Deutschland, Lastendreiräder 1919 – 45

Allgemeine Gesamtstatistik:

Es gibt Gesamtstatistiken für Dreiräder für die Jahre 1926 bis einschließlich 1941, für die Zeit 1942 bis 1945 ist die Dreiradproduktion der einzelnen Firmen einigermaßen vollständiig dokumentiert. Vor 1926 ist die Dreirad-Gesamtproduktion mehr oder weniger spekulativ. Unklar ist, inwieweit in der Gesamtstatistik auch Dreiräder zur Personenbeförderung erfaßt sind.
Das Dreirad hat gegenüber dem Vierrad den Vorzug, daß es entweder auf einen umständlichen Lenkmechanismus oder ein Differential verzichten kann. Es hat den Nachteil einer schlechteren Straßenlage, was aber vor allem bei niedrigen Gechwindigkeiten nicht so ins Gewicht fällt. So hatte bereits Benz sein erstes Fahrzeug als Dreirad ausgebildet.
Das Dreirad als Kraftfahrzeug ist üblicherweise eine Spielart des Motorrades. Um das Motorrad zur Lastenbeförderung tauglich zu machen, erhält es entweder vor („Vorderlader“) oder hinter dem Fahrersitz („Hinterlader“) eine auf einer Achse ruhende Pritsche. Die mit einem derartigen Vehikel transportierbare Last beträgt selten mehr als 500 kg, das Fahrzeug ist also für Kleinbetriebe und Lieferanten geeignet und beginnt in den Zwanzigerjahren, zu ähnlichen Zwecken gebaute dreirädrige Fahrräder abzulösen.
Da die Motorradproduktion in Deutschland in den Zwanzigerjahren florierte, nahm auch die Dreiradproduktion eine verhältnismäßig bedeutende Stellung ein. Hinzu kommt, daß aufgrund Gesetzes von 1924 auch Dreiradfahrzeuge bis 200 ccm Hubraum führerschein- und steuerfrei waren, was insbesondere, als esmit der Zeit gelang, immer höhere Leistungen aus Motoren herauszuholen, auch derartigen Kleinfahrzeugen seit etwa  Ende der Zwanzigerjahre zu halbwegs brauchbaren Leistungen zu verhelfen. Angesichts der ielzahl der Modelle erschien es angezeigt, Dreiräder in einer gesonderten Tabelle zusammenzufassen, zumal auch die Statistiken Dreiräder in einer gesonderten Tabelle führen.
Die Dreiradproduktion nahm auffällig in der Zeit der Wirtschaftskrise zu, begann aber aber ab etwa 1933 zu stagnieren, stattdessen nahmen vierrädrige Kleinlieferwagen zu. Nach dem Schell-Plan von 1939 sollte nur noch ein Dreirad – das von Tempo- gebaut werden; alle Firmen, die noch Dreiräder produzieren wollten, hatten dieses Dreirad in Lizenz zu bauen: So sollte die Ersatzteilbeschaffung minimiert und die Ressourcen der Wirtschaft voll ausgenutzt werden.
Es gab daneben dreirädrige Kleinwagen zur Personenbeförderung. Sofern derartige Fahrzeuge mehrheitlich oder ausschließlich der Personenbeförderung dienten, sind sie bei „Personenwagen“ aufgeführt. Hierzu gehören im Deutschland der Zwischenkriegszeit als bekannteste Diabolo und Kaiser (Oschersleben), aber auch der Goliath Pionier.
Daneben stellten auch Firmen, deren Schwerpunkt bei der Herstellung von Lastendreirädern lag (z.B. Tempo, Standard), auf Wunsch auch Dreiräder her, die mit einer Fahrgastkabine der Personenbeförderung dienten.
Aufgeführt sind hier nur Lastendreiräder.
Daneben dürften in den 20erjahren von etlichen Kleinstfirmen in irgendwelchen Hinterhöfen und Garagen aus Motorradteilen Dreiräder zusammengebastelt worden und Motorräderr zu Dreirädern umgebaut worden sein. Fraglich ist allerdings, inwieweit diese Kleinstserien bzw. Einzelexemplare überhaupt statistisch erfaßt wurden.

