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Italien – Sonstige und Militär-Kraftfahrzeuge 1919 – 1945

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Allgemeine Gesamtstatistik:

Für die Zeit 1919 bis 1945 gibt es für die Produktion der italienischen Zugmaschinen eine bei Dozza, Carioche, veröffentlichte Bestandsstatistik, nach der  1947 noch etwa 40% aller in Italien befindlichen Zugmaschinen und Traktoren ausländischer Herkunft waren.
Vor dem ersten Weltkrieg gab es kaum italienische Traktorfirmen: die Firma Pavesi baute Traktoren und Motorpflüge seit 1910/11, die Firma Baroncelli stellte 1913 Prototypen vor, ob es danach zu einer Serienproduktion kam, bleibt offen: Das Land war arm, und große Güter, die sich einen Traktor oder Motorpflug leisten konnten, gab es nur wenige.
Als im ersten Weltkrieg alle Pferde eingezogen wurden, ersetzte man diese in der Landwirtschaft durch Maschinen: Insgesamt wurden 1915-18 aus den USA 6.527 Traktoren nach Italien importiert (Dozza, Trattori esteri S.18), mit denen militärische Einheiten ausgestattet wurden, die aus nicht  frontdiensttauglichen Mannschaften gebildet wurden, und die vor allem das Pflügen, aber auch das Ernten und den Betrieb von Dreschmaschinen übernahmen.
Als das Militär nach Kriegsende diese Traktoren verkaufte, überschwemmten  diese –wie übrigens in anderen Entente-Ländern auch- den zivilen Markt und verhinderten dadurch auch in Italien zunächst das Entstehen einer heimischen Traktorenproduktion. Erst Ende der Zwanzigerjahre begann eine solche mit sehr zaghaften Anfängen, wobei man sich bemühte, statt der amerikanischen benzingetriebenen Modelle eigene herzustellen, die mit anderen Treibstoffen wie Rohöl, Petroleum, Diesel etc. betrieben werden konnten: Italien verfügte über keinerlei heimische Ölquellen (das Öl in Libyen war noch nicht entdeckt). Insbesondere mit dem von Lanz entwickelten Glühkopf-Motor, der mit allem möglichen betrieben werden konnte, rüsteten etliche Firmen ihre Traktoren aus.
Die aufgrund des Abessinien-Feldzuges vom Völkerbund gegen Italien verhängten Sanktionen taten ein übriges, diesen Prozeß zu beschleunigen. Gleichwohl blieb die italienische Traktorenproduktion bis 1939 kümmerlich: Die Masse der Ackerschlepper stammte von Fiat und Landini, alle übrigen italienischen Firmen stellten kaum nennenswerte Stückzahlen her.
Es ist auch nicht ganz klar, ob die jährlich gefertigten Traktoren in den Statistiken nicht auch zu den „autoveicoli industriali“, also industriellen oder „Wirtschaftsfahrzeugen“ gerechnet wurden (siehe Italien, LKW). Eine Bestandsaufnahme von 1934 bringt teilweise Licht in die italienische Traktorenproduktion bis 1934.

Literatur: Siehe Italien, Einführung. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“. Ferner:
Dozza, William: Trattori classici esteri in Italia, Vimodrone (Milano) 2007
Dozza, William: „Carioche“, trattrici agricole figlie della guerra, Vimodrone (Milano) 2008
Dozza, William: Trattori classici Italiani dal 1911 al 1955, Vimodrone (Milano) 2004, 2007
Problematisch ist der Umstand, daß Dozza in seinen zahlreichen Publikationen sich nur der zivilen Ackerschlepper-Produktion widmet. Daneben hat es aber auch offenbar für das Militär eine umfangreiche Traktorenproduktion –vor allem von Raupenschleppern- gegeben, die neben ihrem militärischen Einsatz auch in der Landwirtschaft benutzt wurden und die bei Dozza, dem „Papst“ des italienischen Traktorenbaus, nicht oder nur beiläufig erwähnt werden.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Die einzelnen Marken:

