Frankreich – PKW 1945 – 1968

Allgemeine Gesamtstatistik:

Es gibt eine Gesamtstatistik der in Frankreich produzierten PKW, sie reicht bei „Tatsachen und Zahlen aus der Kraftverkehrswirtschaft“ bis in das Jahr 1948 zurück und hat den Vorzug, auch die einzelnen Marken und deren hauptsächliche Typen aufzuführen. Allerdings fehlen diese Marken und Typen für das Jahr 1959.

Eine zweite Gesamtstatistik findet sich in den von Rene Bellu redigierten jahrgangsweise sortierten Heften „Toutes les voitures Francaises“. Sie reicht von 1946 bis 1952, ist für 1948-1950 mit der ersten identisch und hat für 1951 und 1952 ganz geringe Abweichungen.

Ich schließe daraus, daß auch für 1946 und 1947 die bei Bellu wiedergegebene Statistik die offizielle ist, und daß lediglich für 1945 eine solche nicht vorliegt.

Diese Gesamtstatistik unterscheidet zwischen Personen- und Lastwagen, rechnet die Omnibusse, aber auch bestimmte Liefer- und Kombiwagen auf Fahrgestell der Personenwagen, die vom Aussehen her als Personenwagen anzusprechen wären, zu den Lastwagen, z.B. den Renault Juvaquatre und Dauphinoise.

In Nachkriegs-Frankreich herrschten ehrgeizige Pläne, nach der Niederlage von 1940, die nur mit Hilfe der Alliierten schließlich in einen Sieg umgewandelt werden konnte, wieder die alte Machtstellung zu erlangen. Hierzu gehörte nach Meinung der Regierung die Konzentration der Automobilproduktion in wenigen Firmen, die große Stückzahlen produzieren sollten: Dies waren Berliet, Citroen, Ford, Panhard, Peugeot, Renault und Simca. Alle anderen Firmen sollten nach diesem Plan, der nach seinem Erfinder „Pons-Plan“ genannt wurde, eingehen.  Dies betrieb man einfach dadurch, daß man –es herrschte nach wie vor Zwangsbewirtschaftung von Rohstoffen – diesen Werken keine Rohstoffe zuteilte. Hinzu kam eine sehr hohe Sondersteuer, sog. Luxussteuer, auf alle Automobile mit mehr als 2 Liter Hubraum. So konnte es geschehen, daß alle kleineren Firmen, die sich vor dem Krieg der Produktion größerer Wagen gewidmet hatten: Hotchkiss, Talbot, Delage, Delahaye innerhalb der nächsten 10 Jahre eingingen und es in Frankreich seither keine renommierte Firma mehr gibt, die sich auf Wagen der Ober- und gehobenen Mittelklasse spezialisiert hat.

Literatur: Siehe Frankreich, Einführung. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“.

Im übrigen halfen auch hier die in den Jahresberichten des VDA „Tatsachen und Zahlen aus der Kraftfahrzeugwirtschaft“ publizierten Zahlen.

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

Die einzelnen Automobilmarken:

ACMA, Fourchambault: Produktion eines Kleinstwagens von 1957 bis 1961.

Alpine, Dieppe; Fertigung von Sportwagen auf Renault-Basis von 1955 bis 1991. Von 1955-64 zahlreiche Typen in unbekannter wahrscheinlich ganz geringer Zahl. Ab 1965 ist die jährliche Gesamtproduktion bekannt, sie bewegt sich ab 1966 zwischen 300 und 400 Fahrzeugen.

Arista, Paris: Ursprünglich als „Callista“ (griechisch: „Die Schönste“) von 1950-52 in unbekannter Stückzahl auf Panhard-Basis gebautes Sport-Coupé, ab 1952 als „Arista“ (griechisch: „Die Beste“) ebenfalls auf Panhard-Dyna-Basis, 106 Stück bis 1967, im Schnitt also 7 – 8 pro Jahr.

Berliet, Lyon: 1939 bei Kriegsausbruch waren gerade vom neu geschaffenen Zweiliter-Typ Dauphine 1000 Stück in sehr fortgeschrittenem Stadium der Fertigstellung, die jetzt infolge des anbrechenden Krieges niemand brauchte. Die Einzelteile wurden daher in Hoffnung auf bessere Zeiten eingelagert und, als der Krieg 1945 zu  Ende ging, als erste französische Neuwagen nach dem Krieg verkauft. Danach baute Berliet nur noch Nutzfahrzeuge.