 Literatur: Siehe Deutschland, Einführung. Die beste Zusammenstellung der einzelnen Kleinstfirmen findet sich bei Gebhardt, Deutsche Lieferwagen. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Die einzelnen Marken (Kleinstmarken siehe unten, „Sonstige“):

Alge: Siehe Geißler

Alfi, Berlin:  Nachdem die Firma mit Kleinwagen keinen Erfolg gehabt hatte, Produktion von Lastendreirädern 1927 bis 1928 in unbekannter Stückzahl.

Ansbach: Nur KiD erwähnt einen angeblich von Ansbach 1929/30 gebautes Lastendreirad mit dem Typennamen „Express“. Liegt eine Verwechselung mit dem glreichnamigen Vierrad-LKleinlaster vor? Zweifel bestehen weiterhin, weil der Typ 1929/30 gebaut worden sein soll, während die Fahrzeugfabrik Ansbach1928 bereits den Weg zum Konkursrichter gegangen war: DKW übernahm die Fabrik und richtete dort eine Reparaturwerkstatt ein: Sollte es sich um einen Dreiradlieferwagen mit dem Motor des DKW P15 handeln? Alles unklar.

Ardie, Nürnberg: Die Motorradfabrik stellte von 1925 bis 1928 auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl her. Die Anzahl ist schwer zu schätzen, da das Motorradgeschäft immer Haupteinnahmequelle war. Vielleicht waren es erheblich weniger als geschätzt.

Auto-Union: Siehe DKW

Bauermeister, Berlin: Lastendreiräder von 1924 bis 1930 (oder1925 bis 1927?) in unbekannter Stückzahl.

BMW, Eisenach: Auf der Basis seiner Motorräder baute das Werk von 1932 bis 1934 insgesamt 600 Lastendreiräder mit Motoren von 200 oder 400 ccm.

Cyclon, Berlin: Bau der bereits aus den Vorkriegszeiten bekannten „Cyclonette“ in mehreren Varianten zur Lasten-, aber auch zur Personenbeförderung und teilweise bekannter Stückzahl bis 1923.

Dick, Frankfurt a.M.: Hauptgeschäft war wohl eine Autoreparaturwerkstatt. Produktion von Lastendreirädern ab 1925 in ganz geringer Anzahl bis 1939, dann setzte der Kriegsausbruch dem Unternehmen ein Ende. Üblicherweise waren es jährlich etwa zwei Stück, in manchen Jahren scheinen es mehr gewesen zu sein, wie einzelne Quellen andeuten. Dick ist das Paradebeispiel für die Tatsache, daß eine Firma sich auch bei Fertigung nur geringer jährlicher Stückzahlen über Jahrzehnte halten kann, wenn nur die Auftragslage gleich bleibt.

Deutsche Industrie-Werke/DIW, Spandau: Neben Motorrädern und einem Kleinwagen Fertigung von Lastendreirädern 1926 bis 1932 in unbekannter Anzahl.

DKW, Zschopau: Etwa gleichzeitig mit der Herstellung von Motorrädern begann die Fertigung von Lastendreirädern, wurde aber ab 1927 in die ebenfalls zu DKW gehörenden Frankenberger Motorenwerke (Framo, s.d.) ausgelagert.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

EMW, Leipzig: Lastendreiräder von 1926 bis 1929 (oder 1930?). Viele können es nicht gewesen sein: Die Erzeugungsstätte, die heute mit einem Mehrfamilienhaus bebaut ist, hat Fläche allenfalls für eine größere Garage und den einen oder anderen Schuppen im Hof.

Framo, Hainichen: Weiterführung der DKW-Lastendreiräder-Produktion ab 1927, Deutschlands drittgrößter Dreiraderzeuger der Zwischenkriegszeit (hinter Tempo und Goliath). In geringem Umfang auch PKW-Bau. Dreiraderzeugung 1939 eingestellt, seither nur noch Vierrad-Lieferwagen. Die Jahresproduktion der einzelnen Modelle ist anhand der Chassisnummern gut dokumentiert.