Fiat, Turin: Fiat war in der Zwischenkriegszeit nicht nur der größte italienische PKW- und LKW-Produzent, sondern auch der größte Traktorenhersteller.
Die 1919 bis 1945 gebauten Rad- und Kettenschlepper sind zum einen jährlich in einer Gesamtzahl erfaßt, zum anderen gibt es zu fast jedem Typ eine Summe der produzierten Fahrzeuge.
Sofern für das Jahr 1925 eine Differenz zwischen errechneten und statistisch gebauten Schleppern von genau 100 Stück vorhanden ist, dürfte es sich hierbei um einen Druck- bzw. Abschreibfehler handeln.
1926 scheinen offiziell überhaupt keine Schlepper produziert worden zu sein, bei den in diesem Jahr gefertigten Typen 700 dürfte es sich um nicht mitgezählte Prototypen handeln.
Es bleibt von 1932 bis 1940 eine Differenz von insgesamt 692 Stück, diese habe ich dem stückzahlenmäßig nicht bezifferten Raupenschlepper 700C Tipo 30 zugeordnet.

Ansaldo, Genua: der Rüstungs- und Schwerindustrie-Konzern versuchte sich 1920 auch kurzzeitig im Traktorenbau. es entstanden Prototypen, ein auch nur kurzzeitiger Serienbau ist fraglich.

Baroncelli, Ravenna: Der bereits in der Vorkriegszeit bestehende Landmaschinenhersteller versuchte sich 1919/20 erneut im Traktorenbau. 1920 wurde ein Prototyp vorgeführt, der aber wohl nicht in Serie ging.

Borello, Turin: Die Firma stellte 1921 den Prototayp eines Traktors vor, der aber wohl nicht in Serie ging.

Breda, Mailand: Die Firma, die vor dem ersten Weltkrieg unter anderem Dampflokomobilen hergestellt hatte, stellte 1921 einen amerikanischen Vorbildern nachempfundenen schweren Ackerschlepper vor, der wohl eine Zeit lang in unbekannter Anzahl in Serie produziert wurde. Nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 muß die Produktion minimal gewesen sein. 1931 folgte ein weiteres Modell mit Junkers-Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotor, von dem es aber offenbar nur  Prototypen gab.

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Ab 1932 wurde in mehreren Varianten für die italienische Armee der Trattore Pesante Breda 32/33/40 produziert, davon gingen 29 Stück 1936 nach Spanien, etwas über 100 nach Ungarn, 67 Stück hatte 1939 die italienische Staatsbahn, und am 30.4.43 waren im italienischen Heer noch 1372 Stück vorhanden. Das Fahrzeug diente zum Transport schwerer Geschütze (149mm Kanone, 210 mm und 260 mm Mörser) und als Berge- und Abschleppfahrzeug, es müssen daher bis 1943 (als bereits ein Großteil des Materials verlorengegangen war) weit über 2.000 Stück gebaut worden sein.
Von den 1943 bis 1944 in Produktion gegangenen Sechsrad-Zugmaschinen Breda 51 und 52 sowie der Breda 61 Halbketten-Zugmaschine (Lizenz der 8to-Zugmaschine Sd.Kfz.7) sind im Bundesarchiv belastbare Zahlen überliefert.

Bubba, b. Piacenza: Die Firma war ursprünglich ein Reparaturbetrieb für Case-Traktoren. 1924 entstanden die ersten eigenen Traktoren, wobei man wohl den amerikanischen Motor durch einen eigenen nach dem System Lanz entwickelten Glühkopfmotor ersetzte. Hieraus entwickelte sich allmählich eine eigene Produktionsreihe, bis Kriegsende immer mit Glühkopfmotoren, wobei ab 1935 auch Kettentraktoren im Angebot standen.
Die Produktion des als Familienbetrieb geführten Unternehmens muß nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 im Schnitt jährlich etwa 30 Stück umfaßt haben, später wohl auf bis zu 50 Stück im Jahr steigend, um dann wieder auf 10 Stück im Jahr 1944 zu fallen.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Cassani: Siehe SAME

CEMSA, Saronno: Siehe Romeo

Deganello, Mailand: Prototyp eines Ackerschleppers 1926, spätestens ab 1929 Serienbau eines 30-PS und eines 40-PS-Typs in unbekannter Anzahl. Die Produktion muß nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 etwa 5 bis 10 Stück jährlich umfaßt haben, endete spätestens 1943 und wurde nach dem 2.Weltkrieg nicht wieder aufgenommen.

