblich höher als die bei www.fahrzeugseiten behaupteten 20 oder bei Gebhardt erwähnten 23 Stück – eine Erklärung für die Differenz habe ich derzeit noch nicht.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Hagedorn, Warendorf/Westf.: Grasmäher ab 1925, später auch Kleinschlepper. Anzahl der Schlepper ab 1934 bis 1940 anhand der Zulassungszahlen abschätzbar. Ab 1941 wohl kriegsbedingt keine Produktion mehr. Wenn es zutrifft, daß insgesamt bis Sept. 1939 über 1000 Grasmäher und Schlepper gefertigt wurden, könnte die Produktionskurve so aussehen wie von mir geschätzt. Möglicherweise wurden die bis 1938 gebauten Grasmäher aus irgendeinem Grunde in der Zulassungsstatistik nicht aufgeführt.

Hanno (Hannoversche Fahrzeug-Fabrik), auch Hoffmann genannt: Bau von Straßenschleppern ab etwa 1935 bis ca. 1953, kriegsbedingt unterbrochen ab etwa 1942. Dieselmotoren von Deutz oder Junkers. Jährliche Produktion und gebaute Typen bekannt.

Hanomag (Hannoversche Maschinenbau AG): Schwerindustrie, Bau von Lokomotiven.
In der Zwischenkriegszeit Deutschlands zweitgrößtes Schlepperbauunternehmen (hinter Lanz, vor KHD).
Seit 1912 bis 1924 Produktion des WD-(Wendler-Dohrn)-Tragpfluges in verschiedenen Varianten, angeblich insgesamt ca. 1.000 Stück gefertigt.
Ab 1919 Bau von Raupenschleppern, deren erste, WD Z20, WD Z25 und WD Z50, sehr weite Verbreitung erfuhren, bis 1931 in 1500 bzw. 680 Stück produziert wurden und auch im Ausland (Breitfeld-Danek in der Tschechoslowakei mit Lizenz, in der Sowjetunion wohl ohne Lizenz) nachgebaut wurden.
Für den späteren Typ KD48 und K50 ist die Jahresproduktion ab 1937 in jährlichem oder zweijährlichem Rhythmus nachgewiesen und für die Jahre dazwischen von mir durch Interpolation geschätzt, im übrigen habe ich eine Schätzung der Produktion analog zur deutschen Gesamtfertigung vorgenommen.
Ab 1924 auch Produktion von Radschleppern, deren jährlich gebaute Stückzahl bis 1936 anhand der Fahrgestellnummern, ab etwa 1937 durch Zahlenmaterial aus dem Bundesarchiv halbwegs zuverlässig schätzbaren Zahlen nachgewiesen ist.

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Hanomag SS-100 (Musee Blindes Saumur)

Neben Acker- und Straßenschleppern Fertigung der Dreitonner-Halbketten-Zugmaschine (SdKfz.11) und des davon abgeleiteten mittleren Schützenpanzers (SdKfz.251) für die Wehrmacht, siehe Militärfahrzeuge.

Hansa-Lloyd, Bremen: Herstellung des Traktors „Treff Bube“ von 1915 bis 1925 oder 1916 bis 1923 in unbekannter Stückzahl. Daneben in den Dreißigerjahren Sattelschlepper (siehe LKW), ferner Dreitonner- und Achttonner-Halbketten-Zugmaschinen (SdKfz.11 u.7) für die Wehrmacht (siehe Militärfahrzeuge).

Hanseatische Motoren-Gesellschaft, HMG, Bergedorf b. Hamburg: Bau eines „Elefant“ genannten schweren Schleppers 1923 bis 1928 in unbekannter Stückzahl.

H.Hansen: Siehe Bob

Hartmann, Altusried i.Allgäu: Bau kleiner Ackerschlepper – nach Gebhardt von 1926 bis 1940. Ursprünglich hieß die Firma Pinzger, mußte jedoch im Rahmen der Weltwirtschaftskrise 1931 Konkurs anmelden und wurde von Hartmann erworben. Insgesamt sollen etwa 100 Traktoren gebaut worden sein, also zwischen 5 und 15 pro Jahr. 1939 und 1940 ist in den offiziellen Statistiken keinerlei Produktion mehr aufgeführt, muß also entweder bereits eingestellt oder aber sehr gering gewesen sein.

Hatz, Ruhsdorf b.Passau: Bau kleiner Zweitakt-Dieselmotoren. Die 1938-9 gebauten Kleinschlepper „Diesel Pionier“ sind bei Beilhack mit aufgeführt, da es infolge Konkurses nicht mehr fertiggestellte Traktoren letzteren Typs waren. 1940-45 kriegsbedingt Traktorenhrerstellung unterbrochen und in der Nachkriegszeit wieder aufgenommen.

HaWa (Hannoversche Waggonbau): Die Firma, die zunächst nur Eisenbahnwaggons baute, wandte sich im 1.Weltkrieg dem Flugzeugbau zu. Als dieser durch das Versailler Diktat verboten wurde, suchte sie neue Betätigungsfelder. Man entwickelte aus einer für Heereszwecke gebauten Zugmaschine ab 1919  Straßenschlepper,die bis 1931 in verschiedenen Varianten in unbekannter Stückzahl gebaut wurden.  Die von mir geschätzte Produktionskurve orientiert sich an dem jährlichen deutschen Gesamtschlepper-Aufkommen, vielleicht habe ich auch zu hoch geschätzt.

Hein, Peitz in Brandenburg: Dreirädrige Zugmaschine(n) von 1920-21, vielleicht auch nur ein Prototyp.

HeLa: Siehe Lanz, Aulendorf

Helios: siehe Deutsche Zugmaschinen-Fabrik

Hemag (Hessische Motorenbau-AG), Darmstadt: Bau von dieselgetriebenen Traktoren 1924 bis 1927 in unbekannter wohl geringer Stückzahl.