Bugatti, Molsheim: Die Firma kränkelte schon 1939, und im kriegszerstörten Europa der Nachkriegszeit war kein Markt mehr für extravagante Sportwagen. Ettore Bugatti selbst starb 1947, es blieb bei einigen Einzelexemplaren, die bis 1956 in Molsheim zusammengeschraubt wurden. Sie sind der Vollständigkeit halber aufgeführt, obwohl ich sie eigentlich, weil meistens Rennwagen und darüberhinaus alles Prototypen bzw. Serien unter 10 Stück, hier nicht erwähnt zu werden brauchten.

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

C.G. (Chappe Fréres et Gessalin), Brie-Comte-Robert (Seine et Marne): Produktion von Sportwagen auf Basis des Simca 1000 von 1966 bis 1974, vom Typ 1000 nur 30 Stück bis 1969, hauptsächlich der Typ 1200 ab 1968.

Citroen, Paris: Produktion von Autos seit 1919. Im hier behandelten Zeitraum war Citroen von 1945 der größte und ab 1949 der zweitgrößte Automobilproduzent in Frankreich, nur 1959 produzierte Simca mehr Autos als Ciitroen und verwies damit Citroen auf Platz 3.

1945 bereits Wiederbeginn der PKW-Produktion mit dem Vorkriegs-Typ 11CV („Gangster-Citroen“), ab 1946 auch wieder mit 6 Zylindern als 15 CV, bis 1956/7.

Ab 1949 lief der bereits vor dem Krieg zur Serienreife entwickelte Typ 2CV („Ente“) vom Band, ein sehr sparsam ausgestattetes und bewußt auf jegliche Ästhetik verzichtendes Gebrauchsauto mit luftgekühltem 400ccm-Boxermotor und Vorderrad-Antrieb.

Ab 1959 gab es von diesem Modell eine 4×4-Ausführung mit zwei Motoren; die jährlichen Produktionszahlen dieses Modells sind bedauerlicherweise nicht gesondert ausgeworfen, sondern in denen des normalen 2CV eingeschlossen.

Ab 1967/8 neben dem 2CV die Dyane, ein optisch etwas aufgearbeitetes Modell mit stärkerem Motor.

Beim 2CV sind in dieser hier vorliegenden Statistik die Ausführungen als Lieferwagen (ab Juli 1951) nicht mitgezählt werden, sie gelten insoweit als (kleine) LKW und sind dort zu finden

Ab 1961 gab es den AMI 6 mit ebenfalls sehr eigenwilliger Karosserie und –wie beim 2CV, Frontantrieb und luftgekühltem Zweizylinder-Boxermotor.

Der 11CV wurde 1956 durch den karosseriemäßig völlig neu konzipierten und viel beachteten Typ ID19 und DS 19 abgelöst, der eine sehr niedrige stromlinienförmige Karosserie und eine allerdings nicht störungsfreie hydropneumatische Federung aufwies. Gleichzeitig verschwand der 15CV ersatzlos und damit der letzte noch in Serie gebaute Sechszylinder-Wagen in Frankreich, verlängerte Limousinen des Typs DS19 dienten von nun an als Repräsentationslimousinen des französischen Staates.

Corre/La Licorne, Courbevoie: Herstellung von Automobilen von 1901 bis 1949. Infolge des Pons-Plans war Corre eine Firma, die man meinte nicht mehr zu brauchen, eine Nachkriegs-Produktion kam daher nicht mehr in Gang, die Firma wurde abgewickelt und schloß 1949 ihre Tore.

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

DB (Deutsch-Bonnet), Champigny: Keine Sport- und Rennwagen auf Basis des Panhard Dyna von 1949 bis 1961, die Gesamtproduktion wird auf 1000 bis 2.000 Stück geschätzt, wobei 2.000 zu hoch sein ürfte – ich habe 1.100 angenommen.

Delage, Courbevoie: Obwohl im Pons-Plan die Firma nicht mehr vorgesehen war, konnte Delage (seit 1935 zu Delahaye gehörig) 1947 die Produktion wieder aufnehmen. Gefertigt wurde der völlig neu konzipierte D6-3 Liter bis 1950 in bekannten Stückzahlen und danach in wohl nur noch ganz wenigen Stücken, bis Delage 1952 die Tore schloß.

