Deutschland, Lastendreiräder 1919 – 45

Allgemeine Gesamtstatistik:

Es gibt Gesamtstatistiken für Dreiräder für die Jahre 1926 bis einschließlich 1941, für die Zeit 1942 bis 1945 ist die Dreiradproduktion der einzelnen Firmen einigermaßen vollständiig dokumentiert. Vor 1926 ist die Dreirad-Gesamtproduktion mehr oder weniger spekulativ. Unklar ist, inwieweit in der Gesamtstatistik auch Dreiräder zur Personenbeförderung erfaßt sind.
Das Dreirad hat gegenüber dem Vierrad den Vorzug, daß es entweder auf einen umständlichen Lenkmechanismus oder ein Differential verzichten kann. Es hat den Nachteil einer schlechteren Straßenlage, was aber vor allem bei niedrigen Gechwindigkeiten nicht so ins Gewicht fällt. So hatte bereits Benz sein erstes Fahrzeug als Dreirad ausgebildet.
Das Dreirad als Kraftfahrzeug ist üblicherweise eine Spielart des Motorrades. Um das Motorrad zur Lastenbeförderung tauglich zu machen, erhält es entweder vor („Vorderlader“) oder hinter dem Fahrersitz („Hinterlader“) eine auf einer Achse ruhende Pritsche. Die mit einem derartigen Vehikel transportierbare Last beträgt selten mehr als 500 kg, das Fahrzeug ist also für Kleinbetriebe und Lieferanten geeignet und beginnt in den Zwanzigerjahren, zu ähnlichen Zwecken gebaute dreirädrige Fahrräder abzulösen.
Da die Motorradproduktion in Deutschland ab den Zwanzigerjahren florierte, nahm auch die Dreiradproduktion eine verhältnismäßig bedeutende Stellung ein. Hinzu kommt, daß aufgrund Gesetzes von 1924 auch Dreiradfahrzeuge bis 200 ccm Hubraum führerschein- und steuerfrei waren. Als es mit der Zeit gelang, immer höhere Leistungen aus Motoren herauszuholen, konnten auch derartigen Kleinfahrzeuge seit etwa  Ende der Zwanzigerjahre mit halbwegs brauchbaren Leistungen aufwarten. Angesichts der Vielzahl der Modelle erschien es angezeigt, Dreiräder in einer gesonderten Tabelle zusammenzufassen, zumal auch die Statistiken Dreiräder in einer gesonderten Tabelle führen.
Die Dreiradproduktion nahm auffällig in der Zeit der Wirtschaftskrise zu, begann aber aber ab etwa 1933 zu stagnieren. Nach dem Schell-Plan von 1939 sollte nur noch ein Dreirad – das von Tempo- gebaut werden; alle Firmen, die noch Dreiräder produzieren wollten, hatten dieses Dreirad in Lizenz zu bauen: So sollte die Ersatzteilbeschaffung minimiert und die Ressourcen der Wirtschaft voll ausgenutzt werden.
Es gab daneben dreirädrige Kleinwagen zur Personenbeförderung, die aber stückzahlenmäßig nie eine Rolle spielten. Sofern derartige Fahrzeuge mehrheitlich oder ausschließlich der Personenbeförderung dienten, sind sie bei „Personenwagen“ aufgeführt. Hierzu gehören im Deutschland der Zwischenkriegszeit als bekannteste Diabolo und Kaiser (Oschersleben), aber auch der Goliath Pionier.
Daneben stellten auch Firmen, deren Schwerpunkt bei der Herstellung von Lastendreirädern lag (z.B. Tempo, Standard), auf Wunsch auch Dreiräder her, die mit einer Fahrgastkabine der Personenbeförderung dienten.
Aufgeführt sind in dieser Tabelle nur Lastendreiräder.
Daneben dürften in den 20erjahren von etlichen Kleinstfirmen in irgendwelchen Hinterhöfen und Garagen aus Motorradteilen Dreiräder zusammengebastelt worden und Motorräderr zu Dreirädern umgebaut worden sein. Fraglich ist allerdings, inwieweit diese Kleinstserien bzw. Einzelexemplare überhaupt statistisch erfaßt wurden.