Henschel: In den Dreißigerjahren Bau von Sattelzugmaschinen in bis 1939 bekannter Anzahl.

Herkules Motorpflug: Siehe NAHAG

Hoffmann: Siehe Hanno

Holder, Metzingen: Seit 1930 Bau von Zugachsen bzw. Einachsschleppern mit DKW- oder ILO-Motor in unbekannter Anzahl. Einachsschlepper benötigten offenbar keine Zulassung und urden auch sonst statistisch nicht erfaßt, sodaß mir jegliche Anhaltspunkte für die ungefähre Größenordnung der Produktion fehlen. Ich habe daher auch von einer Schätzung abgesehen.

Holz, Wangen i.Allgäu: 1938-39 Herstellung von Ackerschleppern mit unbekannten Daten in unbekannter wohl sehr geringer Anzahl – vielleicht auch nur ein Prototyp..

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

International Harvester (I.H.C.), Neuß: Zweigwerk des amerikanischen Traktorenherstellers. Bau von Ackerschleppern seit 1937, vorher nur Vertrieb und Montage. Dank der erschienenen Monographie für alle Jahre exakte Stückzahlen, die allerdings teilweise den im Bundesarchiv niedergelegten oder in anderen Quellen publizierten widersprechen.

Irus, Dusslingen/Württ.: Fertigung von Motormähern und Einachsschleppern von 1931 bis 1939 in unbekannter (weil nicht registrierter) Stückzahl, daneben wurden zumindest 1938 und 1939 geringe Stückzahlen eines kleinen Ackerschleppers gebaut. 1940 kriegsbedingte Unterbrechung der Produktion bis 1945.

Jaehne,Landsberg an der Warthe: Bau von Motoren. Daneben Produktion von Traktoren in wohl ganz geringem Umfang ca. 1931 bis maximal 1939, mindestens zwei Typen mit eigenen von Jaehne entwickelten Einzylinder-Motoren. In Produktionsstatistiken der Dreißigerjahre ist die Firma nicht aufgeführt, daher müssen jährlich nur sehr wenige (unter 10 Stück?) hergestellt worden sein, der Traktorenbau war also neben dem Standmotorenbau immer nur ein Neben- und Gelegenheitsgeschäft. Das Landwirtschaftsmuseum Blankenhain hat einen Jaehne-Traktor, mehr ist über diese Firma als Traktorhersteller nicht mehr bekannt.

Kaelble, Backnang: Produktion von schweren Straßenzugmaschinen seit 1925. Gesamtstückzahl der einzelnen Typen bekannt, aufgrund der Zulassungsstatistiken ist auch eine Verteilung auf die einzelnen Jahre zumindest teilweise möglich.

KarWa: Siehe HaWa

Keidel, Crailsheim: Bau von Zugmaschinen (oder nur eines Prototyps?) ca.1925.

Kelkel, Asperg b. Stuttgart: Produktion von Einachsschleppern mit unbekannten Daten ab 1937-39 und erneut ab 1946 in unbekannter Stückzahl.

Kemna, Breslau: Dampfmaschinenbau, dann Dampflokomobilen und schließlich ab 1926 eine Straßenzugmaschine HPD. In den Dreißigerjahren folgte eine Straßenzugmaschine „Expreß“ (von der technische Daten und Bauzeit nicht bekannt sind) und schließlich um 1938/9 ein Traktor KTU. Alle Modelle wurden nur in ganz geringen Stückzahlen hergestellt, Anfang und Ende der Produktion des jeweiligen Modells ist nicht bekannt, die Akten dürften spätestens bei der Zerstörung Breslaus durch die Russen den Weg alles Irdischen gegangen sein.

K.H.D. (Klöckner-Humboldt-Deutz): Unter dem Namen Deutz Motoren seit dem 19.Jahrhundert, ab 1918 unter dem Namen Magirus auch LKW. In der Zwischenkriegszeit Deutschlands drittgrößter Zugmaschinen-Produzent (hinter Lanz und Hanomag). Fertigung einer Zugmaschine „Trekker“ ab 1919 in unbekannten, aber wohl sehr geringen Stückzahlen.
Bau von Ackerschleppern, aber auch von Straßenschleppern seit 1926. Gesamtstückzahlen und Produktionszeiträume aller Typen bekannt, durch das Bundesarchiv auch ab etwa 1935 die jährlich gebaute Anzahl jeden Typs. Neben Schlepperbau auch Bau von Motoren für Traktoren, zahlreiche deutsche Schlepperfirmen rüsteten ihre Traktoren mit Deutz-Motoren aus. Ab 1943 auch Lizenzfertigung des „Raupenschlepper Ost“ (RSO, siehe Deutschland, Militärfahrzeuge)  der Firma Steyr, ab Anfang 1945 mit eigenem luftgekühltem Dieselmotor, damit Beginn des Baues von luftgekühlten Dieselmotoren, für die Deutz in den Fünfzigerjahren bekannt werden sollte.

Kirnberger, Habach/Obb.: Herstellung kleiner Ackerschlepper 1938-39 und erneut ab 1946 bis 1953, insgesamt angeblich 20 Stück, woraus sich durchschnittlich etwa 2 pro Jahr errechnen.

Klose: Siehe LWD

Komnick, Elbing: Herstellung von Tragpflügen 1919 bis 1926. Bau von Straßen- und Ackerschleppern in mehreren Typen von 1924 bis 1930, als das Werk von Büssing übernommen wurde. Die Firma Büssing bot den Schlepper PT noch bis 1935 an. Stückzahlen unbekannt und geschätzt, indessen sei auf folgendes hingewiesen: Büssing begann seine Schlepperfertigung in Elbing mit Chassisnr. DZ 397: Es wäre möglich, daß ab 1924 bis 1933 insgesamt 396 Schlepper in den Komnick-Werken gebaut worden wären; darauf baut meine Schätzung derzeit auf.