Delahaye, Paris: Auch diese Firma konnte entgegen den Bestimmungen des Pons-Planes die Produktion 1947 wieder mit den Vorkriegstypen 134, 135 und 148 wieder aufnehmen, 1948 kam der Typ 175 hinzu. Daneben wurden ach wieder Lastwagen gebaut. Gleichwohl war der Firma nach Einführung der Luxussteuer kein Erfolg mehr beschieden, sie wurde 1954 an Hotchkiss verkauft. Vorher waren 1952 noch über 3.000 Geländewagen des Typs VLR für das französische Militär entstanden.

Delaunay-Belleville, St.Denis: Bei dieser Firma, deren Produkte 1914 zu den absoluten Spitzenerzeugnissen im Automobilbau gehörten und die noch den Zarenhof beliefert hatte, entstanden 1946-48 noch insgesamt 14 Autos, wohl aus übriggebliebenen Restteilen zusammengeschraubt, dann war Schluß. Wie zum Hohn entstand in den gleichen Werkhallen an 1948 der Winzling und Kleinstwagen Rovin mit 400 ccm Hubraum: Als in den Horch-Werken in Zwickau statt Luxus-Limousinen 1949 plötzlich Traktoren hergestellt werden sollten, führte dies trotz vorheriger politischer Säuberungen zu „Diskussionsbedarf“, wie in der politisch-korrekten Literatur die erheblichen Unruhen unter der Arbeiterschaft umschrieben werden: Lief das alles bei Delaunay-Belleville klaglos ab?

Facel (Forges et Ateliers de Construction d’Eure et de Loire), Pont-à-Mousson: Nachdem 1954 Delage, Delahaye, Hotchkiss und praktisch auch Talbot als Hersteller großer Wagen ausgeschieden waren, wurde von Facel der Versuch eines Neubeginns der Produktion eines französischen  Wagens der Oberklasse unternommen. Die Motoren stammten von Chrysler, die Wagen sahen repräsentativ aus, der Preis war hoch; allerdings ließ wohl die Qualität zu wünschen übrig, was bei der Firma, die bislang nur Karosserieteile für Ford hergestellt hatte und über sonst keinerlei Erfahrung im Automobilbau verfügte, nicht wundert. Wirklich problematisch wurde es, als Facel einen kleinen Sportwagen Facellia F-2 mit eigenem Motor herausbrachte, dieser Motor war aber überhaupt nicht ausgereift. Der Ersatz durch ein Aggregat von Volvo wie auch von Austin konnte die Firma nicht mehr vor dem Ende 1964 retten.

Ford, Asnières: Wiederaufnahme der Produktion 1946 mit dem Vorkriegs-Ford Typ V8-62, damals der einzige in Frankreich produzierte Achtzylinder. Ford hat in Frankreich nie reussiert, in Erkenntnis dieser Sachlage wurde das Werk 1954 an Simca verkauft, das die Ford-Wagen unter dem Namen Vedette, Chambord und Ariane 8 noch einige Jahre lang weiter produzierte und damit ein Auto auch in der gehobenen Mittelklasse anbieten konnte.

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Grégoire: Jean-Albert Grégoire war en sehr umtriebiger Automobilingenieur. Nachdem er für Hotchkiss 1950 den Hotchkiss-Grégoire entwickelt hatte, begann er 1956 eine Automobilfertigung unter eigenem Namen: Von dem hübsch gezeichnete Coupé mit Frontantrieb und 2,2-Liter-Hotchkiss-Boxermotor entstanden insgesamt 10 Stück (geplant waren 15), die wohl –das ist in der Literatur etwas unklar- alle 1956-7 gebaut wurden, deren Verkauf sich indessen bis 1962 hinzog.

