Spanien – Produktion LKW bis 1945

Die Tabelle ist ein Torso. Irgendwelche brauchbaren Zahlen existieren kaum. Es gibt eine Gesamtstatistik aller gebauten LKW von 1927 bis 1935, mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges 1936 bricht diese Statistik ab.

Es gab einige Firmen, die LKW (häufig allerdings wohl nur in ganz geringer Anzahl) herstellten. Die mit Abstand größte davon dürfte Hispano-Suiza gewesen sein, die neben dem Bau von Luxusautos auch LKW produzierte. Leider fehlt von Hispano-Suiza wie von jeder anderen spanischen LKW-Marke ein Typenkatalog.

Spanien, LKW und Sonstige bis 1945, Tabelle

CGA in Barcelona stellte von 1929 bis 1942 Busse her. Aus der Literatur wird indessen nicht klar, ob nur die Aufbauten oder auch die Rahmen und andere Teile von dieser Firma stammten. Bis 1936 wurden 68 Stück gebaut, bei deren Verteilung ich ein zeitweises Sinken der Produktion durch die Weltwirtschaftskrise angenommen habe. Ob dies tatsächlich so war, weiß ich nicht, theoretisch wäre auch denkbar, daß die spanischen Kommunen (die ja Hauptabnehmer für Busse waren) in dieser Zeit besonders  viele Busse bestellten, um so einer Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Der spanische Bürgerkrieg brachte offenbar die Produktion dieser Firma vorübergehend zum Erliegen (oder sind nur die Aufzeichnungen über den Umfang in den Kriegswirren verloren gegangen?), nach dessen Ende 1939 wurde die Produktion nochmals aufgenommen, beschränkte sich aber auf Einzelexemplare. Unklar ist, ob die Busse in der Gesamtstatistik mitgezählt sind oder nicht.

Alpha, Audenis und Simo waren Firmen, die sich auf den Bau von Lastendreirädern spezialisierten: Von Alpha und  Audenis liegen Zahlen zur Gesamtproduktion vor. Unklar ist, ob die Lastendreiräder in offiziellen Statistiken bei den LKW mitgezählt wurden oder eine eigene Typengruppe bildeten.

General Motors und Ford unterhielten Montagewerke in Barcelona, die hier nicht aufgeführt sind. Indessen war die montierte Anzahl zahlenmäßig durchaus bedeutsam, und sie trugen im Spanischen Bürgerkrieg sehr zu einer Unterstützung der Republikaner bei.

aus Heigl, Taschenbuch d.Tanks Tl.II S.562


aus Heigl, Taschenbuch d.Tanks Tl.II S.562

Die Automobilproduktion war hauptsächlich in Barcelona konzentriert. Diese Stadt blieb in den Wirren des Bürgerkrieges bis fast zum Schluß in republikanischer Hand, sodaß sich die Truppen des Generals Franco (im Gegensatz zu den Republikanern) jedes Kraftfahrzeug aus dem Ausland besorgen mußten. Die Hilfslieferungen an Franco aus Deutschland und Italien werden zwar immer wieder herausgehoben, waren aber im Grunde genommen kläglich: Die Falangisten erhielten insgesamt 117 Panzer I aus Deutschland und 157 Tanketten CV 35 aus Italien, beides leichte und nur mit einem MG bewaffnete Panzer. Den Republikanern lieferte Rußland insgesamt 281 T-26 und 50 BT-5, beide Modelle mit einer 45mm-Kanone bewaffnet und damit den deutschen und italienischen Panzern haushoch überlegen.
Ebenso nutzten die Republikaner ihre in Barcelona konzentrierte Automobilindustrie, um 10 Stück eines Panzers Trubia und mehrere hundert Panzerspähwagen herzustellen. Wenn sie trotz dieser eindeutigen Übermacht an technischem Gerät schließlich den Kürzeren zogen, so mag dies einerseits an der miserablen Qualität der russischen Fahrzeuge gelegen haben, die häufig schon nach wenigen Kilometern ihren Dienst versagten, zum zweiten sicher daran, daß Francos Truppen gut geschulte und gedrillte Elitesoldaten in der Hand gut ausgebildeter Offiziere waren, während die Republikaner sich auf ein schlecht geführtes und schlecht ausgebildetes Heer mehr oder weniger Freiwilliger stützten und zudem unter inneren Auseinandersetzungen zwischen Sozialisten und Kommunisten litten.