Frankreich – Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 45

Allgemeine Gesamtstatistik: 
Eine einschlägige offizielle allgemeine Gesamtstatistik ist mir nicht bekannt.
Ich habe die Summen alle „sonstigen“ in dieser Tabelle gesammelten Kraftfahrzeuge addiert, hierbei ist indessen klar, daß hier Äpfel und Birnen zusammengezählt wurden, sodaß die Summe wenig Aussagekraft hat.
Weiter habe ich sämtliche Zahlen gefertigter Ackerschlepper addiert. Hierbei ist auffällig, wie gering die Zahl dieser Fahrzeuge (im Vergleich zu anderen Ländern) in der Zwischenkriegszeit blieb. Selbst wenn es von zahlreichen Kleinfirmen keine Stückzahlen gibt, so dürfte ich doch etwa 80% der gebauten Ackerschlepper zahlenmäßig erfaßt haben. Während in vergleichbaren Staaten wie Deutschland oder Großbritannien Ackerschlepper zu Tausenden und Zehntausenden gebaut wurden, blieb es in Frankreich bei wenigen hundert pro Jahr.
Auffällig häufig gab es in Frankreich die motorisierte Zugachse („avant-train“): eine Achse mit aufgesetztem Motor, gelenkt über einen Schwenkarm, die entweder ähnlich einem Zweiradmäher von einer zu Fuß gehenden Person bedient werden konnte oder vor einen Wagen oder ein landwirtschaftliches Gerät gespannt wurde und dieses Als Anhänger fortzog, der Fahrer nahm irgendwo auf diesem Anhänger Platz.
Die Statistik ist ein Torso: In vielen Fällen sind nicht einmal Beginn und Ende der jeweiligen Firmen nachgewiesen, häufig fehlt jede Angabe zu unterschiedlichen Modellen

Literatur: Siehe Frankreich, Einführung. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Die einzelnen Hersteller:

Abeille, Courbevoie: Ab 1919 Lizenz des amerikanischen Bean 6-10, Serienherstellung fraglich, Produktionsende unbekannt.

Aerocentre, Paris: Ende der Dreißigerjahre Bau eines dreirädrigen Flugzeugschleppers mit gedrosseltem Citroen-Motor. Ob Serienproduktion stattfand, bleibt offen.

Alma, Paris: Herstellung einer Zugachse in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Typen, Anzahl unbekannt.

Amadou, Josset, Saint Gratien: Fertigung von Acker- und Raupenschleppern in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Anzahl unbekannt, Typen möglicherweise unvollständig.

Amanco, Beauvais, Robin, Angers: Ab 1919 Lizenzbau des amerikanischen Traktors Hart-Parr 15-30, Anzahl und Produktionsende unbekannt.

ARA: Siehe Lorraine-Dietrich

Auror, Paris: Bau eines vierradgetriebenen Ackerschleppers ab 1919, Produktionsdauer, Typen, Anzahl unbekannt. Wenn eine Serienherstellung erfolgte, dürfte sie gering und kurzzeitig gewesen sein.

Austin, Liancourt, Oise: Lizenz des Austin Tractor, Prototyp 1919, Serie 1921 bis 1934, ab 1932 mit Dieselmotor, insgesamt über 6.000 Stück; Austin ist damit der größte französische Radtraktorhersteller der Zwischenkriegszeit. Aus der Tatsache, daß 1929 in Frankreich über 4.000 Stück im Einsatz waren und der Export gering gewesen sein dürfte, ergibt sich in etwa die von mir angenommene Produktionskurve.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Bauche, Le Chesnay (Seine et Oise): Fertigung von kleinen Ackerschleppern ab 1919. Anzahl, Produktionsdauer unbekannt, Typen wahrscheinlich unvollständig.

Bréheret, Villetaneuse: Herstellung einer Zugachse zu Beginn der Dreißigerjahre. Beginn, Ende, Typen, Anzahl unbekannt.

Bruneau, Tours: Herstellung von Zugachsen, Ackerschleppern und Standmotoren ab 1936. Produktionsdauer und Anzahl unbekannt, Typen sicher unvollständig.