Generelle Übersicht:
Den Markt beherrschten zunächst die noch aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bekannten Marken Phänomen und Cyclon, beide gaben 1924/5 den Dreiradbau auf. Stattdessen kamen als neue Marktführer Goliath, Tempo und Framo, wobei Goliath und Tempo jeweils etwa 1/3 aller in Deutschland hergestellten Dreiräder baute, Framo etwa 1/6. Das restliche Sechstel teilten sich alle übrigen sonst noch bestehenden jeweils etwa 20 Firmen, deren jährlich gebaute Stückzsahl kaum nennenswert gewesen sein kann: Es errechnen sich in den Zwanzigerjahren im Schnitt etwa 5-10 Stück, in den Dreißigerjahren ca.50 Stück/Jahr je Firma: Es stellt sich daher die Frage, ob viele der Firmen -deren Existenz sich meist nur aufgrund von werbenden Anzeigen in Fachzeitschriften nachweisen läßt- überhaupt je Fahrzeuge gefertigt haben, oder ob nicht das Vorhaben im Projekt- bzw. Prototypen-Stadium steckenblieb.

 Literatur:
Gebhardt, Wolfgang H:
Deutsche Lieferwagen, Alle Marken und Modelle bis 1,5 Tonnen seit 1896, Stuttgart 1998 (Gebh.Lief.)
Metternich, Michael Graf Wolff v.: 100 Jahre auf 3 Rädern, Deutsche Dreispurfahrzeuge im Wsndel der Zeiten, München 1992 (M3R)
Lipp, Hans: Kraftfahrzeuge in Deutschland 1930-40, Baujahre und Chassisnummern, München 2017 (KiD)

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Die einzelnen Marken:

Acezet, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1922 bis 1926.

ADE, Waltershausen: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1932 bis 1933.

Alba, Stettin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1926.

Albrecht, Berlin: Dreirädrige Versehrtenfahrzeuge („Krankenfahrstühle“) in unbekannter Stückzahl 1929 bis maximal 1938.

Alfi, Berlin:  Nachdem die Firma mit Kleinwagen keinen Erfolg gehabt hatte, Produktion von Lastendreirädern 1927 bis 1928 in unbekannter Stückzahl.

Alge: Siehe Geißler

Andrees, Düssldorf: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1928 oder 1924 bis 1927.

Ansbach: Nur KiD erwähnt einen angeblich von Ansbach 1929/30 gebautes Lastendreirad mit dem Typennamen „Express“. Liegt eine Verwechselung mit dem glreichnamigen Vierrad-Kleinlaster vor? Zweifel bestehen weiterhin, weil der Typ 1929/30 gebaut worden sein soll, während die Fahrzeugfabrik Ansbach 1928 bereits den Weg zum Konkursrichter gegangen war: DKW übernahm die Fabrik und richtete dort eine Reparaturwerkstatt ein: Sollte es sich um einen Dreiradlieferwagen mit dem Motor des DKW P15 handeln? Alles unklar.

Ardie, Nürnberg: Die Motorradfabrik stellte von 1925 bis 1928 auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl her.

Argeo, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924 bis 1927 oder 1925 bis 1929.

Aufbau, Bremen: In unbekannter Zahl Lizenzbau des Borgward Blitzkarren 1925 bis 1928.

Auto-Union: Siehe DKW

Bauermeister, Berlin: Lastendreiräder von 1924 bis 1930 (oder1925 bis 1927?) in unbekannter Stückzahl.

Bekamo, Berlin: Motorräder seit 1922, Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924 bis 1926 oder 1926 bis 1928.

Bernhardt, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1926.

Blitz, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926.

BMW, Eisenach: Auf der Basis seiner Motorräder baute das Werk von 1932 bis 1934 insgesamt 600 Lastendreiräder mit Motoren von 200 oder 400 ccm.

Böhme, Berlin: als sehr teuer bezeivchnete Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1930.

Bully, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1923 bis 1934, vielleicht auch nur 1933 ein Prototyp..

Busse, Magdeburg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl ca. 1925.

Carolette: Siehe Knollner

Cockmobil, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924.

Cyclon, Berlin: Bau der bereits aus den Vorkriegszeiten bekannten „Cyclonette“ in mehreren Varianten zur Lasten-, aber auch zur Personenbeförderung und teilweise bekannter Stückzahl bis 1923.