Ford, Bologna: Produktion des Fordson N ab 1936 bis 1945, 80 Stück 1944. Im übrigen fehlen Stückzahlen. Da immerhin von „large scale production“ gesprochen wird, habe ih sie analog zur Produktion von Fiat 1944 als 2/3 der Fiat-Produktion geschätzt und komme so zu den angegebnen Stückzahlen, die etwas unter denen von Landini liegen und damit zumindest für italienische Verhältnisse eine „large scale production“ repräsentieren.

Gambino, Chieri (Turin): Herstellung eines Traktormodells mit Glühkopf-Motor von 1936 bis 1953, insgesamt maximal 20 Stück, also im Durchschnitt etwa 1 Exemplar pro Jahr. Unterstellt man während des Krieges 1940-45 keine Produktion, mögen in einzelnen Jahren auch zwei Stück pro Jahr gefertigt worden sein.

Italtractor, Voghera (Pavia): Die Firma existierte ab 1941 und hatte bis 1945 die Erlaubnis zum Bau von 10 Traktoren jährlich. Vom Typ Ursus gab es eine Variante mit Rad- und eine mit Kettenlaufwerk, beides Traktoren mit Glühkopf-Motor. 1944 ist in den Akten des Bundesarchivs die Herstellung von insgesamt 5 Stück nachgewiesen. Der Typ Visa wird bei Dozza nicht erwähnt: Erfolgte seine Herstellung nur für das Militär?

Landini, Fabbrico (Regia Emilia): Produktion von Traktoren mit Glühkopf-Motor (System Lanz) ab 1928, davor nur Prototypen. Die Stückzahlen sind der Monographie von Dozza entnommen: Soweit sich ein Produktionsraum über zwei Jahre erstreckte, sind die Traktoren jeweils hälftig dem einen und dem anderen Jahr zugeordnet. Landini war 1939 der zweitgrößte (oder größte?) italienische Hersteller von Ackerschleppern.

Lopel, Mailand: Die Firma stellte 1931 den Prototyp eines 30-PS-Traktors mit sonst unbekannten Daten vor. 1953 zählte man in Italien noch 24 Stück dieses Traktors. Die Produktion muß also in den Dreißigerjahren und vielleicht auch noch danach in bescheidenem Umfang für eine bestimmte Dauer stattgefunden haben, die Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 weist 14 Stück aus.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Motomeccanica, Mailand: Kleintraktoren Motomeccanica Ballila  ab 1931 auf Rädern, ab 1934 auch mit Ketten, Die Produktion muß nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 anfänglich etwa 10 Stück jährlich umfaßt haben, vermutlich in den Folgejahren stark steigend: Die Firma war 1939 der drittgrößte italienische Traktorenproduzent.
Motomeccanica 3M bzw. R40: Der Typ 3M (mit Motor des Pavesi P4M) wurde spätestens ab 1938 in unbekannten Stückzahlen gebaut, spätestens 1944 (und nicht erst 1948) war er vom Nachfolgetyp R40 (mit leicht vergrößertem Motor) abgelöst, weil in den deutschen Produktionsstatistiken nur noch der R40 auftaucht, von dem 1944 zusammen 30 Stück gefertigt wurden. Vor 1944 sollte also die Jahresproduktion mindestens gleich hoch wenn nicht höher gewesen sein.
Die Stückzahlen von Motomeccanica sind bei Pavesi mit aufgeführt.