Körting, Hannover: Motorenbau, 1919 bis 1924 auch Herstellung von Kleinmotorpflügen in unbekannter Anzahl.

Kosto, Berlin: Produktion von Gelenkpflügen 1918 bis 1923 in unbekannten vermutlich geringen Stückzahlen.

Kramer, Gutmadingen/Württ.: Produktion ab 1925. Zunächst Motormäher bis 1932, dann kleine, später immer größer werdende Traktoren. Ab 1934 ist die jährlich gebaute Stückzahl durch die im Bundesarchiv dokumentierten Stückzahlen gut belegt, zwischen 1928 und 1932 war ich allerdings gezwungen, die Produktion durch Interpolation und Vergleich zur Gesamtproduktion frei zu schätzen. Selbst wenn die Stückzahlen in den Dreißigerjahren nicht ganz exakt sind, ist jedenfalls klar, daß die bisweilen zu lesende Behauptung, von den Typen K12 und K18 seien zusammen bis Kriegsbeginn 1939 über 10.000 Stück gebaut worden, nicht stimmt.

Kranner: Ein angeblich in Wasserburg (am Inn oder am Bodensee? ) ansässiger Traktorenhersteller, der zumindest 1937 von Schlüter (s.u.) Einbaumotoren für seine Traktoren (oder war es nur einer?) bezog. Wer weiß mehr?

Krauss-Maffei, München: Lokomotivenbau. Ab 1925 LKW, ab 1927 diverse Zugmaschinen, Typenliste möglicherweise unvollständig, Schätzungen vor 1936 stark spekulativ, danach aufgrund der Zahlen im Bundesarchiv einigermaßen realistisch. Größte  Bedeutung erlangte die Firma mit der ab etwa 1928 einsetzenden Halbkettenfahrzeug-Entwicklung, die schließlich zum Bau der 8to.-Zugmaschine (SdKfz.7) der Wehrmacht führte (siehe Deutschland, Militärfahrzeuge).

Krümpel, Wettringen i-W-: Produktion von Traktoren 1937 oder erst 1938 bis 1952/3, Motor von Deutz, Getriebe von Prometheus,  bis „in die Kriegsjahre“ ca. 20 Stück: Da die Firma in der Aufstellung für 1940 nicht erscheint, müssen die ca. 20 Stück (wenn es denn so viele waren) 1938 u.1939 gebaut worden sein, danach dürfte die Fertigung infolge des Schellplans eingestellt worden sein undwurde erst 1945/6 wieder aufgenommen.

Krupp, Essen: Weiterbau der dreirädrigen Kehrmaschine der Fa.Heuser (Frankfurt a.M.) in mindestens zwei Typen von 1919/20 bis ca. 1935 in unbekannter Anzahl: Die Kehrmschine soll in mindestens 200 Städten im Einsatz gewesen sein: Unterstellt man, daß pro Stadt je nach Größe ca. 1 – 3 Kehrmaschinen gekauft wurden, wären es mindestens 400 Stück gewesen, die so über einen Zeitraum von 15 Jahren gebaut worden wären, pro Jahr also etwa 30 Exemplare.

Daneben Produktion von Einachs-Grasmähern Typ „Rapid“ von 1927 bis 1929 mit unbekannten Daten in unbekannter Anzahl.

Kuers: Siehe Borsig

Kulmus, Isny-Eisenharz i.Allgäu: Traktorenbau von 1937 bis 1939 in sehr geringem Umfang (vielleicht nur 1 Versuchsbau?). Nach 1945 erneut Traktorenproduktion.

Kyffhäuserhütte, Artern: Bau von Landwirtschaftsmaschinen. Daneben 1912 bis 1927 Bau von Motorpflügen in unbekannter Anzahl, 1938 bis 1940 Bau eines Traktortyps, ausweislich des Bundesarchivs im Schnitt etwa 15 Stück pro Jahr.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Lanz, Mannheim: Größter Schlepperproduzent der Zwischenkriegszeit – etwa 40% aller 1919 bis 1945 gebauten Schlepper stammen von Lanz.
1919 bis 1927 Bau diverser Landwirtschaftsmaschinen mit den Namen Landbaumotor, Feldmotor und Felddank in bekannter großer, Kraftgespann und Bodenfräser in unbekannter wohl geringer Anzahl.
Ab 1921 Produktion des Bulldog, eines Schleppers mit Einzylinder-Glühkopf-Halbdiesel-Motor. Dieser Traktor wurde bis in die Sechzigerjahre in zahlreichen Typen und Varianten angeboten, das Prinzip in aller Welt nachgebaut und kopiert (Marshall in England, Landini und Bubba in Italien, Vierzon in Frankreich, HSCS in Ungarn, Ursus in Polen und Saporoschez in der UdSSR). Von den bis 1935 gebauten Typen sind die Gesamtzahlen erhalten, ab 1935 von jedem Typ die jährlich gebaute Anzahl, sodaß zumindest ab 1935 die Jahresproduktion optimal erfaßt ist.

Lanz-Aulendorf (HeLa): Hat mit der oben genannten Firma Lanz in Mannheim nichts zu tun! Schlepperbau ab 1929, meist Verwendung von Deutz-Motoren. Zunächst Kleinschlepper Samson I und II bis 1937, wobei wohl aus irgendwelchen Gründen diese Kleintraktoren in offiziellen Statistiken nicht erfaßt wurden. Danach größere Ackerschlepper (Typen D11, D37, D40) in über die im Bundesarchiv hinterlegten Zahlen einigermaßen schätzbarem Umfang.