Dick, Frankfurt a.M.: Hauptgeschäft war wohl eine Autoreparaturwerkstatt. Daneben Produktion von Lastendreirädern ab 1925 in ganz geringer Anzahl bis 1939, dann setzte der Kriegsausbruch dem Unternehmen ein Ende. Üblicherweise waren es jährlich etwa zwei Stück, in manchen Jahren scheinen es mehr gewesen zu sein, wie einzelne Quellen andeuten. Dick ist das Paradebeispiel für die Tatsache, daß eine Firma sich auch bei Fertigung nur geringer jährlicher Stückzahlen über Jahrzehnte halten kann, wenn nur die Auftragslage gleich bleibt.

Deutsche Industrie-Werke/DIW, Spandau: Neben Motorrädern und einem Kleinwagen Fertigung von Lastendreirädern 1926 bis 1932 in unbekannter Anzahl.

DKW, Zschopau: Etwa gleichzeitig mit der Herstellung von Motorrädern begann die Fertigung von Lastendreirädern, wurde aber ab 1927 in die ebenfalls zu DKW gehörenden Frankenberger Motorenwerke (Framo, s.d.) ausgelagert.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Diabolo: Dreirad nur zur Personenbeförderung, siehe PKW

Diana, München: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1922 bis 1923.

Dromos, Leipzig: Lastendreiräder des Typs „Kavalier“ in unbekannter geringer Stückzahl 1933 bis 1934.

EBS: Siehe Bauermeister

Eichler & Bachmann, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924 bis 1925 oder 1926.

EMW, Leipzig: Lastendreiräder von 1926 bis 1929 (oder 1930?). Viele können es nicht gewesen sein: Die Erzeugungsstätte, die heute mit einem Mehrfamilienhaus bebaut ist, hat Fläche allenfalls für eine größere Garage und den einen oder anderen Schuppen im Hof.

Express, Neumarkt Opf.: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926.

FA: Siehe Albrecht

Faun, Nürnberg: Ab 1928 dreirädrige Kehrmaschinen, zunächst mit 250ccm-DKW-Motor, später mit erheblich stärkeren Motoren in unbekannter Azahl.

Ferbedo, Nürnbergn: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1923 bis 1924.

Festenberg, Hamburg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1930.

FLH: Siehe Luther & Heyer

Flottweg, München: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1921 bis 1927.

Framo, Hainichen: Weiterführung der DKW-Lastendreiräder-Produktion ab 1927, Deutschlands drittgrößter Dreiraderzeuger der Zwischenkriegszeit (hinter Tempo und Goliath). In geringem Umfang auch PKW-Bau. Dreiraderzeugung 1939 eingestellt, seither nur noch Vierrad-Lieferwagen. Die Jahresproduktion der einzelnen Modelle ist anhand der Chassisnummern gut dokumentiert.

Freund: Siehe Wendax

Geier, Lengerich i.W.: Herstellung von Lastendreirad-Mopeds ab 1932 bis 1953. Stückzahlen sind im Bundesarchiv ab 1937 überliefert. Bei der Schätzung der Stückzahlen bin ich davon ausgegangen, daß ein Export nicht stattfand, daher die hergestellten Fahrzeuge in etwa den zugelassenen entsprachen

Geißler, Leipzig-Knauthain: Motorradhersteller, der ab 1927 bis 1930 (oder 1932?) auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl herstellte. Umfang sehr schwer zu schätzen, weil der Schwerpunkt wohl immer bei der Motorradherstellung lag.

Ge-Ma-Hi, Magdeburg: leichte Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924 bis 1925.

Görke, Leipzig: 10 Lastendreiräder 1922.

Goliath, Bremen: Lasten-Dreiräder seit 1924, Deutschlands zweitgrößter Dreirad-Hersteller (hinter Tempo). Neben Lastendreirädern auch solche zur Personenbeförderung (Goliath Pionier).  Dreiradproduktion lief aufgrund des Schell-Plans 1939 aus, 1946 aber wieder begonnen. Ab 1927/8 durch Chassisnummern die Jahresproduktion gut dokumentiert, davor von mir geschätzt.