Hotchkiss, St.Denis: Die Produktion von Autos begann wieder 1947 mit den Vorkriegstypen 864, 680 und 686, 1951 abgelöst vom Typ Anjou mit gleichen Motoren und moderner gefälligerer Karosserie. Parallel dazu entstand der Typ Grégoire, ein Sportwagen mit 2-Liter-Boxermotor und Frontantrieb, konstruiert von Grégoire. Dieser Wagen wurde zwar in der Presse ob seiner Neuerungen sehr gelobt, fand aber beim Publikum –wie häufig bei technischen Neuerungen – wenig Anklang und verkaufte sich schlecht. Gleichzeitig sanken infolge der neu eingeführten Luxussteuer bei Hotchkiss die Produktionszahlen rapide, das Werk gab 1954 den PKW-Bau auf  und beschränkte seine Automobilproduktion auf Nutzfahrzeuge, daneben entstand ab 1955 der Willys Jeep in Lizenz als leichter Geländewagen für die französische Armee, ab etwa 1960 auch mit Peugeot-Dieselmotor zu haben. Bei diesem Fahrzeug ist wohl irgendwo nicht klar, ob es als PKW oder als LKW zu zählen ist, es taucht in beiden Statistiken auf. Die unterschiedlichen Stückzahlen mögen beruhen auf Fertigung nur für das Inland/auch für Export, Diesel- oder auch Benzin-Motor, vielleicht gab es auch speziell nur zum Personen und nur zum Lasttransport gebaute Varianten, die teils mitgezählt, teils weggelassen werden.

Inter/SNCAN,  : Bau von ca.200 Kleinstwagen von 1953 bis 1956.

Lambretta: Siehe Willam

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

Matra, Champigny-s.S.:  Produktion von Sportwagen mit Renault-, später auch deutschen Ford-Motoren ab 1965 bis 1984, Gesamt-Jahresproduktion bekannt, die Verteilung auf die einzelnen Typen unbekannt.

Mochet, Puteaux: Produktion von ausgesprochen primitiven Kleinstwagen mit 125ccm-Zürcher-Motor 1947 bis 1958.

Panhard, Paris: Die Firma, deren Domäne vor dem Krieg Personenwagen der gehobenen Mittelklasse und Oberklasse mit Schiebermotor gewesen waren, konzentrierte sich nach dem Krieg auf den Bau von Kleinwagen, die Serienfertigung lief nach dem Bau etlicher Prototypen und Versuchsbauten 1947/8 langsam an. Daneben wurden weiterhin Lastwagen aller Größenklassen, vor allem schwere, gebaut. Die Produktion der PKW zu ermitteln ist nicht ganz einfach, da es vom PKW auch eine Lieferwagen-Variante gibt, die offenbar von der Gesamtzahl teils umfaßt ist, teils auch bei den Lastkraftwagen mitgezählt wird. Die Firma, deren Verkaufszahlen ab 1965 rapide sanken, wurde 1967 von Citroen übernommen. Etliche Photos zur Marke hier.

Peugeot, Sochaux: Ende 1945 Wiederaufnahme der Produktion des kleinen Peugeot 202 der Vorkriegszeit – der große Peugeot 403 wurde nicht wieder aufgelegt, sein Motor jedoch in Lieferwagen weiter verwendet. Der Peugeot 202 wurde 1949 durch den 203 abgelöst, dieser 1955 durch den 403 ergänzt. Weiter entstanden ab 1960 der Typ 404, ab 1965 der Typ 204 und ab 1968 der Typ 504. Ab 1960 gab es den Peugeot auch mit Dieselmotor, er war damit der erste außerhalb Deutschlands mit diesem Motor ausgerüstete PKW. Auch von allen Peugeot-Typen gibt es Lieferwagen-Varianten, die teils bei den PKW, teils bei den LKW mitgezählt sind und daher im Einzelfall die Sache sehr schwierig machen.

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

Renault, Billancourt: Die Firma baute bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges Wagen aller Größenklassen vom Einliter-Typ Juvaquatre bis zum 5,5-Liter-Achtzylinder Reinastella. Die Firma Renault zeichnete sich in der Vorkriegszeit dadurch aus, daß sie Stückzahlen ihrer einzelnen Typen nirgends publizierte.

1945/6 wurde die PKW-Produktion nur mit dem Juvaquatre, dem französischen Nachbau des Opel Kadett, wieder aufgenommen, daneben wurden LKW in großen Mengen gebaut. Der Juvaquatre wurde ab Juli 1948 nur noch als Kombi gebaut (1956-60 unter dem Namen „Dauphinoise“) und zählt damit zumindest ab diesem Zeitpunkt zu den Liefer- und Lastwagen. Wieviele bis Juli 1948 als PKW entstanden, ist –alter Tradition von Renault gemäß, „geheim“.