Freund: Siehe Wendax

Geier, Lengerich i.W.: Herstellung von Lastendreirad-Mopeds ab 1932. Stückzahlen sind im Bundesarchiv ab 1937 überliefert. Bei der Schätzung der Stückzahlen bin ich davon ausgegangen, daß ein Export nicht stattfand, daher die hergestellten Fahrzeuge in etwa den zugelassenen entsprachen

Geißler, Leipzig-Knauthain: Motorradhersteller, der ab 1927 bis 1930 (oder 1932?) auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl herstellte. Umfang sehr schwer zu schätzen, weil der Schwerpunkt wohl immer bei der Motorradherstellung lag.

Goliath, Bremen: Lasten-Dreiräder seit 1924, Deutschlands zweitgrößter Dreirad-Hersteller (hinter Tempo). Neben Lastendreirädern auch solche zur Personenbeförderung (Goliath Pionier).  Dreiradproduktion lief aufgrund des Schell-Plans 1939 aus, 1946 aber wieder begonnen. Ab 1927/8 durch Chassisnummern die Jahresproduktion gut dokumentiert, davor von mir geschätzt.

Gutbrod/Standard, Stuttgart-Feuerbach: Produktion von Dreirädern und Kleinlieferwagen ab 1932, in geringem Umfang auch PKW. Ab 1939 wurde nach den Vorgaben des Schell-Plans statt eines eigenen Modells der Tempo A400 in relativ großen Stückzahlen in Lizenz hergestellt. Die Stückzahlen sind durch diverse Quellen relativ gut dokumentiert.

Imperia, Bad Godesberg: Die Motorradfabrik stellte von 1927 bis 1929 auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl her. Viele werden es nicht gewesen sein, sonst wäre die Produktion nicht nach zwei Jahren wieder aufgegeben worden.
Außerdem wurden 1932/3 insgesamt 146 DKW-Motoren an Imperia zum Einbau in Lastendreiräder geliefert, ohne daß sich aus dem Schrifttum ergäbe, in welches Modell diese Motoren eingebaut wurden.

Luther & Heyer, Berlin: Produktion von Lastendreirädern von 1933 bis 1939 in drei Motorvarianten. Jährliche Gesamtstückzahl ist überliefert.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Magnet, Berlin: Hauptsächlich Bootsmotorenbau. Daneben Bau von Lastendreirädern seit der Vorkriegszeit bis 1925. Zahlreiche Modelle, die ich wahrscheinlich nicht alle erfaßt habe. Üblicherweise eigene Motoren. Gebaute Stückzahlen unbekannt und lediglich geschätzt: Die Marke hielt sich immerhin über ein Jahrzehnt, und Berlin bot einen guten lokalen Markt. Möglicherweise war die Produktion höher (ähnlich Cyclon?), beide Firmen haben in ihrer Vita Parallelen.

Mammut, Nürnberg: Herstellung von Motorrädern 1924 bis 1933, von Lastendreirädern in unbekannter Anzahl 1925 bis 1929. Die Anzahl scheint nicht groß gewesen zu sein, sonst hätte man den Bau nicht 1929 wieder aufgegeben. Möglicherweise habe ich zu hoch geschätzt.

Manderbach, Wissenbach / Dill: Herstellung von Lasten-Dreirädern ab 1928, später auch Vierrad-Lieferwagen. Die Chassisnummern sind nur anfänglich für einzelne Jahre überliefert, und grundsätzlich für alle in einem Jahr (oder längeren Zeitabschnitt) gebauten Typen. Ab 1935 helfen vom statistischen Reichsamt veröffentlichte Zulassings- und später auch Produktionszahlen bei der Schätzung des Umfanges der jährlichen Produktion. Bei der Verteilung der Typen fälltt auf, daß ab 1935 die Fahrzeuge mit 200ccm-Motor stark überwiegen, ich habe dies daher auch für die Zeit davor angenommen.