Gutbrod/Standard, Stuttgart-Feuerbach: Produktion von Dreirädern und Kleinlieferwagen ab 1932, in geringem Umfang auch PKW. Ab 1939 wurde nach den Vorgaben des Schell-Plans statt eines eigenen Modells der Tempo A400 in relativ großen Stückzahlen in Lizenz hergestellt. Die Stückzahlen sind durch diverse Quellen relativ gut dokumentiert.

Hanseat, Hamburg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1927.

HeLo, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1923bis 1924.

Huy, Dresden: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1929.

Imperia, Bad Godesberg: Die Motorradfabrik stellte von 1927 bis 1929 auch Lastendreiräder in unbekannter Anzahl her. Viele werden es nicht gewesen sein, sonst wäre die Produktion nicht nach zwei Jahren wieder aufgegeben worden.

Induhag, Düsseldorf: Herstellung euines dreirädrigen Kleinautos -auch mit Elektromotor-  in unbekannter Stückzahl 1921 bis 1922 oder 1922 bis 1924.

Knöllner, Ravensbrück: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1924 oder 1924 bis 1925.

Komet /Kondor: Siehe Rinnerberger

KoWu, Hamburg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1929.

Landgrebe, Dresden: 10 Lastendreiräder 1921.

Lenz: Herstellung von Lastendreirädern an unbekanntem Ort in unbekannter Stückzahl 1926.

Lesshaft, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1926.

Levering, Hamburg, später Leipzig: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1927.

Liwaba (Lieferwagen-Bau-Ges.), Hamburg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1930 bis 1931.

Luther & Heyer, Berlin: Das seit 1924 in der Kraftfahrzeugbranche tätige Unternehmen produzierte Lastendreiräder von 1933 bis 1939 in drei Motorvarianten. Die (geringe) jährliche Gesamtstückzahl ist überliefert.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Magnet, Berlin: Hauptsächlich Bootsmotorenbau. Daneben Bau von Lastendreirädern seit der Vorkriegszeit bis 1925. Zahlreiche Modelle, die ich wahrscheinlich nicht alle erfaßt habe. Üblicherweise eigene Motoren. Gebaute Stückzahlen unbekannt und lediglich geschätzt: Die Marke hielt sich immerhin über ein Jahrzehnt, und Berlin bot einen guten lokalen Markt. Möglicherweise war die Produktion höher (ähnlich Cyclon?), beide Firmen haben in ihrer Vita Parallelen.

Mammut, Nürnberg: Herstellung von Motorrädern 1924 bis 1933, von Lastendreirädern in unbekannter Anzahl 1925 bis 1929. Die Anzahl scheint nicht groß gewesen zu sein, sonst hätte man den Bau nicht 1929 wieder aufgegeben. Möglicherweise habe ich zu hoch geschätzt.

Manderbach, Wissenbach / Dill: Herstellung von Lasten-Dreirädern ab 1928, später auch Vierrad-Lieferwagen. Die Chassisnummern sind nur anfänglich für einzelne Jahre überliefert, und grundsätzlich für alle in einem Jahr (oder längeren Zeitabschnitt) gebauten Typen. Ab 1935 helfen vom statistischen Reichsamt veröffentlichte Zulassings- und später auch Produktionszahlen bei der Schätzung des Umfanges der jährlichen Produktion. Bei der Verteilung der Typen fälltt auf, daß ab 1935 die Fahrzeuge mit 200ccm-Motor stark überwiegen, ich habe dies daher auch für die Zeit davor angenommen.

Märkische Kraftfahrzeug-Fabrik: Siehe Knöllner

Maschinen- und Motorenbau-Gesellschaft, Berlin: Herstellung eines mit „Transportette“ bezeichneten Lastendreirades in unbekannter Stückzahl 1926.

Matthes, Ulm: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1931 bis 1932.

Mayr, München: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1927 bis 1934.

Merkur, Quickborn / Holstein: Fertigung von Lasten-Dreirädern 1929 bis 1939 in unbekannter geringer Anzahl, 1933 waren es 6 Stück. Hierauf beruhen meine Schätzungen, wobei ich für die Zeit 1930-32 (Dreirad-Boom)eine etwas höhere Zahl angenommen habe. Auffällig ist die Vielzahl der Modelle sowie die Tatsache, daß alle Motoren in Eigenregie hergestellt wurden.

Meyra, Vlotho: Dreirädrige Versehrtenfahrzeuge („Krankenfahrstühle“) in unbekannter Stückzahl seit 1937 zunächst bis 1940, erneut nach dem 2. Weltkrieg bis in die Fünfzigerjahre.