1947 erschien als erste Neuentwicklung nach dem Kriege der Renault 4CV. Das Fahrzeug war bereits im Kriege entwickelt worden und in vielen Punkten (Karosserieform, Heckmotor) vom Volkswagen beeinflußt, der Motor war allerdings wasser- und nicht luftgekühlt. Die produzierte Anzahl ist bis 1950 „geheim“ und wird auf etwa 180.000 Stück geschätzt. 1951 löste ein leicht modernisierter 4CV mit etwas abgeändertem Motor den bisherigen Typ ab, ab jetzt gibt es auch (wohl aufgrund irgendwelcher behördlichen Anordnungen) für jeden Typ jährlich publizierte genaue Stückzahlen, allerdings wohl nach Geschäftsjahren (das irgendwann im Sept./Okt. des Vorjahres begann und im August/September endete) angegeben.

Ab 1950/1 gab es auch wieder einen größeren Renault: Den Colorale, zunächst noch ausgerüstet mit dem Motor des Vivaquatre von 1935. Er erhielt 1951 einen neuen Motor, hieß jetzt Fregate, wurde nach nochmaligem Motorwechsel 1956 zum Fregate 12CV und zum Domaine. Dessen Produktion wurde nach ständig sinkenden Stückzahlen 1960 eingestellt, ohne daß es einen Nachfolger gegeben hätte: Das Feld der gehobenen Mittelklasse überließ man damit zunächst alleine Citroen.

1956 erschien –wiederum mit Heckmotor- der Renault Dauphine, gebaut bis Dezember 1967. Sofern für 1968 noch 6.700 Stück angegeben sind, dürfte sich diese Zahl auf das Geschäftsjahr 1968 beziehen, das spätestens zum 1.Okt. 1967 begann.

Der Dauphine wurde ab 1962 durch den R8, ab 1964 durch den R10 Major und ab 1967 durch den R8 Gordini ergänzt, auch diese Wagen immer mit wassergekühlten Heckmotoren

Zum Dauphine gab es ein hübsch gezeichnetes Coupé, den Floride, ab 1962 mit dem größeren Motor des R8 als Caravelle, die Stückzahlen des Caravelle sind offenbar beim Floride mitgezählt. 1964 löste der Caravelle 1100 mit dem Motor des R10 die bisherigen Typen ab.

1961 wurde der 4CV durch den R4 abgelöst, „den besten Citroen, den Renault je gebaut hat“: Der Wagen, nur als Kombi lieferbar, verzichtete bewußt auf jede Ästhetik und sah entsprechend „klapprig“ aus – wie ein größerer Bruder des Citroen 2CV. Der 745ccm-Motor war jetzt vorne eingebaut, das Auto hatte Vorderradantrieb. Es gab eine 1961-2 gebaute Sparvariante R3, dessen Produktionszahlen leider nur in denen des R4 enthalten und nicht gesondert ausgeworfen sind. 1968 erhielt der R4 einen Bruder, den R6 mit leicht modernisierter Karosserie, ansonsten gleichen Abmessungen.

1965 erschien als neuer Wagen der unteren Mittelklasse der R16 mit 1,5-Liter-Motor, ebenfalls mit Frontantrieb, ergänzt 1968 durch den leistungsstärkeren, aber optisch gleichen R16 TS.

Seit 1949 ist Renault wieder größter PKW-Produzent in Frankreich (bis dahin war es seit 1945 Citroen). Seit 1950 gibt es publizierte Jahresproduktion (wohl nach Geschäftsjahren), die sich üblicherweise mit der Zahl der rechnerisch ermittelten Gesamtsumme deckt. Größere Abweichungen gibt es lediglich für die Jahre 1962, 1963 und 1965: Möglicherweise sind hier in einem Fall Lieferwagen-Varianten mitgezählt, die in anderem Fall als LKW gerechnet wurden.

René Bonnet, Champigny s.Marne: Fertigung von Sportwagen auf Renault-Basis mit Vordferradantrieb und Mittelmotor von 1961 bis 1964 in unbekannter Anzahl.

Rosengart, Neuilly s.S.: Nach etlichen Prototypen nochmals Bau von kleinen Autos mit dem Motor des Austin 7 von 1952-53 unter dem Namen SIOP (Societe Industrielle de le Ouest Parisien), zwar mit moderner Karosserie, aber alter Technik von 1925. Bei der rechnerisch sich ergebenden Gesamtsumme sind Lieferwagen mitgezählt, bei der statistisch vorgegebenen Jahressumme sind sie als Lieferwagen bei den LKW mitgezählt.

Rovin, St.Denis: Fertigung von 425ccm-Kleinstwagen von 1948 bis 1954.

