Österreich-Ungarn und Österreich – Allgemeine Einführung

Es wird heute gerne vergessen, daß Österreich-Ungarn bis 1918 ein großer Wirtschaftsraum mit über 50 Millionen Einwohnern war und dementsprechend über eine eigene Automobilindustrie verfügte. Allerdings konzentrierten sich die Produktionsstätten auf die österreichische Reichshälfte, während es in Ungarn kaum, in Galizien und erst recht in Bosnien-Hercegovina keinerlei Automobilwerke gab. An dieser Stelle wird vermutlich ein erstes Mal der Versuch unternommen, die Automobilproduktion in Österreich-Ungarn geschlossen darzustellen. Hierbei haben wir das Glück, daß vor allem die tschechischen Publikationen zum Thema recht reichhaltig sind.
Als nach dem ersten Weltkrieg dieser Wirtschaftsraum zerschlagen wurde bzw. auseinanderfiel, blieben etliche letztlich wirtschaftlich kaum lebensfähige Staaten zurück, darunter als deutschsprachiger Teil Österreich (wobei allerdings etliche rein deutsch sprechende Gebiete in der Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien abgetrennt wurden).
Die österreichische Automobilindustrie hatte zwar geniale Konstrukteure wie Ferdinand Porsche oder Hans Ledwinka, indessen gab es keinen vernünftigen Absatzmarkt, weshalb diese Persönlichkeiten schnell abwanderten: Porsche nach Deutschland, Ledwinka zurück in die Tschechoslowakei.
Anfang der Zwanzigerjahre wurden etliche Firmen (vor allem für den Kleinwagenbau) neu gegründet, indessen erlangte nur die aus einer ehemaligen Waffenfabrik entstandene Firma Steyr wirklich Bedeutung und überlebte die Zwanzigerjahre und die Wirtschaftskrise. Die österreichischen PKW-Firmen schlossen sich bis 1938 – soweit sie nicht den Automobilbau aufgaben- zu einer großen (Steyr-Daimler-Puch) zusammen.
Die auf Luxus-Autos („österreichischer Rolls-Royce“) spezialisierte Firma Gräf & Stift entwickelte ab etwa 1936/7 keine eigenen Motoren mehr, sondern baute vermehrt Fremdmotoren ein und gab den PKW-Bau 1939 mit Kriegsausbruch auf, die verschiedenen LKW-Firmen setzten ihre Tätigkeit bis in die Zeit nach 1945 fort.
Die Daten befinden sich in 4 Tabellen:

Österreich-Ungarn, PKW bis 1918
Österreich-Ungarn, LKW und Sonstige bis 1918
Österreich, PKW ab 1919 bis 1945
Österreich, LKW und Sonstige ab 1919 bis 1945

Quellen:

Schimon, Wilfried: Österreich-Ungarns Kraftfahrformationen im Weltkrieg 1914-18, Klagenfurt 2007: Übersicvht über ie Entwicklung der österreichisch-ungarischen Kraftfahrtruppe im 1. Weltkrieg, auf S. 174ff einige Produktionszahlen mit Belegen. Die Zahlen dürften teilweise genauer sein als ie bei Spielberger (s.u.) genannten.
Seper, H.: Österreichische Automobilgeschichte, Wien 1986: Viel Text, wenig verwertbares Zahlenmaterial
Seper/Pfundner/Lenz: Österreichische Automobilgeschichte, 3.Aufl. Purkersdorf 2013
Seper, H./Krackowitzer,H./Brusatti,A: Österreichische Kraftfahrzeuge von Anbeginn bis heute, Wien 1982, (SKB)
läßt leider auch jegliche Typen- und Produktionstabellen vermissen.
Spielberger, Walter J., Kraftfahrzeuge und Panzer des österreichischen Heeres 1896 bis heute, Stuttgart 1976,  (Sp.) behandelt die Kraftfahrzeuge, soweit sie an das österreichische Heer geliefert wurden, und hat als einziges Buch einen brauchbaren Anhang mit technischen Daten.
Suman-Hreblay, Marian, Encyclopedie Automobilu, Brünn 2007 (alle PKW)
Suman-Hreblay, Marian, Encyclopedie nákladních automobilu, Brünn 2008 (alle LKW)
von Fersen, Hans Heinrich: Autos in Deutschland 1885 – 1920, Stuttgart 1965 (vF.): Standardwerk für die Zeit 1885 – 1920, enthält auch einige östereichisch- ungarische Marken mit Typentabellen.
Firmenchroniken
: Die Firmenchronik von Steyr hat einen sehr guten Tabellenteil, die anderen Firmenchroniken waren –soweit solche überhaupt erschienen sind- kaum für den hier angestrebten Zweck brauchbar.
http://www.voz.co.at/VKMA/m-a-d.html: (Virtuelles Kraftfahrzeug-Museum Austria)Ein Versuch einer Arbeitsgemeinschaft, die sehr reiche österreichisch-ungarische Automobilgeschichte aufzuarbeiten und alle österreichischen bzw. österreichisch-ungarischen Marken mit einem kurzen Artikel zu würdigen (VKMA)