MGH, Heilbronn: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1930.

Monos, Berlin: Die ursprünglich in Wien ansässige Firma produzierte ab 1928 Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl, Konkurs 1930.

Mops: Dreirädriger Kleinst-PKW, 1923 bis 1925, siehe PKW.

Motrix: Siehe Rollfix

Nestoria, Nürnberg: Produktion von Motorrädern ab 1922, Lastendreiräder 1929 bis 1933 in unbekannter Anzahl.

Netzschkauer Nemalette: siehe PKW.

NMK, Karlsruhe: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925, möglicherweise bis 1927.

Nordhusia, Nordhausen: Lastendreiräder in unbekannter Zahl 1926 bis 1927.

Oberwetter, Bielefeld: Motorräder in kleinem Umfang seit 1924, immer mit Fremdmotoren. Dreirädrige Versehrtenfahrzeuge („Krankenfahrstühle“) in unbekannter Stückzahl ab ca.1927, vermutlich neben den Motorrädern durchgehend bis mindestens 1938, nach 1945 keine Produktion mehr.

Onnasch: siehe PKW.

Ostner, Brand-Erbisdorf: Produktion von Lastendreirädern ab 1932 (oder schon 1928?), Anzahl ab 1933 durch die Quellen aus dem Bundesarchiv einigermaßen erschließbar. Einstellung der Produktion kriegsbedingt 1941, nach Kriegsende Vertreibung aus der Sowjetzone und Neubeginn in Sulzbach-Rosenberg in Bayern mit Vierrad-Transportern.

Per, Zwickau: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1925 bis 1926.

Petri & Lehr, Dietzenbach: Fertigung von Dreirädern für Versehrte seit etwa 1935(?) in unbekannter Anzahl, die anhand der Zulassungszahlen bis 1940 einigermaßen schätzbar ist, danach kurzzeitig ansteigt, seit 1943 jedoch nicht mehr nachweisbar ist.

Phänomen, Zittau: Herstellung des „Phänomenobil“, eines Personen- oder Lastendreirades bis 1926. Anzahl überliefert, jedoch getrennt nach Geschäftsjahren (1.10. bis 30.9.), ich habe dem Rechnung getragen, indem ich von jedem Jahrgang ¾ der produzierten Dreiräder genommen,  vom Folgejahr ¼ hinzugezählt und so die Jahresproduktion geschätzt habe. Ab 1927 nur noch Herstellung von Vierradtransportern.

Phoenix, Bielefeld: Produktion von kleinen Lastendreirädern ab 1935 in unbekannter Anzahl. Falsch ist, daß die Produktion bereits 1939 endete, sie ist anhand der Akten des Bundesarchivs noch 1944 nachweisbar.

Presto, Chemnitz: Zum Zwecke des Baues von Lastendreirädern revitalisierte NAG den Firmennamen, Bau in unbekannter Stückzahl 1933 bis 1934 mit 98ccm-Fichtel & Sachs-Motor.

Riebe/RAG, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1921 bis 1923.

Rinne, Berlin: Hauptsächlich Bau kleiner Zweitakt-Einbaumotoren. Daneben leichte Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl  1923.

Rinnerberger, Hamburg: Herstellung von Lastendreirädern in unbekannter Stückzahl 1927 bis 1929.

Rollfix, Hamburg: Herstellung von Lastendreirädern 1927 bis 1936 in unbekannter Anzahl. Auffällig sind die im Vergleich zur Leistung recht hohen Nutzlasten. Für die Jahre 1933 bis 1937 existieren Zulassungszahlen, sodaß eine ungefähre Schätzung der Produktion möglich ist. Bei der Verteilung auf die einzelnen Typen habe ich unterstellt, daß –ähnlich wie bei Tempo- die Dreiräder mit bis zu 250 ccm Hubraum am meisten gebaut wurden, gefolgt von denen mit bis zu 400 ccm.

RWN (Rudolf Weide Nordhausen) : Siehe Weide

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Scharrer & Groß, Nürnberg: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1932.

Schivelbusch: Siehe EMW

Schmidt: Siehe Merkur

Schmitz: 6 Dreiradfahrzeuge mit unter 250 ccm Hubraum 1939. Ansonsten ist über die Firma (Ort, Bestandsdauer, Typen, …) nichts bekannt.