OM (Offizine Meccanice), Brescia u. Mailand: Die im PKW- und LKW-Bau tätige Firma baute in den Dreißigerjahren auch einen Traktor mit Glühkopf-Motor und sonst mir unbekannten Daten. Die Produktion muß nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 allmählich auf bis über 100 Stück jährlich gestiegen sein. Ferner fertigte OM in Lizenz den Typ L der US-amerikanischen Firma Case, von 1939-52 etwa 800 Stück (Dozza, Trattori classici esteri S.42). Im Bundesarchiv wird bei der italienischen Kraftfahrzeugproduktion 1943-45 dieser Traktor nicht erwähnt, scheint also zumindest Okt.1943 bis April 1945 nicht gebaut worden zu sein: Wahrscheinlich konzentrierte sich OM zumindest in den letzten Kriegsjahren umstandsbedingt auf den Bau des Dreitonner-LKW. Ich habe daher nur von 1939 bis 1942 geringe Stückzahlen angenommen und unterstellt, daß der Nachbau hauptsächlich in der Nachkriegszeit stattfand.

Orsi, Tortona: Landwirtschaftsmaschinenbauer. Herstellung von Traktoren mit Glühkopfmotor System Lanz wohl ab 1931.
Vom ersten Modell Orsi 30 sollen 1931-33 154 Stück, vom Nachfolger Orsi 35-40 1933-34 schon 318 Stück gebaut worden sein. Dies ist wohl anhand der vorhandenen Quellen aufgrund der überlieferten Chassisnummern ermittelt worden. Die Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 weist aber lediglich 54 Stück aus.
Vom Nachfolgemodell Orsi Super 40 sind ab 1934 bis zu einem unbekannten Ende, das ich mit 1943 angenommen habe, 617 Stück gebaut worden, also im Schnitt etwa 80 bis 100 im Jahr, die Produktion hätte also -während sie allenthalben stieg- bei Orsi von 1934 zu 1935 rapide fallen müssen, ohne daß dafür ein Grund erkennbar wäre. Ich habe daher unterstellt, daß in der Chassisnummernfolge erhebliche (nicht überlieferte) Lücken waren, und daß vom Orsi 30 nur 54 Stück, vom Orsi 35-40 nur 18 Stück gefertigt wurden, und komme so auf eine Zahl, die in etwa mit dem am 31.12.1934 vorhandenen Bestand in Einklang steht.
Orsi Super 50: Ab 1939 bis ca.1950 sollen 265 Stück gebaut worden sein, im Jahr also etwa 20 bis 30. Der Super 75 wird nur im Bundesarchiv mit 15 Stück im Jahr 1944 erwähnt: Falschbezeichnung des Super 50 oder ein Typ, der in allen Firmengeschichten (die letztlich voneinander abgeschriebn sind)vergessen wurde?
Orsi Artiglio: Kleintraktor, ab 1939 gebaut, 31.12.1951 genau 321 Stück vorhanden, was einer durchschnittlichen Jahresproduktion von ca.30 Stück entspricht.