Merkur, Quickborn / Holstein: Fertigung von Lasten-Dreirädern 1929 bis 1939 in unbekannter geringer Anzahl, 1933 waren es 6 Stück. Hierauf beruhen meine Schätzungen, wobei ich für die Zeit 1930-32 (Dreirad-Boom)eine etwas höhere Zahl angenommen habe. Auffällig ist die Vielzahl der Modelle sowie die Tatsache, daß alle Motoren in Eigenregie hergestellt wurden.

Motrix: Siehe Rollfix

Nestoria, Nürnberg: Produktion von Motorrädern ab 1922, Lastendreiräder 1929 bis 1933 in unbekannter Anzahl.

Ostner, Brand-Erbisdorf: Produktion von Lastendreirädern ab 1932 (oder schon 1928?), Anzahl ab 1933 durch die Quellen aus dem Bundesarchiv einigermaßen erschließbar. Einstellung der Produktion kriegsbedingt 1941, nach Kriegsende Vertreibung aus der Sowjetzone und Neubeginn in Sulzbach-Rosenberg in Bayern mit Vierrad-Transportern.

Phänomen, Zittau: Herstellung des „Phänomenobil“, eines Personen- oder Lastendreirades bis 1926. Anzahl überliefert, jedoch getrennt nach Geschäftsjahren (1.10. bis 30.9.), ich habe dem Rechnung getragen, indem ich von jedem Jahrgang ¾ der produzierten Dreiräder genommen,  vom Folgejahr ¼ hinzugezählt und so die Jahresproduktion geschätzt habe. Ab 1927 nur noch Herstellung von Vierradtransportern.

Petri & Lehr, Dietzenbach: Fertigung von Dreirädern für Versehrte seit etwa 1935(?) in unbekannter Anzahl, die anhand der Zulassungszahlen bis 1940 einigermaßen schätzbar ist, danach kurzzeitig ansteigt, seit 1943 jedoch nicht mehr nachweisbar ist.

Phoenix, Bielefeld: Produktion von kleinen Lastendreirädern ab 1935 in unbekannter Anzahl. Falsch ist, daß die Produktion bereits 1939 endete, sie ist anhand der Akten des Bundesarchivs noch 1944 nachweisbar.

Rollfix, Hamburg: Herstellung von Lastendreirädern 1927 bis 1936 in unbekannter Anzahl. Auffällig sind die im Vergleich zur Leistung recht hohen Nutzlasten. Für die Jahre 1933 bis 1937 existieren Zulassungszahlen, sodaß eine ungefähre Schätzung der Produktion möglich ist. Bei der Verteilung auf die einzelnen Typen habe ich unterstellt, daß –ähnlich wie bei Tempo- die Dreiräder mit bis zu 250 ccm Hubraum am meisten gebaut wurden, gefolgt von denen mit bis zu 400 ccm.

RWN (Rudolf Weide Nordhausen) : Siehe Weide

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Schivelbusch: Siehe EMW

Schmidt: Siehe Merkur

Standard: Siehe Gutbrod

Steigboy, Leipzig: Produktion von Lastendreirädern 1926 oder 1927 bis 1930 in unbekannter Anzahl. Die Schätzungen sind möglicherweise –insbes. für 1929- zu hoch.

Stobernack, Hamburg-Wandsbek: Herstellung von Lastendreirädern unter dem Namen „Motrix“ 1936 bis 1937. Die Anzahl läßt sich durch die überlieferten Zulassungszahlen einigermaßen abschätzen, sofern man keinerlei Export unterstellt.