Schüttoff, Chemnitz: Motorradbau. Daneben Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1928 bis 1932.

Schwabenthan, Berlin: (nicht: Schwabenthau!) Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1922 oder 1925 bis 1926.

Solomobil, Berlin: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1921 bis 1922

Standard: Siehe Gutbrod

Steber, Frankfurt a.M.: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1926 bis 1927.

Steigboy, Leipzig: Produktion von Lastendreirädern 1926 oder 1927 bis 1930 in unbekannter Anzahl. Die Schätzungen sind möglicherweise –insbes. für 1929- zu hoch.

Stobernack, Hamburg-Wandsbek: Herstellung von Lastendreirädern unter dem Namen „Motrix“ 1936 bis 1937. Die Anzahl läßt sich durch die überlieferten Zulassungszahlen einigermaßen abschätzen, sofern man keinerlei Export unterstellt.

Stock, Leipzig: Lastendreiräder in unbekannter Stückzahl 1932 bis möglicherweise 1933.

TAMAG, Krefeld: Dreirad-PKW und Lastendreiräder, nur Prototyp(en) oder ganz wenige 1932 bis 1934.

Tempo, Hamburg-Harburg: Größter deutscher Dreiradhersteller. Fertigung von Lastendreirädern ab 1928. Fertigungszahlen der einzelnen Typen wie auch die Gesamtjahresproduktion bei Schumann, Tempo-Chronik wie auch durch den entsprechenden Veteranen-Club überliefert, diese decken sich auch in vielen Punkten mit den Chassisnummernfolgen bei KiD, indessen stecken die Tücken im Detail:

– Wenn die Gesamtzahl der 1933 gebauten Tempo-Dreiräder stimmen soll, muß die Anzahl der gebauten F6 um etwa 1000 niedriger sein, als sich aus den Chassisnummern (20000 – 22256) errechnet, dito 1934 um 2000 niedriger, als sich aus der Chassisnummernfolge (22257 – 26100) errechnet, es können also nur etwa 3.100 statt 6.100 Tempo F6 gebaut worden sein.
– Schumann zählt bei den Typen F14 bzw. D400 788 Stück doppelt, 300 Stück zum Typ D400 statt (richtig) zum F14.
– Schumann und www.tempo zählen 9.600  Tempo E200 und 6.294 Tempo A 200, hierbei werden die Chassisnummern 269886 – 272.600 doppelt gezählt, also insgesamt 2.715 Stück zu viel.
– Da möglicherweise der Vierradtyp A 600 bis 1943 in erheblichen Stückzahlen weitergebaut wurde, ist die Anzahl der zwischen 1940 und 1943 gebauten Dreiräder Tempo A400 spekulativ.

Theis, Berlin-Charlottenburg: Lastendreiräder in unbekannter geringer Stückzahl 1933.

Tourist, Berlin-Temprelhof: Personen- und Lastendreiräder in unbekannter geringer Stückzahl aus der Zeit vor 1914 bis  1920.

Transportette: Siehe Schwabenthan oder Maschinen- und Motorenbau-Gesellschaft

Tritomobil, Hamburg: Angeblich 190 Lastendreiräder von 1924 bis 1926 (Metternich). Diese Stückzahl erscheint mir angesichts der Tatsache, daß die Firma nur 3 Jahre existierte und dann wieder spurlos vom Markt verschwand, erheblich zu hoch: Den 10. Teil (=19 Stück) hielte ich für glaubhafter: Hätte die Firma tatsächlich 190 Stück n 3 Jahren oder im Schnitt über 60 im Jahr gebaut, wäre sie eine der größten Firmen für Lastendreiräder gewesen und nicht svjon nach drei Jahren wieder vom Markt verschwunden.

Universelle, Dresden: Herstellung kleiner Lastendreiräder von 1925 bis 1929 in unbekannter Stückzahl. Meine Schätzungen sind möglicherweise zu niedrig.

Velox: Siehe Scharrer & Groß

Victoria, Nürnberg: Die Motorradfabrik produzierte auch Lastendreiräder 1925 bis 1936 in unbekannter Anzahl. Aus den in den Dreißigerjahren überlieferten Zulassungszahlen kann ungefähr eine jährlich produzierte Anzahl erschlossen werden. Gleichwohl bleiben viele Detailfragen derzeit noch offen.