Bugaud, St.Germain-sur-Morin: Herstellung von Zugachsen und Ackerschleppern ab 1920. Typen (Fordson-Umbauten?), Produktionsdauer und Anzahl unbekannt.

Cadine, Mouroux: Produktion eines Ackerschleppers in den Zwanzigerjahren mit Citroen- und anderen Motoren. Anfang, Ende, Anzahl unbekannt.

Celtic, Courbevoie: Fertigung eines Ackerschleppers ab 1935. Produktionsdauer und Anzahl unbekannt.

Centaur, Asnières: Lizenz (oder Montage?) des amerikanischen Centaur Traktor in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Anzahl, Typen unbekannt.

Cérès Champion Elan, Bar-sur-Aube: Ab 1931 Fertigung von Dieselmotoren für Ackerschlepper, die von Haus aus mit Benzinmotoren ausgerüstet waren (z.B. Fordson, Austin). Herstellung vollständiger Traktoren erst ab 1952.

Chambon, Lyon: Bau eines Traktors in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Anzahl, Typen unbekannt.

Chapron, Puteaux: Bau von Traktoren in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Anzahl unbekannt, Typen wahrscheinlich unvollständig.

Chenard-Walcker: siehe FAR

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Delahaye, Paris: Die sonst im PKW- und LKW-Bau tätige Firma stellte Anfang der Zwanzigerjahre (vermutlich nur wenige) Motorpflüge her, Beginn, Ende und Stückzahl unbekannt.

Dalaunay-Belleville, St.Denis: Bau von Zugachsen bis 1928, Typen, Produktionsbeginn, Anzahl unbekannt.

Delieuvin, Paris: Produktion von Ackerschleppern in den Zwanzigerjahren. Produktionsbeginn und –ende, Typen und Anzahl unbekannt.

Dessaules, Marseille: Produktion von Ackerschleppern nach dem 1. Weltkrieg. Produktionsbeginn und –ende, Typen und Anzahl unbekannt.

De Dietrich: Siehe Lorraine-Dietrich

DFP (Doriot, Flandrin, Parant): Siehe Abeille

Dompmartin, Sagy (Saone et L.): Herstellung von einem Dutzend Ackerschleppern 1936. Zum Typ Daten unbekannt.

DuboisSt.Amé (Vosges): Fertigung dreirädriger Motormäher ab 1932. Produktionsende, Typen und Anzahl unbekannt.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

ECO, Paris: Produktion von Ackerschleppern ab Beginn der Zwanzigerjahre bis mindestens in die Fünfzigerjahre. Genauer Produktionsbeginn und –ende, Typen und Anzahl unbekannt.

FAR, Gennevilliers: Neben Bau von PKW auch Bau von Straßen- und später Sattelschleppern, als bekannteste der Nachbau des Scammel „Mecanical Horse“. Typen, deren Produktionsdauer und gefertigte Anzahl unbekannt.

Feuillette, Paris: Produktion von Ackerschleppern ab 1919. Produktionsende, Typen und Anzahl unbekannt.

Globe, Paris: Lizenzbau oder Montage oder Import von Allis-Chalmers-Traktoren ab 1920. Rest unbekannt.

Gloppe, Lyon: Bau von Standmotoren, ab 1924 Bau von dreirädrigen „Motorculteurs“ und ab 1928 von Ackerschleppern bis mindestens in die Fünfzigerjahre. Typen, deren Produktionsdauer und gefertigte Anzahl unbekannt.

Grillet, Tauriac (Gir,): Bau eines Ackerschleppers 1930. Serienproduktion und deren Dauer unbekannt.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Issoise, Paris: Lizenzbau des englischen Raupenschleppers Bristol Roadless ab 1939, zunächst mit Citroen-, ab 1941 mit Peugeot-Motor, wenige.

Kiva, Essia (Jura): Herstellung von ca.100 Motormähern 1934 bis 1939.

Labourier, Mouchard (Jura): Produktion von Ackerschleppern ab 1942, in der Nachkriegszeit einer der bedeutendsten französischen Traktorhersteller. 20 Stück des Typs TAG von 1942 bis 1944.