Lindes Eismaschinen: Siehe Güldner

Linke-Hoffmann-Busch (LHB): Siehe FAMO

Lippische Werkstätten: Siehe LWD

Loeb/Dinos, Berlin: Automobilbau seit 1909. 1919 bis 1924 Bau eines Raupenschleppers, der große Ähnlichkeiten mit dem Hanomag WD 25 hatte: Beide stammten aus der Feder des Nestors der deutschen Kettenlaufwerke, des Ingenieurs Joseph Vollmer (1871 – 1955). Stückzahlen nicht bekannt, vielleicht nur wenige Versuchsexemplare.

Löcknitzer Eisenwerke: Siehe Riebe

Lucas, Königsberg i.Pr.: 1938 kurzzeitig Herstellung eines Ackerschleppers mit unbekannten Daten in unbekannter Anzahl.

LWD (Lippesche Werkstätten),Detmold : Ab 1917 bei der Firma Klose in Staßfurt Bau eines Traktors „Damig“, der schließlich in den Lippeschen Werkstätten in Detmold von 1920 bis 1923 in unbekannter wohl geringer Zahl weiter gebaut wurde. Die Lippeschen Werkstätten fertigten 1924-5 auch einen LKW mit besonders niedriger Ladefläche, auch dieser war kein großer Erfolg (siehe Deutschland, LKW 1919-45).

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

MAF (Markranstädter Automobil-Fabrik): Die seit 1908 im Automobilbau (Spezialität: Luftkühlung) tätige Firma entwickelte während des 1. Weltkrieges Zugmaschinen in mindestens zwei Typen, von denen bis 1920 entweder nur Versuchsstücke oder vielleicht eine Kleinserie von wenigen Exemplaren gebaut wurde.

Maffei: Siehe Kraus-Maffei

Magirus: Siehe K.H.D.

Malapane (Krs.Oppeln): Bau eines Motorpfluges 1918 bis 1920 in wohl ganz geringen Stückzahlen.

Mannesmann, Remscheid: Die seit 1913 im LKW-Bau tätige Firma baute ab 1919 bis etwa 1921 Motorpflüge in unbekannter, aber wohl geringer Anzahl.

MAN (Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg): Seit 1915 LKW-Bau, ab 1921 bis 1925 Herstellung von Motorpflügen, von 1924 bis 1927 Produktion eines Gespannschleppers, jeweils in unbekannter Zahl.
In den Dreißigerjahren stellte die Firma jährlich einige Sattelschlepper her (siehe LKW).
Ab 1938 Bau des MAN AS 250, eines schweren Ackerschleppers mit Allradantrieb. Bis Ende 1941 wurde er bei MAN in recht bescheidenen Stückzahlen gebaut, ab 1942 erfolgte der Bau bei Latil in Frankreich, um die heimische Industrie voll auf Kriegsprodukte zu konzentrieren. Die Produktion bei Latil lief bis Anfang 1944, Latil baute dann bis zur Wiedereroberung des Werks durch die Alliierten im August 1944 noch eine Ausführung mit Holzgas-Generator.
Sämtliche Stückzahlen ab 1942 sind dem Bundesarchiv zu entnehmen.

Märkische Motorpflug: Siehe Oberschlesische Eisenbahn-Bedarfs-AG Solingerhütte, Uslar

Martin, Ottobeuren: Produktion von Ackerschleppern 1936 bis 1949, kriegsbedingt ab 1943 unterbrochen. Einbau von Deutz-Motoren. Gesamtzahl jedes Typs bekannt, ebenso von etlichen Jahren die jährlichen Zulassungen, sodaß die Jahresproduktion der einzelnen Typen gut zu schätzen war.

Maschinen-Centrale Rathenow: Bau (oder nur Entwurf?) eines Schleppers 1924. Ob Serienproduktion, und, wenn ja, in welcher Anzahl, erfolgte, ist nicht bekannt.

Maschinen-Fabrik Ingelheim: Herstellung von kleinen Raupenschlreppern, „Klettermaxe“ genannt, vor allem für den Weinberganbau, unbekannte Daten und unbekannte Stückzahlen, zumindest 1932, möglicherweise bis 1938/9.

Maurer, Berlin-Karlshorst: 1923 Konstruktion und mäglicherweise Bau einer „Kobold Laufkettenschlepper“ genannten Kleinstraupe mit unbekannten technischen Daten in unbekannten Stückzahlen.

Mayer, Ulm: Produktion von 30 „Stahlpferd“ genannten kleinen Zugmaschinen  von 1929 bis 1931.

Matthias: Siehe Reima

M.B.A.: Siehe Ohrenstein & Koppel (O&K)

MIAG (Mühlenbau- u.Industrie-AG), Oberramstadt: Maschinenbau, Schlepperproduktion schon ab 1935 (und nicht erst 1936), wie die Zulassungszahlen beweisen. Bauzeit der einzelnen Typen bekannt, Stückzahlen aus den Unterlagen des Bundesarchivs zu erschließen.

Michelsohn, Minden: Lokomotivausbesserungswerk, Baubetrieb, daneben Motorenbau. Bau des Acker- und Straßenschleppers „Baumi“ ab 1924 bis 1927 in unbekannten wohl geringen Stückzahlen.

Mitteldeutsche Motorpflug-Gesellschaft: Siehe ABEGA

Mitteldeutsche Schlepperwerk: Siehe Grebestein

Modaag, Darmstadt: Bau eines Schleppers mit kompressionslosem (Colo-)Dieselmotor von 1924 bis 1931 in unbekannter Zahl. Bei der Schätzung der Produktion habe ich mich vom Produktionsumfang von Firmen mit ähnlichen Schleppern (z.B. Benz) leiten lassen.