Tempo, Hamburg-Harburg: Größter deutscher Dreiradhersteller. Fertigung von Lastendreirädern ab 1928. Fertigungszahlen der einzelnen Typen wie auch die Gesamtjahresproduktion bei Schumann, Tempo-Chronik wie auch durch den entsprechenden Veteranen-Club überliefert, diese decken sich auch in vielen Punkten mit den Chassisnummernfolgen bei KiD, indessen stecken die Tücken im Detail:
– Wenn die Gesamtzahl der 1933 gebauten Tempo-Dreiräder stimmen soll, muß die Anzahl der gebauten F6 um etwa 1000 niedriger sein, als sich aus den Chassisnummern (20000 – 22256) errechnet, dito 1934 um 2000 niedriger, als sich aus der Chassisnummernfolge (22257 – 26100) errechnet, es können also nur etwa 3.100 statt 6.100 Tempo F6 gebaut worden sein.
– Schumann zählt bei den Typen F14 bzw. D400 788 Stück doppelt, 300 Stück zum Typ D400 statt (richtig) zum F14.
– Schumann und www.tempo zählen 9.600  Tempo E200 und 6.294 Tempo A 200, hierbei werden die Chassisnummern 269886 – 272.600 doppelt gezählt, also insgesamt 2.715 Stück zu viel.
– Da möglicherweise der Vierradtyp A 600 bis 1943 in erheblichen Stückzahlen weitergebaut wurde, ist die Anzahl der zwischen 1940 und 1943 gebauten Dreiräder Tempo A400 spekulativ.

Universelle, Dresden: Herstellung kleiner Lastendreiräder von 1925 bis 1929 in unbekannter Stückzahl. Meine Schätzungen sind möglicherweise zu niedrig.

Victoria, Nürnberg: Die Motorradfabrik produzierte auch Lastendreiräder 1925 bis 1936 in unbekannter Anzahl. Aus den in den Dreißigerjahren überlieferten Zulassungszahlen kann ungefähr eine jährlich produzierte Anzahl erschlossen werden. Gleichwohl bleiben viele Detailfragen derzeit noch offen.

Vosteen, Bremen: Eine Firma, die Motorräder baute und im Schrifttum nirgendwo erwähnt wird. Aufgrund der Auskunft des Besitzers eines Vosteen-Motorrades war Sitz der Firma in Bremen. Herstellung von Lastendreirädern zumindest 1935 bis 1939 aufgrund der Zulassungszahlen nachgewiesen. Ansonsten alles unklar.

Weide, Nordhausen: Fertigung von Personen- und Lastendreirädern 1925 (oder 1926?) bis 1933 in unbekannter Anzahl. Bei Schätzung der Produktion bin ich davon ausgegangen, daß sie einigen Umfang gehabt haben muß, sonst wäre sie nicht über immerhin 8 Jahre fortgeführt worden. Bei der Verteilung auf die einzelnen Typen habe ich unterstellt, daß –ähnlich wie bei Tempo- die Dreiräder mit kleinem Hubraum mehr produziert wurden als die mit größerem Hubraum.

Weise, Berlin: Produktion eines „Expreßdreirades“ in mehreren Motorvarianten 1929 bis 1939 in meist bekannter (geringer) Anzahl.

Wendax/Freund, Hamburg: Herstellung von Lastendreirädern seit 1933 bis 1938/9 in bekannter (geringer) Anzahl, dann setzte wohl der Schell-Plan ein vorläufiges Ende. Erneute Kraftfahrzeugproduktion kurzzeitig nach 1945.

Wittler, Bielefeld: Fertigung von Lastendreirädern 1935 bis 1939 in unbekannter Anzahl, die Stückzahl kann ab 1935 anhand der überlieferten Zulassungszahlen einigermaßen geschätzt werden.

Würdig: Auch ein ganz dunkles Kapitel, nicht einmal der Sitz der Firma läßt sich genau lokalisieren: Lepizig, Bad Düben oder ein dritter Ort? Produktion von Lastendreirädern unbekannten Typs sicher von 1935 bis 1937, möglicherweise bereits seit 1927 in unbekannter Anzahl, die anhand der überlieferten Zulassungszahlen ab 1935 halbwegs verläßlich geschätzt werden kann, sofern man keinerlei Export unterstellt.