Laffly, Asnières: Fertigung von Allradzugmaschinen für das Militär ab 1937 bis 1940.

L’Agro, Paris: Herstellung einer Zugachse in den Zwanzigerjahren. Beginn, Ende, Typen, Anzahl unbekannt.

Latil, Suresnes: Schwerpunkt der Fertigung seit dem ersten Weltkrieg vierradgetriebene Artillerie-Zugmaschinen, dazu ab 1920 Straßen- und Sattelschlepper für den Zivilgebrauch. Ab 1942 Herstellung des vierradgetriebenen Ackerschleppers MAN SA 250. Typenliste wohl unvollständig, Produktionsdauer und genaue Anzahl nur einiger Modelle bekannt.

Le Percheron, Paris: Nachbau des Lanz Bulldog, allerdings sind die Angaben widersprüchlich, ob die Fertigung bereits vor 1945 begann.

Letournau & Marchand, Le Petit Pouce: Bau eines Ackerschleppers/Zugachse 1920, offen bleibt, ob ein Serienbau erfolgte und wann er endete.

LMP Agrimotor, Châtillon-sous.Bagneux: Fertigung einer „Motorculteuse“, diverser Gartenfräsen und Kleinsttraktoren ab Mitte der Zwanzigerjahre bis 1955 in über 1000 Exemplaren (also ca. 30 bis 40 Stück pro Jahr), genaue Typen und deren Produktionsdauer unbekannt.

Longpierre, Mâcon: Herstellung einer Zugachse ab Anfang der Dreißigerjahre. Beginn, Ende, Typen, Anzahl unbekannt.

Lorraine Dietrich, Luneville: Bau von Kettenschleppern (auch für das Militär) Mitte der Zwanzigerjahre. Produktionsbeginn und -ende, Typen, Anzahl unbekannt, möglicherweise baute man nur Prototypen.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Mistral, Paris: Bau von Ackerschleppern und Motorpflügen etwa 1910 bis etwa 1930, genaue Gründung und Schließung des Werkes unbekannt. Dauer der Produktion der einzelnen Typen, deren technische Daten und gefertigte Stückzahl unbekannt.

Panhard, Paris: Neben der Fertigung von PKW und LKW Bau von Artillerie-Zugmaschinen, nach 1919 jedoch lediglich Prototypen, keine Serienfertigung.

Patissier, Villefranche-s.Saone: Motorradhersteller, von 1934 bis 1939 Bau von 565 Stück eines „Motoculteur“ mit unbekannten technischen Daten, in der Nachkriegszeit Kleinsttraktoren.

Peccard, Nevers: Landwirtschaftliche (auch motorgetriebene) Maschinen 1900 bis 1929, Typen, Daten, Produktionszeit und –anzahl unbekannt.

Pingris & Mollet-Fontaine, Lille: Fertigung von Raupenschleppern unter dem Namen „Motoculta“ in den Zwanziger- und Dreißigerjahren, Beginn und Ende der Fertigung sowie Stückzahl unbekannt, Typenliste wahrscheinlich unvollständig.