MTW (Moorburger Treckerwerke): Siehe Ritscher

Moosburner, Rosenheim: Heinrich Moosburner baute in den Jahren 1937 bis 1940 unter dem Namen RZW Traktoren mit MWM-Motor. Zwischen 1938 und 1940 wurden 54 von dieser Firma gebaute Ackerschlepper  zugelassen. Zusammen mit den 1937 bereits zugelassenen Schleppern dürfte die Gesamtproduktion etwa 60 Stück umfaßt haben (vgl. Jahrbuch Traktoren 2020 S.135ff). Nach 1945 fand keine Neuauflage des Moosburner-Schleppers mehr statt.

MWM (Motorenwerke Mannheim): Bau von Einbaumotoren speziell für LKW und Schlepper, neben Deutz der wohl bedeutendste Hersteller von Motoren für Traktoren in den Dreißigerjahren. 1923 (oder 1924?) bis 1932 Herstellung eines Traktors „Motorpferd“ in bekannter Anzahl, ferner der Typen „MWM Eisernes Pferd“ und „MWM Colo-Trekker“ in unbekannter und von mir anhand des „Motorpferd“ und der allgemeinen Statistik geschätzter Jahresstückzahl.

München-Sendling: Bau von Einbaumotoren speziell für LKW und Schlepper, ab 1935 bis 1940 daneben Bau von Ackerschleppern: Typ AS 12 von 1935 bis 1938, Anzahl geschätzt, AS 22 von 1938 bis 1940 in aufgrund der Akten des Bundesarchivs bekannter Anzahl.

Müller, Bruno, Triptis: Siehe Scheuch

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

NAG (Nationale Automobilgesellschaft), Berlin: Bau von PKW und LKW. Ab 1924 bis 1927 Bau einer schweren Straßenzugmaschine „Kraftschlepper“ in unbekannter wohl nicht allzu großer Stückzahl.

NAHAG (Norddeutsche Mühlenanstalt, Atos, Herkules -Mororpflug-Werk AG), Berlin: Bau von Schleppern, zunächst unter dem Namen „Dahl Atos“ von 1919-20,  dann von 1920 bis 1923 unter dem Namen „NAHAG Herkules“ in unbekannter, aber wohl recht geringer Anzahl, nach 1923 Weiterbau bei Neumeyer (s.u.).

Neumeyer, Nürnberg, München: Fertigung von Motorpflügen „Neumeyer Szakats“ von 1920 bis 1923, dann Weiterbau des Schleppers NAHAG Herkules von 1923-25, jeweils  in unbekannter wohl geringerer Zahl.

Niemag (Niederrheinische Maschinen-AG), Duisburg: noch heute existierende Maschinenfabrik, kurzzreitig Bau von 30 Kleinschleppern mit ILO-Motor im Jahr 1931.

Normag (Nordhauser Maschinenbau GmbH): Bau von Traktoren seit 1936. Gesamt-Stückzahlen der einzelnen Typen bekannt. Hierbei ist zu beachten, daß Gebhardt als Gesamt-Stückzahl des Normag NG22 zusammen 49 Stück angibt und damit genau 412 Stück mehr als www.fahrzeugseiten (4.560 Stück). Offenbar hat Gebhardt irrtümlich die 412 Stück vom parallel gebauten Normag NG10 mit beim NG 22 hinzugerechnet. Im übrigen läßt sich aus den jährlichen Zulassungszahlen die jeweilige Jahresproduktion, soweit nicht ohnehin bereits konkret aus den Bundesarchiv-Akten überliefert, abschätzen.

Oberschlesische Eisenindustrie: Siehe Riebe

Oberschlesische Eisenbahn-Bedarfs-AG Solingerhütte, Uslar: 1918 bis 1921 Weiterbau des bis 1918 bei der MärMotorpflugfabrik gefertigten Pfluges Arator in unbekannter, aber wohl eher bescheidener Stückzahl.

Opel, Rüsselsheim: Von 1919 bis 1923 Bau einer Zugmaschine mit dem Motor des Regel-Viertonner-LKW in unbekannter wohl geringer Stückzahl, vielleicht auch nur Prototypen.

Orenstein & Koppel, Nordhausen a.H.: Baumaschinen, Produktion von Ackerschleppern ab 1937.
Gesamtproduktion der Typen MBA 751 und MBA 15 bekannt, des MBA 35 aufgrund des sonst üblichen Umfanges der Jahresproduktion aller Typen geschätzt. Ab 1943 offenbar keine Schlepperproduktion mehr, da die Firma in den Unterlagen des Bundesarchivs nicht mehr erwähnt wird.

Orion: siehe Deutsche Zugmaschinen-Fabrik, Halle a.S.

Otto, Germersheim i.Eichsfeld: Fertigung von Ackerschleppern seit 1929 in geringem Umfang:
zunachst mit Glühkopf-Motor bis 1934, davon 1933-4 zusammen 15 Stück, vor 1933 entsprechend geschätzt. Anschließend diverse Einzel(?)-Exemplare sowie offenbar eine Kleinserie von Ackerschleppern mit 22PS-Deutz-Motor von 1937 bis 1940.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Pfeiffer, Danzig: Fertigung von Motorpflügen 1919 bis 1920 in wohl geringer Anzahl.

Pichler: Im Jahr 1940 wurden 10 von dieser Firma gebaute Ackerschlepper mit Motor bis 25 PS zugelassen – sonst ist über diese Firma und ihre Traktoren nichts bekannt. Wer weiß mehr?

Pinzger, Altusried i.Allgäu: siehe Hartmann

Podeus, Wismar: Kraftfahrzeugproduktion ab 1911. Fertigung von Motorpflügen bis 1920, von Raupenschleppern bis 1926, alle wohl in geringen Stückzahlen. Über den jüngsten Fund eines Podeus-Raupenschleppers in Finnland siehe hier.