Pavesi, Mailand: Bau von Schleppern für die Landwirtschaft, vor allem aber auch für das Militär. Den allradgetriebenen Schlepper P4 gab es in zivilen wie auch militärischen Versionen. Infolge seines Vierradantriebes war er seht teuer, und es sollen nur wenige hergestellt worden sein. Andererseits weist die Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 799 Stück aus, was eine durchschnittliche Produktion von über 50 Stück im Jahr nur für den Inlandsgebrauch (und dazu noch sicher zahlreiche Exporte – das Fahrzeug war auf dem Weltmarkt nahezu konkurrenzlos) bedeutet. Vermutlich sind aber in den 799 Pavesi zahlreiche nach dem 1. Weltkrieg ausgemusterte Militär-Zugmaschinen Pavesi-Tolotti enthalten: Schätzt man diese auf 300 – 400 Stück, die 1934 noch liefen, so bleiben etwa 400-500 ab 1920 produzierte P4 oder etwa 30/Jahr, hinzu ca. 20 für den Export (in Italien war die Exportrate immer sehr hoch).
Die ab 1925 in Produktion befindlichen Militärausführungen Pavesi P4-100 wurden alle bei Fiat/SPA gebaut und wurden zahlreich exportiert (Griechenland, Bulgarien, Kolumbien, Venezuela)oder auch in Lizenz im Ausland (Ungarn, Schwerden, Großbritannien) gebaut. Etwa 2.500 insgesamt sind für das italienische Heer produziert worden, dazu etwa 500 Exporte, sodaß insgesamt etwa 3.000 Stück gebaut worden sein dürften.
Mit dem vom P4-100 abgeleiteten Pavesi T(rattore)L(eggero) 31 wurden 3 Artillerieregimenter ausgerüstet: Rechnet man pro Regiment 30 Pavesi TL31, so kommt man einschl. Reservetraktoren auf die hier geschätzten 100 Stück. Die Fahrzeuge bewährten sich nicht und wurden 1936 den Spaniern für ihren Bürgerkrieg überlassen.
Ab 1931 gab es zusätzlich kleine Zugmaschinen unter dem Namen Motomeccanica Ballila(s.dort). Die Produktion unter dem Namen Pavesi lief gegen Ende der Dreißigerjahre aus.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Romeo, Mailand: Ab etwa 1918 fertigte dieser Kraftfahrzeughersteller, der später mit Alfa zusammenging, den Traktor I.H.C. Mogul -angeblich 2.000 Stück- in Lizenz bis etwa 1925 (andere Angabe: 300 Stück 1919-21). Ab 1925(?) wurde ein sehr ähnliches Modell bei der Firma CEMSA in Saronno gebaut. Ende der Fertigung bei CEMSA nicht bekannt, aber wohl irgendwann in der Wirtschaftskrise zwischen 1930 und 1932. Nach der Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 gab es von den CEMSA-Romeo noch 448 Stück, es müssen also einschließlich Exporten mindestens ca. 500 gebaut worden sein. Die gleiche Statistik weist 3.256 I.H.C.-Traktoren aus, ich vermute, daß die Lizenzfertigungen von Romeo hierin eingeschlossen sind.

SAME (Società in Accomandita Motori Endotermici), Treviglio (Bergamo): 1929 und 1931 gab es Prototypen eines Traktors Cassani, die Bestandsaufnahme vom 31.12.1934 weist 14 Stück aus. 1938 wurden angeblich 15 Stück eines weiteren Modells  gefertigt, die aber bei Dozza (TCI) nicht erwähnt sind. Danach erfolgte wohl zunächst keine Produktion bis Kriegsende -oder doch, aber nur kleine Serien, oder jegliche Serienproduktion erst nach Kriegsende, und vorher nur Prototypen und Versuchsfahrzeuge – alles unklar. In der Nachkriegszeit wurde SAME eine der bedeutendsten italienischen Schlepperfirmen.

Savigliano: Schwerindustrie-Konzern. Produktion eines schweren Raupenschleppers mit Lancia-Motor ab 1943. In der Nachkriegszeit weitere Typen von Raupenschleppern..

Vender, Mailand: Raupenschlepper-Herstellung, Beginn der Fertigung unbekannt, vermutlich irgendwann zwischen 1940 und 1943. Produktion eines schweren Raupenschleppers DR-090 (der seinerseits offenbar konstruktiv vom Stalinez-65 beeinflußt war), 1944 hiervon 109 Stück für die Deutsche Wehrmacht. Ob der leichtere Typ SR45 schon vor Kriegsende gefertigt wurde, ist unklar. Gleiches gilt für den schweren Schlepper Vender Destructore. Die häufig zu lesende Behauptung, die Produktion bei Vender habe erst nach 1945 eingesetzt, ist durch die angegebenen Quellen aus dem Bundesarchiv widerlegt.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Militärfahrzeuge:

