Niederlande – Allgemeine Einführung

In den Niederlanden war im Gegensatz zu Belgien die Automobilindustrie immer unbedeutend, nur die Firma Spyker, die sich auf Luxus-Automobile spezialisiert hatte, konnte über eine längere Dauer in gleichwohl bescheidenen Stückzahlen (unter 200/Jahr) sich zunächst auf dem Markt behaupten, brach dann aber auch bereits Anfang der Zwanzigerjahre zusammen. Ursprünglich hat sicher das gute Eisenbahnnetz die Entwicklung einer eigenen Automobilindustrie verhindert, daneben die Möglichkeit, die in dem meist sehr flachen Land mit dem Fahrrad dem Individualverkehr geboten wurde. Ab 1919 waren deutsche Autos infolge des niedrigen Kurses  der deutschen Währung im Ausland –so auch in den Niederlanden- zu sehr günstigen Preisen zu haben. Die Niederlande, die im 1.Weltkrieg nutral geblieben waren, hatten Deutschland gegenüber keinerlei Ressentiments – im Gegensatz zu anderen ehemaligen „Feindstaaten“ wie beispielsweise Belgien. Der Export Deutschlands in die Niederlande war daher 1919 sehr groß, zumal man aus den Niederlanden im Tausch dringend benötigte Lebensmittel beziehen konnte – die britische Hungerblockade dauerte ja noch an. Möglicherweise haben diese bis Ende 1923 preiswert in den Niederlanden erwerbbaren deutschen Automobile mit dafür gesorgt, daß sich die noch verbliebenen niederländischen Marken gegenüber dieser deutschen Konkurrenz nicht halten konnten.

In den späten Dreißigerjahren begann sich aus dem Anhänger- und Sattelschlepperbau schließlich eine Nutzfahrzeugproduktion der Firma DAF und anderer kleinerer Firmen zu entwickeln, die aber erst nach 1945 Bedeutung erlangte.

Es bestehen 2 Tabellen:

PKW-Produktion bis 1945

LKW-Produktion bis 1945

Literatur:

Der Verein der holländische Automobil-Historiker (CONAM) unterhält eine interessante Seite.  (zit. als CONAM)