Pöhl, Gößnitz, Ein ganz schwieriges Kapitel. Bau von Traktoren von 1910/11 bis ca.1932. Jegliche brauchbaren Firmenunterlagen scheinen verloren gegangen zu sein, der Firmengründer Gustav Pöhl starb verarmt und mittellos als Flüchtling 1966 in einem Pflegeheim in Bielefeld. Einzig und alleine diverse Firmenprospekte scheinen überlebt zu haben, aufgrund deren zunächst Gebhardt,  einen Überblick über die Produkte der Firma versucht. Das Brauchbarste aus dem Weltnetz findet sich hier und stützt sich wohl im wesetlichen auf Gebhardt. Ein sehr akribischer Artikel von Bach in der Zeitschrift „Schlepper-Post“ 1/2010 zeigt zumindest teilweise die Probleme der Darstellung der Firmengeschichte, ohne indessen diese lösen zu können. So fehlt z.B. bereits eine genaue Typenübersicht, Bezeichnungen wie „Ackerbaumaschine“, „Ackerzugmaschine“ oder „Gelenkpflug“ sind Gerätebeschreibungen, jedoch höchstwahrscheinlich keine Typenbezeichnungen. Es ist daher sehr wohl möglich, daß die bei Bach und Gebhardt genannten Typen teilweise doppelt aufgeführt sind. Bei aller Unsicherheit scheinen die bis in den 1. Weltkrieg gebauten Gelenkpflüge nach 1918 nur noch kurzzeitig angeboten worden zu sein, ab 1920 wurden Acker- und Straßenschlepper mit verschiedenen Benzin- und Dieselmotoren teilweise unklarer Herkunft gebaut, insgesamt von diesen bis zum Produktionsende 1931/2 um oder über 1000 Stück, also im Schnitt etwa 100/Jahr, am Anfang und Ende weniger, in Hochzeiten der Produktion (wann auch immer sie gewesen sein mag) mehr. 1000 Schlepper sind etwa 1/46 der deutschen Gesamtfertigung an Schleppern 1920-32, ich habe daher als Jahresproduktion 1/46 der jährlichen Gesamtfertigung angenommen und komme so auf die geschätzten Zahlen. Das Ende des Schlepperbaus ist nicht ganz klar: Im Juni 1930 wurde die Masse der Maschinen nach Konkurs versteigert, indessen wurden bis 1932 noch der eine oder andere Schlepper aus verbliebenen Restteilen zusammengebaut. Ebenso lief die Ersatzteilproduktion noch einige Zeit weiter, und auch ansonsten baute die Firma bis 1945 noch diverses meist landwirtschaftliches Gerät, darunter 1937/8 einen allerdings nicht in Serie gegangenen Ackerschlepper mit Holzgas-Generator.

Primus, Berlin: Bau von Straßenschleppern mit Fremdmotoren ab 1933, ab 1935 auch von Ackerschleppern. Typen und deren Produktionsumfang größtenteils bekannt. Der Kleinschlepper Primus P11 Pony und der mit einer Ladefläche versehene Schlepper P16 Packesel blieben Prototypen.

Prometheus: Im Jahr 1939 und 1940 wurden zusammen 59 von dieser Firma gebaute Ackerschlepper mit Motor bis 25 PS zugelassen – sonst ist über diese Firma und ihre Traktoren nichts bekannt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelte es sich um die für ihre Schleppergetriebe bekannte Firma aus Berlin. Wer weiß mehr?

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Ref-Weygand, Stuttgart-Feuerbach: Die Firma stellte wohl vor allem LKW-Aufbauten her, daneben stellte sie 1944-45 Dampfgeneratoren für die Rakete V-2 her. In den 50erjahren kam sie zur Fa. Haller, die heute meist Müllwagen-Aufbauten herstellt., Im Jahr 1940 wurden 9 von dieser Firma gebaute Ackerschlepper mit Motor bis 25 PS zugelassen – sonst ist über die Traktoren dieser Firma nichts bekannt. Wer weiß mehr?

Reima (Reinhold Matthiass), Erfurt: Produktion von Ackerschleppern in 2 Typen von 1936 bis 1940 in 41 Exemplaren, von denen 26 im Jahr 1939 und 9 im Jahr 1940 zugelassen wurden.

Riebe, Berlin: Fertigung von Motorpflügen 1919 bis 1920 in unbekannter Anzahl.

Rische & Apitz, Oederan: Herstellung der Traktoren „Eubu“ und „Zwerg“ von 1921 bis 1922 in unbekannter wohl geringer Zahl.

Ritscher, Hamburg: Schlepperfertigung ab 1920.
Zunächst Produktion eines Raupenschleppers „Büffel“ in mehreren Varianten von 1920 bis 1931, zusammen über 100 Stück.
Ab 1936 Herstellung eines Dreiradtraktors N14 und N12 in größtenteils bekannten Stückzahlen bis 1942/3, dann kriegsbedingte Unterbrechung der Produktion bis 1945.
1939 bis 1942 zusätzlich 100 Stück des Vierradschleppers N20.

Ruhrthaler, Mühlheim/R.: Von 1919 bis 1928 Fertigung eines Motorpfluges „Schwadyk“ und eines Schleppers, beide in unbekannter Stückzahl. Meine Schätzung ist sehr stark spekulativ.

Rüttger, Berlin: Produktion eines nach Daten kaum bekannten Schleppers in wohl sehr geringer Anzahl 1919 bis 1921.

RZW, Rosenheim: Siehe Moosburner

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Schaeff, Langenburg/Württ.: 1931 Produktion eines Motormähers in unbekannter Zahl, wahrscheinlich nur 1 Prototyp..

Schanbacher & Ebner, Esslingen: Fertigung eines Schleppers 1921 in unbekannter Stückzahl.