Querry & Fils, Faverois, Belfort: Diverse Kleintraktoren in den Dreißigerjahren, Typen, Produktionsdauer und –umfang unbekannt.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Renault, Billancourt: Größter französischer Raupenhersteller der Zwischenkriegszeit. Die ersten Typen GU und HI waren in Fahrwerk und Motor vom Panzer FT abgeleitet. Der 1926-28 gebaute PO mit etwas vergrößerter Bohrung dürfte in der Zahl der gefertigten HI enthalten sein. Soweit bei „steel wheels“ eine Fertigung des PO von 255 Stück von 1927 bis 1938 behauptet wird, kann nicht schlüssig nachvollzogen werden, warum der Typ neben den späteren und daher moderneren Typen weiter gebaut worden sein soll, bezüglich der Stückzahlen dürfte eine Verwechselung mit dem Typ PI vorliegen. Von den Typen PI, VI und AFM liegen jeweils Gesamtstückzahlen vor, vom nur vom Militär genutzten Typ ACD sogar genaue Stückzahlen pro Jahr.
Schwieriger ist es bei den Radtraktoren:
Die Typen HO und VY wurden aus Raupentraktoren dadurch entwickelt, daß man statt des Ketten- ein Radlaufwerk einsetzte. Stückzahlen werden für beide Typen nicht genannt und waren daher von mir zu schätzen – vielleicht sind sie auch in der Zahl der jeweiligen Raupenschlepper, von denen sie abstammen, enthalten?
Von den Typen PE, RK und YL sind Gesamtproduktionszahlen vorhanden und mußten lediglich in irgendeiner Weise auf die einzelnen Baujahre verteilt werden.
Von den Typen AFX und AFV fehlt jede Stückzahlangabe, die Behauptung, von 1940 bis 1944 seien 1.717 Traktoren gebaut worden (was genau der Produktion des AFM entspricht), läßt sogar den Schluß zu, beide Typen seien im Krieg überhaupt nicht gefertigt worden. Was aber, wenn schlicht und ergreifend vergessen wurde, sie bei den Kettentraktoren mitzuzählen? Hier bleibt –wie generell bei Renault- einiges an Fragen offen.

Rival, Puteaux: Fertigung eines „Avant-Train“ Ende der Zwanziger- bis Anfang der Dreißigerjahre, genauer Produktionsbeginn und –ende sowie gefertigte Anzahl unbekannt.

Sabatier, St.Rambert (Drôme): Fertigung von Traktoren, u.a. mit der Typenbezeichnung „La Practique“ ab 1929 bis in die Sechzigerjahre. Typen, Produktionszeit und –anzahl unbekannt.

SCEMIA (Société de Construction et d‘ Entrien de Matériel Industriel et Agricole), Paris: Unter dem Namen „Universal“ Lizenzbau des Saunderson Tractor von 1919 bis 1921 in unbekannter Stückzahl.

SFV (Societé Francaise Vierzon): Siehe Vierzon

SIFT (Societé d‘ Installation de Force et de Traction), Boulogne-Billancourt: Standmotoren, ab 1938 auch Traktoren in unbekannter Anzahl.

SOMUA, St.Ouen: Der bekannte Produzent von LKW, Halbkettenfahrzeugen und Panzern fertigte ab 1922 unter dem Namen „Motoculteur“ auch einen Lizenz- oder Nachbau der Siemens Gutsfräse Typ Meyenburg in angeblich 1000 Exemplaren, genaue Typen und deren Produktionsdauer unbekannt.

Frankreich, Sonstige Kraftfahrzeuge 1919 – 1945 – Tabelle

Th.Schneider, Besancon: Fertigung von Raupenschleppern, möglicherweise auch Radtraktoren ab etwa 1928 bis 1939(?), nach 1945 keine Wiederaufnahme der Produktion. Typenliste sicher unvollständig, genaue Fertigungszeiten und –umfang nicht bekannt.

Valor, Bourg-en-Besse (Ain): Unter dem Namen „Micromax“ Produktion eines Kleintraktors von 1936 bis 1956 in angeblich 1200 Exemplaren, im Schnitt also etwa 60 pro Jahr. Da ich nicht weiß, ob und in welchem Umfang die Produktion auch während der Kriegsjahre andauerte, ob sie in den Dreißigerjahren erst langsam anlief, habe ich von jeglicher Schätzung für die einzelnen Jahre abgesehen.

Vermorel, Villefranche.s.Saone: Die Firma, bis 1932 Produzent von PKW und LKW, fertigte sodann Raupenschlepper: Typen, Produktionszeit und gefertigte Anzahl unbekannt.

Vierzon: Die Firma, einer der bekanntesten französischen Traktorenhersteller, fertigte ab 1934 Traktoren mit Einzylinder-Glühkopf-Motor nach dem System Lanz. 1939 waren die Jahresproduktion 392 Stück, Stückzahlen der einzelnen Typen meist bekannt, ich habe bis 1939 steigende und danach infolge Krieges sinkende Produktion angenommen.