Zündapp, Nürnberg: Die Motorradfabrik stellte Lastendreirädern seit 1926 oder erst 1933  bis 1935 in unbekannter Anzahl her. Ich bestreite eine Fertigung noch 1935, da in diesem Jahr die überlieferten Zulassungszahlen keine Zündapp-Dreiräder verzeichnen.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Sonstige Kleinfirmen:
Hier sind in alphabetischer Reihenfolge die Firmen zusammengefaßt, die–soweit bekannt- lediglich einen Typ kurzzeitig bauten. Alle Zahlen sind Schätzungen, wobei ich, je länger die Produktion dauerte, umso höher die Jahresproduktion geschätzt habe. Daß dies ein Trugschluß sein kann, zeigt die Firma Dick, die über etwa 15 Jahre jährlich etwa zwei Dreiräder produzierte und gleichwohl reussierte.

Acezet, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern 1922 bis 1926 in unbekannter Stückzahl, Haptabnehmer soll die Post gewesen sein.

ADE, Waltershausen:  Produktion von Lastendreirädern mit verschiedenen Motoren 1932 bis 1933 in unbekannter Stückzahl.

Alba, Stettin:  Motorradhersteller. Herstellung eines „Gepäckdreirades 1922 bis 1927 (oder nur 1924?) in unbekannter Stückzahl.

Andrees, Düsseldorf:  Motorradbau. Produktion eines „Transportdreirades 1925 bis 1927 oder 1928 in unbekannter Stückzahl, technische Daten nicht genannt.

Argeo, Berlin:  Neben Motorrädern Produktion eines „Transportdreirades“ 1924 bis 1927 in unbekannter Stückzahl, auch mit PKW_Aufbau, nur lokale Verbreitung.

Aufbau, Bremen:  Lizenzproduktion des Borgward/Goliath Blitzkarrens 1925 bis 1928 in unbekannter Stückzahl.

Bekamo, Berlin:  Motorradfabrik. Produktion eines „Transportdreirades“ 1926 bis 1928 in unbekannter Stückzahl.

Bernhardt, Berlin:  Motorradhersteller, der unter dem Namen MABECO auch  Lastendreiräder 1925 bis 1926 in unbekannter Stückzahl baute.

Blitz, Berlin:  Produktion eines „Lieferkarren“ 1926 in unbekannter Stückzahl.

Böhme, Berlin:  Neben Motorrädern Produktion eines „Lastenrenner“ 1925 bis 1930 in unbekannter Stückzahl, das Fahrzeug war relativ teuerund wird daher wohl nur in geringen Stückzahlen gebaut worden sein.

Bully, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern 1933, entweder nur Prototyp oder ganz bescheidene Stückzahl, technische Daten im wesentlichen unbekannt.

Cockmobil, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern 1924 in unbekannter geringer Stückzahl, technische Daten im wesentlichen unbekannt..

Diabolo, Bruchsal:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Diana, München:  Produktion von Lastendreirädern 1922 bis 1923 in unbekannter Stückzahl, technische Daten unbekannt.

Eichler & Bachmann (Eibach), Berlin:  Leichtmotorradbau. Herstellung von Lastendreirädern ab 1921 oder 1924 bis 1925 oder 1926 in unbekannter Stückzahl.

Festenberg, Hamburg:  Produktion von Lastendreirädern 1926 bis 1930 in unbekannter wohl geringer Stückzahl, technische Daten unbekannt.

Görke (Göhrke?), Leipzig:  Produktion von 10 Lastendreirädern 1922, technische Daten unbekannt.

HeLo (Herrmann & Lommatzsch), Berlin:  Neben Leichtmotorrädern Produktion eines Leichtkraftrades 1923 bis 1924 in unbekannter Stückzahl.

Induhag, Düsseldorf:  Produktion von Lastendreirädern 1922 in unbekannter Stückzahl, technische Daten unbekannt.

Landgrebe, Dresden:  Produktion von Lastendreirädern 1921 bis 1924 in unbekannter Stückzahl, technische Daten unbekannt.

Knöllner, Ravensbrück:  Produktion von Lastendreirädern mit Namen Carolette 1924  in unbekannter Stückzahl, technische Daten im wesentlichen unbekannt.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Lenz, ?:  Produktion von Lastendreirädern 1926  in unbekannter Stückzahl, Produktionsort und technische Daten unbekannt.

Lesshaft, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern 1925 bis 1926 in unbekannter Stückzahl.