Vosteen, Bremen(?): Eine Firma, die Motorräder baute und im Schrifttum nirgendwo erwähnt wird. Aufgrund der Auskunft des Besitzers eines Vosteen-Motorrades war Sitz der Firma in Bremen. Herstellung von Lastendreirädern zumindest 1935 bis 1939 aufgrund der Zulassungszahlen nachgewiesen. Ansonsten alles unklar.

Vögele, Mannheim: Ursprünglich Bahn-Oberbaubedarf mit Sitz in Mannheim, ab etwa 1930 auch Straßenfertigungsmaschinen, die heute den Schwerpunkt des  2010 nach Ludwigshafen verlegten Unternehmens darstellen. In der Zulassungsstatitik 1939 tauchen 20 Dreiradfahrzeuge dieser Marke, Hubraum über 250 ccm, auf. Ob es sich hierbei um Vorläufer des 1950 vorgestellten Dreirad-Transportkarrens handelt, ob Identität mit den 1940 zugelassenen 10 Zugmaschinen mit unter 15 PS Leistung besteht – Alles unbekannt.

Walmobil, Leipzig und Dresden:  Werkzeugmaschinenbau. Daneben Produktion von Lastendreirädern (auch zur Personenbeförderung) 1919 bis 1921 in unbekannter Stückzahl.

Weide, Nordhausen: Fertigung von Personen- und Lastendreirädern 1925 (oder 1926?) bis 1933 in unbekannter Anzahl. Bei Schätzung der Produktion bin ich davon ausgegangen, daß sie einigen Umfang gehabt haben muß, sonst wäre sie nicht über immerhin 8 Jahre fortgeführt worden. Bei der Verteilung auf die einzelnen Typen habe ich unterstellt, daß –ähnlich wie bei Tempo- die Dreiräder mit kleinem Hubraum mehr produziert wurden als die mit größerem Hubraum.

Weise, Berlin: Produktion eines „Expreßdreirades“ in mehreren Motorvarianten 1929 bis 1939 in meist bekannter (geringer) Anzahl.

Weiss, München:  Produktion von Lastendreirädern 1931 in unbekannter Stückzahl.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle

Wendax/Freund, Hamburg: Herstellung von Lastendreirädern seit 1933 bis 1938/9 in bekannter (geringer) Anzahl, dann setzte wohl der Schell-Plan ein vorläufiges Ende. Erneute Kraftfahrzeugproduktion kurzzeitig nach 1945.

Wesnigk:  Bau dreirädriger Personenwagen, siehe PKW

Wittler, Bielefeld: Fertigung von Lastendreirädern 1935 bis 1939 in unbekannter Anzahl, die Stückzahl kann ab 1935 anhand der überlieferten Zulassungszahlen einigermaßen geschätzt werden.

Würdig: Auch ein ganz dunkles Kapitel, nicht einmal der Sitz der Firma läßt sich genau lokalisieren: Lepizig, Bad Düben oder ein dritter Ort? Produktion von Lastendreirädern unbekannten Typs sicher von 1935 bis 1937, möglicherweise bereits seit 1927 in unbekannter Anzahl, die anhand der überlieferten Zulassungszahlen ab 1935 halbwegs verläßlich geschätzt werden kann, sofern man keinerlei Export unterstellt.

Zetge, Görlitz bzw. Moys:  Motorradbau. Produktion von Lastendreirädern mit Namen Zetgelette 1922 oder 1923 bis 1924 in unbekannter Stückzahl mit unbekannten Daten.

Zimmer & Gehrlich, Dresden:  Produktion von Lastendreirädern unter dem Namen Zegemo 1924 bis 1925 oder 1926, mehrere Typen in unbekannter Stückzahl.

Zündapp, Nürnberg: Die Motorradfabrik stellte Lastendreirädern seit 1926 oder erst 1933  bis 1935 in unbekannter Anzahl her. Ich bestreite eine Fertigung noch 1935, da in diesem Jahr die überlieferten Zulassungszahlen keine Zündapp-Dreiräder verzeichnen.

Deutschland, Lasten-Dreiräder 1919 – 1945 – Tabelle