Diese sind sehr gut durch neue Monographien des Gruppo Modellistico Trentino erfaßt, es ergeben sich diverse Abweichungen zu anderen Publikationen, insbesondere beim leichten Panzer Carro Veloce L3/33 und L3/35, ohne daß deren Ursache geklärt werden könnte:

Gepanzerte Radfahrzeuge, Panzerspähwagen, autoblindati:

Fiat AB 611: Überpanzerter LKW Fiat 611: 2 Prototypen 1935, 46 Serienfahrzeuge 1936
Fiat/SPA AB 39/40: Inklusive Prototyp 27 Stück bis 1941
Fiat/SPA AB 41: 494 Stück für die italienische Armee, dazu 23 für die Deutsche Wehrmacht
Fiat/SPA AB 43: 10 Stück für die italienische Armee, dazu 60 für die Deutsche Wehrmacht
Fiat/SPA AS 42: sehr selten erwähnt! 152 Stück ab 8.1942 bis 1943
Fiat/SPA Autoprotetto S37/TL 37: Überpanzerte Zugmaschine SPA TL 37, 150 Stück
Lancia/Ansaldo Lince: Fast sklavischer Nachbau des Daimler Lynx Scout Car mit Lancia-Motor: 104 Stück

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Kampfpanzer, Carri Armati:

Fiat 2000: Ein 40-Tonnen-Ungetüm, 4 oder 6 Stück von 1917 bis 1919
Fiat Ansaldo 3000: Nachbau des Renault FT 17, 5 Prototypen und 100 Serienfahrzeuge ab 1921. Es sollen 6 Panzer 1927 nach Lettland geliefert worden sein (Quelle: die inzwischen wohl geschlossene Internet-Seite www.fsu.mailer.edu), einer 1928 nach Dänemark, ferner drei nach Äthiopien (www.tanks.encyclopedia): Unklar ist, ob es sich um gebrauchte italienische oder um Neuanfertigungen handelte.
Fiat Ansaldo 3000 B: Modernisierter Fiat 3000, 1930 an die italienische Armee 48 Stück (Benussi), an Ungarn 5 Stück. Andere Quellen (wikipedia GB) nennt 52 Stück: Möglicherweise handelt es sich bei letzteter Angabe um die Lieferungen einschließlich der 5 ungarischen Exemplare, jedoch ohne den 1929/30 gefertigten Prototyp.
Leichte Panzer Carro Veloce CV 29, L3/33, L3/35, L3/38: Vickers-Fiat C.V.29 (CV = Carro Veloce): Lizenzbau der englischen Vickers-Carden-Lloyd-Tankette, 24 Stück 1929, nach Cappellano u. Battistelli, New Vang.191, wurden jedoch 25 in England bestellt und nur 5 davon in Italien montiert.
Fiat Ansaldo CV L3/33: Weiterentwickelter CV 29: 762 Stück 1934-36 nach Tallilo, nach Benussi 5 Vorserien- und 25 Serienfahrzeuge, nach wikipedia –free enc. und tanks encyclopedia ca. 300 Stück, nach wikipedia (deutsch) ca.1400 Stück: Bei der Angabe von Benussi liegt möglicherweise eine Verwechslung mit dem CV 29 vor, die Angaben im Weltnetz sind alle aus dem englischsprachigen Raum, wo man sich infolge Sprachunkenntnis gerne beharrlich weigert, in nicht-englischer Sprache geschriebene Quellen zur Kenntnis zu nehmen, die deutsche Angabe dürfte die CVL3/35 (s.u.) mit umfassen: Mir scheint die Angabe bei Tallilo die realistischste, da sie sich mit den Angaben zum CV L3/35 schlüssig ergänzt.
Fiat Ansaldo CV L3/35: 575 Stück 1936-39 nach Tallilo, nach Benussi ca.2.500 Stück, nach Vang.191 S.18 1.395 Stück incl. L/33, davon im Dez.1938 1.337 bei der ital. Armee vorhanden. die bei Benussi genannte Zahl dürfte CV L3/33 sowie Export-Varianten mit umfassen, die bei Tallilo genannte Zahl ergänzt sich zusammen mit den dort genannten 762 Stück sehr gut zu den in N.Vang.191 genannten 1.337 Stück Ende 1938.
Indessen setzte die italienische Armee den CV.L3/33 auch im Äthiopien-Feldzug 1936 ein, und hier müssen –teils durch Feindeinwirkung, teils auch durch Verschleiß- Verluste eingetreten sein: Den Ende 1938 vorhandenen CV.L3 müssen also erheblich höhere Lieferungen an die italienische Armee vorausgegangen sein.
Fiat-Ansaldo CV L3/33 und L3/35, Export-Varianten: Es soll sich um insgesamt 1.216 Stück gehandelt haben (N.Vang.191 S.18), davon 72 nach Österreich (Spielb. und  tanks enc.), 157 Stück 1936-9 an Spanien (Zaloga New Vanguard 170 S.40), Bulgarien 14 Stück (wikip. brit.), Brasilien 23 oder 24 (N.Vang.191 a.a.O.), China 100 (N.Vang.191 a.a.O. und tanks enc.) Afghanistan unbek. Anz. 1937-39, Irak 16 Stück, Ungarn 104 Stück (N.Vang.191) oder 65 Stück (wiki brit.) oder 151 Stück (N.Vang.199 S.10), Bolivien 14 (wiki brit.), ferner einige nach Griechenland und Albanien (tanks enc.) sowie Jemen (N.Vang.191 a.a.O.: Letztere Angabe ist fraglich, da Jemen damals britisch war und die Briten mit Sicherheit selber keine italienischen Panzer kauften und einen Kauf durch einheimische Stammeshäuptlinge mit Sicherheit verhindert hätten), außerdem ca. 50 nach 1941 an Kroatien. Hierbei müssen die kroatischen gebrauchte italienische gewesen sein, da der Staat erst 1941 gebildet wurde und damals der CV L3/35 bereits nicht mehr neu gefertigt wurde. Nimmt man die Zahlen an die einzelnen Exportländer als richtig an, ergäben sich ca.450 bis 550 Stück zuzüglich einer unbekannten Anzahl an Albanien, Afghanistan und Griechenland: Diese unbekannte Anzahl kann aber kaum mehr als 100 Stück umfaßt haben: Mithin blieben ca. 650 bis 550 Stück offen, deren Exportland nicht bekannt ist. Ob es sich hierbei um diejenige Zahl handelt, die im Abessinien-Feldzug verbraucht wurde? Dafür spräche, daß nach N.Vang.191 S.19 insgesamt 1.031 Stück in den Jahren 1934-36, also während des Abessinien-Feldzuges gefertigt worden sein sollen, was nach den bei Tallilo veröffentlichten Zahlen eigentlich nicht möglich ist. Alles in allem bleibt hier noch manches Rätsel zu klären.
Die Panzer L3 erwiesen sich bereits im Spanischen Bürgerkrieg als den auf republikanischer Seite eingesetzten (russischen) Gegenstücken bezüglich Bewaffnung und Panzerung hoffnungslos unterlegen. Im Juni 1940 bestand noch die Masse der italienischen Panzer aus L 3, die mittlerweile technisch-taktisch völlig überholt und zumindest gegen feindliche Panzer nicht mehr einsetzbar waren.

Leichte Panzer  Carro Leggero L6/40: Fiat-SPA-Ansaldo L6/40: 458 Stück 1941 bis 1944, das Fahrzeug war für jegliche Aufgaben zu leicht gepanzert und zu schwach bewaffnet. 30 Stück wurden später zu Munitionsträgern für die Selbstfahrlafette Semovente.M41 90/53 (s.u.) umgebaut.
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente 47/32: auf das Fahrgestell des L6/40 gesetzte 47 mm-Pak, 440 Stück von Jan.1942 bis 1944, das Fahrzeug entsprach etwa der deutschen  4,7 Pak(t) auf Sfl.Panzer I vom Jahr 1940, war im Einführungsjahr 1942 bereits technisch völlig überholt.