Levering, Hamburg/Leipzig:  Produktion von Lastendreirädern mit Namen „Tritomobil“ 1926 bis 1927 in unbekannter Stückzahl.

Liebawa, Hamburg:  Produktion von Lastendreirädern 1930 in unbekannter Stückzahl.

Mabeco:  siehe Bernhardt

Märkische  Kraftfahrzeug-Fabrik:  siehe Knöllner

Maschinen-Motoren-Gesellschaft, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern namens Transportette 1926 in unbekannter Stückzahl.

Mayr, München:  Produktion von Lieferwagen 1933 in unbekannter Stückzahl.

MGH (Maschinen-Gesellschaft Heilbronn):  Lokomotivenbau. Produktion eines „Dreirad-Kleintransporter“ ca.1930  in unbekannter Stückzahl, technische Daten unbekannt.

Monos, Berlin-Lichtenberg:  Produktion von Lieferdreirädern 1928 bis 1929 oder 1930 in unbekannter Stückzahl.

Netzschkauer:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Oberwetter:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Onnasch:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

PeKa/Kneschke:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Per, Zwickau:  Produktion von Transportdreirädern 1925 bis 1926 (oder nur 1924?) in unbekannter Stückzahl.

Rinnenberger, Hamburg:  Produktion von Lastendreirädern mit dem Namen Komet, mehrere Typen mit unbekannten Daten 1928 bis 1929 in unbekannter Stückzahl.

Scharrer & Groß, Nürnberg:  Motorenbau, ab 1926 Motorräder und Produktion von Lastendreirädern mit dem Namen Velox  bis 1931 (oder 1932?), mehrere Typen  in unbekannter Stückzahl.

Schmitz, ?:  In der Zulassungsstatitik 1939 tauchen 6 Stück dieser Marke, Hubraum über 250 ccm, auf. Alles weitere unbekannt.

Schüttoff, Chemnitz:  Motorräder ab 1924, Produktion von Lastendreirädern 1928 bis 1930, meist für die Post, in unbekannter Stückzahl.

Schwabenthau, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern mit Namen „Transportette“ 1925 bis 1926 in unbekannter Stückzahl.

Solomobil, Berlin:  Produktion von Lastendreirädern 1921 bis 1922 in unbekannter Stückzahl mit meist unbekannten Daten, daneben auch Vierrad-Kleinlieferwagen.

Stock, Leipzig:  Motorräder. Produktion von Dreiradlieferwagenn 1932 bis 1933 in unbekannter Stückzahl, Daten im wesentlichen unbekannt.

Tamag, Krefeld:  Produktion von Lastendreirädern 1933 in unbekannter Stückzahl, möglicherweise nur ein Prototyp, Daten im wesentlichen unbekannt.

Theis, Berlin-Charlottenburg:  Produktion von Lastendreirädern 1933 in unbekannter Stückzahl, möglicherweise nur ein Prototyp, Daten im wesentlichen unbekannt.

Tourist, BerlinTempelhof:  Produktion von Lastendreirädern 1911 bis 1920 in unbekannter Stückzahl.

Vögele, ?: In der Zulassungsstatitik 1939 tauchen 20 Stück dieser Marke, Hubraum über 250 ccm, auf. Alles weitere unbekannt.

Walmobil, Leipzig und Dresden:  Werkzeugmaschinenbau. Daneben Produktion von Lastendreirädern (auch zur Personenbeförderung) 1919 bis 1921 in unbekannter Stückzahl.

Weiss, München:  Produktion von Lastendreirädern 1931 in unbekannter Stückzahl.

Wesnigk:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Zetge, Görlitz bzw. Moys:  Motorradbau. Produktion von Lastendreirädern mit Namen Zetgelette 1922 oder 1923 bis 1924 in unbekannter Stückzahl mit unbekannten Daten.

Zimmer & Gehrlich, Dresden:  Produktion von Lastendreirädern unter dem Namen Zegemo 1924 bis 1925 oder 1926, mehrere Typen in unbekannter Stückzahl.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle