Schweiz – PKW-Produktion 1919 – 1945

Allgemeine Gesamtstatistik: 
Es gibt eine publizierte Gesamtstatistik für die Zeit 1926 bis 1932 und 1936. Sie hilft vor allem bei der Schätzung der von Martini gebauten PKW. Die ab 1935 von Holka-DKW gebauten Fahrzeuge sind darin allerdings offenbar nicht enthalten – vielleicht, weil man sie nicht als in der Schweiz gebaute Autos ansah.
Literatur: Siehe Schweiz, Einführung. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“.

Schweiz, PKW 1919 bis 1945, Tabelle

Die einzelnen Automobilmarken:

Condor, Courfaivre:  Diese Fahrradfabrik stellte 1922 fünf Autos her.

DKW-Holka, Winterthur: Produktion 1935-45. Die Fahrgestelle und Motoren bezog die Firma aus Deutschland und stellte nur die Karosserien selbst her, war damit im Prinzip ein reiner Karosseriebauer. Die Produktion habe ich geschätzt wie angegeben, wobei ich ab 1939 von jährlich sinkenden Stückzahlen ausgegangen bin.

Egg & Eggli, Zürich: 1921 noch 50 Autos eines Vierzylinder-Typs, dessen Fertigung sich möglicherweise bis in das Jahr 1922 erstreckte. Spätestens dann endete die Produktion.

Fischer, Zürich: 1919 und 1920 noch einige wenige Autos gebaut, dann endete die Produktion.

Martini, St.Blasien: Die einzige namhafte Schweizer Automarke der Zwischenkriegszeit. Die Firmenakten wanderten angeblich irgerndwann in den Müll und existieren daher nicht mehr, sodaß die einzigen Angaben zur Produktionshöhe nach 1919 sich aus der Gesamtzahl der in der Schweiz produzierten PKW (nach Abzug derjenigen der Firma Maximag) ergibt.
Martini produzierte Wagen der gehobenen Mittelklasse und hatte sich 1919 auf einen 3,8-Liter-Typ TF beschränkt, der bis 1926/7 gefertigt wurde, und von dem ich jährlich ständig sinkende Stückzahlen schätze. Er wurde1926 vom Typ FN abgelöst, einem modernen Sechszylinder, von dem –unterstellt man die Gesamtzahl aller in der Schweiz produzierten PKW (s.o.) als richtig – zunächst beachtliche Stückzahlen produziert wurden, die dann aber auch rasch wieder absanken, zumal ab 1928 daneben auch der 4,4-Liter-Typ FGG produziert wurde.
Der Typ KM mit Wanderer-Motor war ebenfalls „schwer verkäuflich“, es werden also nur wenige Autos dieses Typs gebaut worden sein. Über die ebenso „schwer verkäuflichen“ Typen 15 HP und 20 HP fehlen mir jegliche Unterlagen, sodaß ich hier auf Schätzungen verzichtet habe. Vom NF sollen „einige Dutzend“, also etwa 40 bis 50 Autos, gefertigt worden sein.

MaximagCarouge: Automobilproduktion von 1922 bis 1928, insgesamt ca. 200 Autos. Unterstellt man für diesen Kleinwagen eine mehr stetige Produktionskurve, dann wären es etwa 40 im Jahr, am Beginn und zum Schluß weniger.

Moser, St.Aubin: Die seit 1902 bis 1935 in St. Aubin bestehende Motorradfirma produzierte von 1921 bis 1924 etwa 20 Autos (Kleinwagen), deren Verteilung auf die einzelnen Jahre ich, wie aus der Anlage ersichtlich, geschätzt habe.

.Pic-Pic /  Piccard-Pictet, Genf: Diese auf den Bau von Luxusautos spezialisierte Firma produzierte nach 1918 kaum noch Autos, sie meldete im Februar 1920 Konkurs an und erlosch um 1921.

Speidel, Genf: Automobilproduktion: 10 Kleinstwagen 1920 und ein Rennwagen 1922.

Turbo, Oerlikon: Produktion: Eine „kleine Serie“ (5 Autos?) dieses mit einem Fünfzylinder-Sternmotor versehenen Kleinwagens wurde 1921 gebaut. In Stuttgart gab es 1923 bis 1924 eine Firma gleichen Namens, die ebenfalls Autos mit Fünfzylinder-Sternmotoren baute. Zusammenhang:?

Zedel, St.Aubin: Diese französische Fabrik im grenznahen Pontarlier fertigte daneben auch in der Schweiz (St.Aubin) Autos von 1907 bis 1922. Über Stückzahlen ist nichts bekannt.