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Mittlere Panzer Carro Medio M11/39, M13/40, M14/41, M15/42:
Fiat-SPA-Ansaldo M 11/39: 100 Stück von 1939 bis 1940, das Fahrzeug zeichnete sich durch seinen Dieselmotor aus (Italien bezog sein Öl zu 100% aus dem Ausland und suchte daher sehr intensiv nach anderen Treibmitteln), hatte ein Laufwerk, das offenbar dem englischen Vickers 6-ton von 1930 entlehnt war, war aber mit seinem Hauptgeschütz in Kassemattlafette technisch-taktisch überholt und zu schwach gepanzert.
Fiat-SPA-Ansaldo M 13/40: wie vor, stärkerer Motor, Hauptgeschütz jetzt im Drehturm, entsprach etwa dem deutschen Panzer 35 (t): 710 Stück von 1940 bis 1941, dazu 30 Carri Commando mit MG 1941 (nach Benussi insgesamt 785 Stück, möglicherweise sind hier Selbstfahrlafetten mitgezählt).

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Carro Medio M13/40

Fiat-SPA-Ansaldo M 14/41: wie vor, Motorleistung verstärkt: 695 Stück von 1941 bis 1942, dazu 49 Carri Commando mit MG 1941 (nach Benussi insgesamt 895 Stück, die zusätzlichen 200 Stück sind möglicherweise entweder Aufträge, die später in M15/42 oder in Semoventi umgewandelt wurden)
Fiat-SPA-Ansaldo M 15/42: statt des wohl zu lahmen Dieselmotors ein Bezinmotor, Panzerung nochmals verstärkt, 248 Stück von 1942 bis 1944, dazu 86 Carri Commando mit MG 1943-45 (nach Benussi insgesamt 112 Stück)

Italien, sonstige und Militärfahrzeuge 1919 – 1945, Tabelle

Selbstfahrlafetten (Semoventi) auf Fahrgestell d. mittleren Panzer M11/39, M13/40, M14/41, M15/42:
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M40 75/18: eine 75mm-Haubitze nach Art des deutschen Sturmgeschützes auf dem Fahrgestell des M13/40: 60 Stück 1940
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M41 75/18: wie vor, auf dem Fahrgestell des M14/41: 162 Stück 1941
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M42 75/18: wie vor, auf dem Fahrgestell des M14/41: 245 Stück 1942-44
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M42 75/34: wie vor, aber mit der längeren Kanone L/34 (ähnlich dem deutschen Sturmgeschütz lang): 141 Stück 1942-44
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M43 75/34: wie vor, aber mit verstärkter Panzerung: 29 Stück 1944-45
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente M43 75/46: wie vor, aber mit der längeren Kanone L/46: 11 Stück 1944-45
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente.M43 105/25: wie vor, aber mit einer 105mm-Haubitze ähnlich der deutschen Sturmhaubitze 42: 121 Stück 1943-44
Fiat-SPA-Ansaldo Semovente.M41 90/53: die 90mm-Flak L/53 auf  dem Fahrgestell des M14/41, ungepanzerter Aufbau: 30 Stück (oder 48?) 1940.

Schwerer Panzer (Carro Pesante) P40: Fiat-SPA-Ansaldo P40: Schwerer Panzer mit allerdings problematischem Dieselmotor, sehr lange Entwicklungszeit, entsprach etwa dem deutschen Panzer IV mit langer Kanone: 104 Stück 1943-44.
Die italienischen Panzer insgesamt litten an einem veralteten Fahrwerk, zu geringer Panzerung, die zudem genietet statt geschweißt war und Verarbeitungsmängel aufwies, und spätestens ab 1942 an zu geringer Feuerkraft des 47mm-Geschützes. Der schwere Panzer P40 wurde nie wirklich frontreif und war 1943 ebenfalls veraltet.