Scheffeldt, Coburg: 1919 bis 1920 Bau von Tragpflügen in unbekannter Anzahl.

Scherf, Saarburg: Bau von Kleinschleppern 1931 in unbekannter Zahl, wobei es wegen des Sonderstatus des Saarlandes bis 1935 fraglich ist, ob und inwieweit die Produktionszahlen der dortigen Fabriken bei „Deutschland“ damals von der deutschen Statistik erfaßt wurden bzw. heute mitgezählt werden können/müssen.

Scheuch, Erfurt bzw. Triptis: Egon Scheuch (1908 – 1972) war sehr versierter Ingenieur, dessen Domäne die Konstruktion von Einachsschleppern war. Sein Konstruktionsbüro vor 1945 befand sich in Erfurt, der Bau seiner Entwürfe erfolgte bei seinem Onkel Bruno Müller in Triptis. Zunächst ab 1935 entstand ein (oder mehrere) Prototyp(en) eines Einachsschleppers mit 300ccm- DKW-Motor, durch Anbau eines zusätzlichen Heckrades war die Schleppachse auch als selbständige (dreirädrige) Zugmaschine einsetzbar. Ab 1938 erhielt das Fahrzeug den 461ccm-DKW-Motor, nach Gebhardt gingen auch dieses Modell nicht in Serie, nach Suhr ging letzterer ca.1940 in geringem Umfang in Serie.
Im Kriege wurde aufgrund eines Auftrags der Luftwaffe für einen leichten Flugzeug-Schlepper der dafür zu schwache DKW-Motor durch einen VW-Motor ersetzt, die Luftwaffe bestellte diese Flugzeugschlepper in „großer“ Stückzahl (Gebhardt) (auch,?) bei den Schumann-Werken in Werdau (?), eine Quelle aus dem Netz nennt 500 bis 600 Stück (ohne näheren Beleg), was ich für etwas hoch gegriffen halte. Über den Produktionsbeginn war nichts in Erfahrung zu bringen, er kann eigentlich nicht vor 1943 gelegen haben. Nach dem Krieg sollen noch rund weitere 100 Stück dieses Schleppers bis etwa 1948 aus Restteilen gefertigt worden sein (Suhr, Kraft der 4 Ringe), ferner ca. 10 Stück eines Kettenschleppers mit VW- oder 4,5-Liter-MAN-Motor (Gebh.).
1949 konstruierte Scheuch den Prototyp des später in der Ostzone in großem Umfang gefertigten „Maulwurf“, sein wohl erfolgreichstes Fahrzeug.

Schlüter, Freising: Fertigung von Traktoren ab 1937/8. Keine Fremdmotoren. Gesamtzahl für jeden gebauten Typ aus www.fahrzeugseiten bekannt, aufgrund der Zulassungszahlen kann die Anzahl für die einzelnen Jahre geschätzt werden. Schlüter lieferte Einbaumotoren auch an andere meist süddeutsche Traktorenhersteller.

Schmidt-Kranz: Siehe NORMAG

Schmotzer, Bad Windsheim: Landmaschinenbau. 1924 Bau eines Tragpfluges. Ab 1933 Fertigung einer Motorhackmaschine, Stückzahlen und Produktionsdauer nicht bekannt. 1940 wurden 10 Traktoren der Marke Schmotzer („bis 25  PS“) zugelassen: Handelt es sich um eine andere Bezeichnung für die Motorhackmaschine oder um einen gesonderten Typ eines Schleppers, der bislang nirgends in der Literatur erwähnt wird?

Schöttler, Diepholz: 1931-32 Produktion von 34 kleinen Straßenzugmaschinen des Typs Schömag.

Schröder & Wurr: Siehe Wurr

Schwäbische Hüttenwerke(SHW), Böblingen: Maschinenbau 1912 bis 1928. 1915 bis 1921 Bau von Tragpflügen in unbekannter Zahl. 1920 bis 1927 Bau einer Rad-Raupe, ebenfalls in unbekannter Anzahl, möglicherweise nur einzelne Versuchsmuster.
Außerdem 1925 Bau von drei PKW des Typs 4/20 PS (siehe Deutschland, PKW).

Schwarz & Dyckerhoff: Siehe Ruhrthaler

Schwaddyk & Schulz, Berlin: Bau von Motorpflügen 1919 bis 1927 in unbekannter von mir sehr vage geschätzter Stückzahl.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Sendling: Siehe München-Sendling

Siemens-Schuckert, Berlin: Produktion einer „Gutsfräse“ von 1911 bis Ende der Zwanzigerjahre in unbekannter Anzahl. Bei Schätzung der Anzahl ist zu berücksichtigen, daß Anfang 1927 in Preußen insgesamt 113 solcher Fräsen gezählt wurden, im gesamten Reich mögen es daher etwa 150 gewesen sein. Rechnet man noch Exporte dazu, kommt man auf 200 bis 250 Stück, die von 1911 bis Anfang 1927 gebaut wurden. Siemens war nicht der einzige Hersteller dieser Fräsen.