Frankreich, PKW 1945 – 1968 – Tabelle

Salmson, Billancourt: Wiederaufnahme der Automobilproduktion entgegen dem Pons-Plan ab 1946 bis 1955. Zunächst Bau der Vorkriegstypen  S4 und S4-E bis 1950/1, dann durch neuere Typen ersetzt. Von jedem Typ ist die insgesamz gebaute Zahl bekannt, ebenso außer für 1950 die Gesamt-Jahresproduktion. Aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen ist der Typ G72 Randonnée in der Gesamt-Jahresproduktion 1952 und 1953 nicht enthalten.

SIMCA (Société Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile), Nanterre: Simca war im hier behandelten Zeitraum der viertgrößte, von 1954 bis 1960 und 1962 bis 1964 vor Peugeot der drittgrößte französische Automobilproduzent, und 1959 vor Citroen der zweitgrößte.

Produktionsbeginn wieder 1945 mit den Vorkriegstypen 5 und 8 (Fiat 500 und 1100). Ab 1947 sukzessive Ablösung des Typ 5 durch den Typ 6, ab 1950 statt des Typ 8 der Typ 8/1200 mit dem auch von Fiat bekannten 1221-ccm-Motor, daneben der Typ Sport als Coupé mit Pontonkarosserie.

Ab 1951 Simca Aronde mit völlig neuer Ponton-Karosserie, damit beginnt Simca, sich zunächst optisch von Fiat zu lösen und eigene Wege zu gehen.

1954 Simca erwirbt Ford France und damit die Achtzylinder-Typen, die als Vedette, Chambord und Ariane 8 bis Anfang der Sechzigerjahre weitergebaut werden.

Ab 1957 daneben der Typ Ariane 4 mit aus dem Aronde entwickelten leicht aufgebohrten Motor.

Ab 1961 der neue Simca 1000 mit wassergekühltem Heckmotor, dazu ab 1962 ein Coupé, das leider in den Statistiken nicht gesondert ausgeworfen, sondern im Simca 1000 inbegriffen ist und durch Einbau eines neuen Motors 1966 zum Simca 1200 Coupé wird.

1963 erhält der Ariane eine neue Karosserie und heißt jetzt Simca 1300, er erhält ab 1964 als größeren Bruder den Simca 1500 mit gleicher Karosserie und völlig neuem Motor.

Ab 1967 wird zwischen den Typen 1000 und 1300 der Typ 1100 mit Frontantrieb und großer Heckklappe eingeschoben, der von seiner Form her offenbar vom Austin/Morris 1100 beeinflußt ist.

Für 1959 fehlen leider die Stückzahlen der einzelnen Typen. Für die starken Abweichungen zwischen der rechnerisch sich jährlich ergebenden Gesamtsumme bei Addition aller Typen und der statistisch vorgegebenen Gesamtsumme der Jahresproduktion in den Jahren 1958 und 1968 habe ich keine einleuchtende Erklärung.

SIOP (Societe Industrielle de le Ouest Parisien): Siehe Rosengart

SOVAM (SOcieté des Vehicules André Morin), Parthenay (Deux Sevres): Hersteller von Spezialaufbauten für Lastwagen. Bau kleiner Sportwagen auf Renault-Basis 1965 bis 1969. Die Gesamtzahl der gefertigten Fahrzeuge für 1966-69 ist überliefert, die für 1965 leider nicht, ebenso nicht die Aufteilung auf die einzelnen Typen (außer 1967).

Talbot, Suresnes: Produktionsbeginn wider 1946 mit optisch modernisierten Vorkriegsmodellen, zunächst ansteigende Verkaufszahlen, die jedoch weit davon entfernt waren, das Vorkriegsniveau (zwischen 3.000 und 6.000 Stück jährlich) zu erreichen. Ab 1951 starker Produktionsrückgang, nachdem 1954-5 überhaupt keine Autos gefertigt worden waren, Versuch eines Neuanfangs mit einem neuen Modell 1956, der aber scheiterte, 1957/6 stellte Talbot den Automobilbau definitiv ein.

Velam, Suresnes: Lizenzbau des italienischen Iso Isetta von 1955 bis 1957 in überlieferten Stückzahlen.

Vespa: Siehe ACMA

Willam, Levallois-Perret: Bau eines als Kleinstwagen konzipierten Stadtfahrzeuges mit 123ccm- und 175-ccm-Leichtmotorrad-Motor von 1966 bis 1990 in unbekannten Stückzahlen.