Starke & Hoffmann: Siehe Bussard

Stock, Berlin: Tragpflüge seit 1909, im 1. Weltkrieg neben Hanomag der bedeutendste Hersteller von Motorpflügen. Weiterfertigung in verschiedenen Typen bis 1934 (und damit Deutschlands letzter Motorpflughersteller: Alle anderen Firmen hatten bereits Ende der Zwanzigerjahre die Produktion eingestellt, da der Ackerschlepper mit angehängtem Pflug die Aufgabe ebenso übernehmen konnte und daneben noch für etliche andere Aufgaben einsetzbar war.)
Ab 1924 (oder 1925, oder 1926, oder 1927?) bis 1929 oder bis Mitte der Dreißigerjahre – je nach Quelle- Fertigung des „Raupenstock“, eines vergleichsweise leichten Kettenschleppers, von dem ca. 4.000 oder über 4.000 Stück gebaut worden sein sollen. Ich habe mich für einen „Mittelweg“ entschieden: 1925 Prototyp, ab 1926 Serienbau, Höhepunkt der Produktion 1927 bis 1929, danach Ausklingen bis 1934. Die Gesamtfertigung an Traktoren läßt dies zu: In den drei Jahren 1927-29 wurden in jedem Fall mehr Traktoren gefertigt als  in den 7 Jahren 1919-26, und ab 1930 dauerte zunächst bis 1933 die Wirtschaftskrise. Wären die 4.000 Stück alle zwischen 1926 und 1929 gebaut worden, so wären dies so viele pro Jahr gewesen, daß sich die Fertigung eines Nachfolgemodells geradezu aufgedrängt hätte. Nachdem dies nicht geschah, gehe ich davon aus, daß sich die Gesamtproduktion wie von mir angenommen verteilte.
Ab 1934 produzierte Stock normale Ackerschlepper, anhand der Zulassungszahlen und sonstigen Unterlagen aus dem Bundesarchiv ist die Produktion bis Kriegsende recht gut ermittelbar.

Stoewer, Stettin: Kraftfahrzeugbau seit 1899, 200 (oder nur 160?) Stück des schweren Straßenschleppers 3S17 von 1919 bis 1922 (oder bis 1925?).

Südbremse, München: Bau eines „Colo-Trecker“ von 1926 bis 1927 in unbekannter wohl geringer Stückzahl. „Colo“ deutet auf den „compressionslosen“ Dieselmotor hin.

Sulzer, Harthausen üb.Augsburg: Herstellung von Traktoren von 1938 bis 1940 (und dann nochmals von 1950-63) in unbekannter Stückzahl mit im wesentlichen unbekannten Daten. Vor dem 2.Weltkrieg wohl nur wenige Einzelexemplare bzw. Prototypen.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Talbot: Im Jahr 1940 wurden 6 von dieser Firma gebaute Schlepper mit Motor bis 25 PS zugelassen. Wahrscheinlich handelt es sich um elektrisch angetriebene Schlepper des Typs TF5 der auf Elektrofahrzeuge spezialisierten Fa. Richard Talbot in Berlin .

Tittmann, Fraunreuth im Vogtland: Eine Firma, über die fast nichts zu finden ist. Vom Landwirtschaftsmuseum Blankenhain erfuhr ich durch mündliche Auskunft 2013: Tittmann betrieb in Fraunreuth bei Werdau seit 1898 eine Schlosserei. Ab etwa 1930 entstanden dort Mähbinder, weiter von 1935 bis 1940 zwischen 30 und 40 Ackerschlepper mit 12-PS-Deutz-Motor. Nach dem Krieg erfolgte keine neue Produktion, Tittmann wurde 1948 als „Kapitalist“ enteignet oder, wie es damals politisch korrekt hieß, sein Eigentum „in Volkseigentum überführt“. Ein letztes Exemplar des Traktors steht im Lansdwirtschaftsmuseum Schloß Blankenhain.

Toro Motorpflug: Siehe DAAG

Vereinigte Motoren- und Flugzeugbau: Siehe NAHAG

Vögele, Mannheim (?): Im Jahr 1940 wurden 9 von dieser Firma gebaute Schlepper mit Motor bis 25 PS zugelassen – sonst ist über Traktoren der Marke Vögele nichts bekannt. Bei dem Hersteller des Traktors dürfte es sich um die heute als Straßenbaumaschinenhersteller bekannte Firma in Mannheim, seit 2010 in  Ludwigshafen handeln – eine dorthin gerichtete Anfrage blieb allerdings unbeantwortet. Wer weiß mehr?

Vogeler, Berlin: Fertigung von Tragpflügen von 1918 bis 1920 (oder bis 1924?) in unbekannter wahrscheinlich geringer Anzahl.

VOMAG, Plauen i.V.: Stellte in den Dreißigerjahren Sattelzugmaschinen her, Stückzahlen dank „Kraftfahrzeuge in Deutschland“ bekannt.

Voß, Hamburg: Bau einer Zugmaschine mit dem Namen Hammonia im Jahr 1923 in unbekannter Zahl.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Wagner, Kirschau i.Sachsen: Bau von Traktoren 1937 bis 1939 oder 1940, mehrere Motoren zur Wahl. 1939 wurden 37 Schlepper, 1940 noch 13 zugelassen (letztere könnten aber auch noch 1939 gefertigt worden sein und bloß bis 31.12.39 keinen Käufer gefunden haben).

Wahl, Balingen: Bau von Schleppern von 1935 bis zur kriegsbedingten Produktionseinstellung 1942. Jährlich gebaute Stückzahl anhand der Unterlagen des Bundesarchivs recht gut schätzbar.

Wegelin & Hübner: Siehe Deutsche Zugmaschinen-Fabrik

Wesseler, Altenberge: Fertigung von 20 Traktoren von 1938 bis 1940, wahrscheinlich aber nur 1938-9, da der Name in der Zulassungsstatistik 1940 nicht auftaucht.

Wurr, Hamburg: Produktion von Schleppern 1935 bis 1940, die jährlich gebaute Stückzahl anhand der Unterlagen des Bundesarchivs recht gut schätzbar.

Zettelmeyer, Konz b.Trier: Herstellung von Straßen- und Ackerschleppern seit 1935. Die jährlich insgesamt gebaute Stückzahl ist anhand der Unterlagen des Bundesarchivs recht gut nachvollziehbar, leider trennt die Statistik nicht zwischen dem Ackerschlepper Z1 und der Straßenzugmaschine Z2.

Deutschland, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle