Frankreich – Militärfahrzeuge 1916 – 1945

Allgemeine Gesamtstatistik:
Eine offizielle Gesamtstatistik zu den französischen Militärfahrzeugen kenne ich nicht, indessen sind die Stückzahlen der einzelnen Fahrzeuge derart gut publiziert, daß hier eigene Berechnungen die fehlenden Statistiken ersetzen können. Eine bei Zaloga, N.Vg.213 S.38 publizierte Tabelle „Cumulative Tank production“ weist etliche Ungereimtheiten auf. Daneben gibt zumindest für die Zeit ab 1.9.39 Vauvillier (L’automobile sous l’uniforme) hervorragend zusammengetragenes Material zur monatlichen Fertigung auch und gerade von Militärfahrzeugen bis Juni 1940.
Grundsätzlich gilt für alle noch im Juni 1940 in Produktion befindlichen Militärfahrzeuge: Die exakte Stückzahl kann nicht festgestellt werden, da mit Einmarsch der deutschen Truppen in Paris am 14.6.1940 die Produktion an diesem Ort ein plötzliches abruptes Ende fand und es offenbar keine Unterlagen gibt, wieviele Fahrzeuge noch fertiggestellt, von der französischen Armee abgenommen, eventuell vor Abnahme zerstört oder den deutschen Truppen fertig oder noch nicht gnz fertig unbeschädigt in die Hände fielen.
Für die Zeit bis 1938 gibt es aus der Reihe Osprey New Vanguard die Hefte 209 und 213 „French Tanks of WWII“ von Steve Zaloga mit Produktionstabellen, die allerdings für die Jahre 1939 unsdd 1940 von denen von Vauvillier abweichen: Hier hielt ich die Angaben des Franzosen Vauvillier für sicherer.

Literatur: Siehe Frankreich, Einführung. Spezielle Literatur zur Geschichte einzelner Marken findet sich in der Spalte „Bemerkungen“.

Frankreich, Militärfahrzeuge 1916 – 1945 – Tabelle

Halbkettenfahrzeuge:

Citroen: Vater des Halbkettenfahrzeugs ist Kégresse, der noch im 1. Weltkrieg derartige Fahrzeuge in Rußland zu entwickeln begann. 1918 vor dem Terror der Revolution nach Frankreich geflohen, setzte er dort seine Entwicklung bei Citroen fort, die ersten Halbkettenfahrzeuge entstanden 1921. Die jeweils insgesamt jährlich produzierten Fahrzeuge sind genau angegeben. Anzumerken ist, daß in den Zwanzigerjahren die gefertigten Halbkettenfahrzeuge nur zu geringen Teilen an das Militär gingen: Dazu waren sie zu schwach motorisiert, außerdem hatte kein Staat Geld für eine neue militärische Ausrüstung. Die üblichen Abnehmer waren zivile Srellen, die mit besonderen Geländeschwierigkeiten (Schnee, Sumpf, große Steigungen, schlechte Wege) zu kämpfen hatten.
Für die Zeit ab 1928 sind noch etliche Fragen unklar: Es fehlt eine genaue Aufstellung, von welchem Typ wieviele Exemplare gefertigt wurden. Ich gehe derzeit davon aus, daß die 68 im Jahre 1938 bei Chenard-Walcker gebauten P19 in den insgesamt gebauten 5.795 Stück nicht enthalten sind.
Ab 1928 wurde hauptsächlich an diverse Armeen (nicht nur die französische) geliefert, die die Fahrzeuge als geländegängige PKW, als Mannschaftstransportwagen und als Zugmaschinen für leichte Feldgeschütze einsetzten, es gab ferner überpanzerte Versionen. Darauf hinzuweisen ist, daß auch diese Fahrzeuge sich durch einen relativ schwachen Motor auszeichneten (die deutsche Eintonner-Halbketten-Zugmaschine des Jahres 1939 hatte mit 100 PS einen mehr als doppelt so starken Motor). Es gibt ein Register der erhalten gebliebenen Fahrzeuge, danach ist die Masse der erhaltenen Fahrzeuge vom Typ P 17. Ich habe daher unterstellt, daß von diesem Typ besonders viele auch an zivile Stellen geliefert wurden, die in den Lieferungen an das Militär nicht emnthalten sind.

SOMUA: MCG 4, MCG 5, MCG 11: Ab 1932 bis 1940 gebaute Artillerie-Zugmaschinen für die 155mm Feldhaubitze und die 105mm-Kanone sowie die dazugehörigen Munitionsanhänger. Die vielfach angegebene Zahl von 2.543 Stück, die sich auf die vergebenen Chassisnummern stützt, kann anhand der detaillierten Angaben bei Vauvillier, L’Automobile sous l’ Uniforme, nicht nachvollzogen werden. Möglicherweise wurden Chassisnummern bei Bestellung vergeben, die Fahrzeuge aber dann infolge der Kriegsereignisse nicht mehr gebaut.
Auch hier ist anzumerken, daß das Fahrzeug 1940 als veraltet anzusehen war, insbesondere im Vergleich zu deutschen Gegenstücken eine viel zu geringe Motorleistung hatte.
MCL 5, MCL 11:  Ab 1936/7 bis 1940 gebaute Artillerie-Zugmaschinen für die 155mm-Kanone sowie als Bergungsfahrzeug. Auch hier kann die vielfach angegebene Zahl von 796 Stück, die sich auf die vergebenen Chassisnummern stützt, anhand der detaillierten Angaben bei Vauvillier, L’ Automobile sous l’ Uniforme, nicht nachvollzogen werden. Möglicherweise wurden Chassisnummern bei Bestellung vergeben, die Fahrzeuge aber dann infolge der Kriegsereignisse nicht mehr gebaut. Auch bei diesem Fahrzeug, das für eine Zuglast von 10 bis 12 Tonnen ausgelegt war, fällt die vergleichsweise geringe Motorleistung von nur 90 PS auf.

Unic: P 107 U: Entwickelt bei Citroen als Nachfolger der Citroen-Kégresse P17 als Zugmaschine für die 75mm-Kanone und die 105mm-Haubitze sowie den zugehörigen Munitionsanhänger.  Gefertigt ab 1937 bis zum Waffenstillstand 1940, nach Vauvillier 2.962 Stück, nach Spielberger 3.276 Stück. Auch hier hat Spielberger möglicherweise Fahrzeuge mitgezählt, deren Chassisnummern bereits vergeben waren, die dann aber infolge der Kriegsereignisse nicht mehr gebaut wurden.
TU-1: Zugmaschine für die 25mm-Pak. Nach allen Quellen 236 Stück gebaut.

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Panzerspähwagen:
Während Großbritannien in den Zwanzigerjahren knapp 1.000 Panzerspähwagen für den Einsatz in seinen Kolonien baute, gab es in Frankreich hiervon relativ wenige, selbst wenn z.B. der Krieg gegen die Riffkabylen in Marokko in dieser Zeit für diese Fahrzeuge ein reiches Einsatzspektrum bot.
In den Jahren 1918/9 entstanden durch Überpanzerung von amerikanischen LKW des Typs White TBC insgesamt 230 Panzerspähwagen, die bereits für damalige Zeit mit 35 PS recht schwach motorisiert waren. 1932/33 erhielten 98 Stück davon einen 50PS-Motor der Fa. Laffly, 1934/5 wurden weitere mit einem 80PS-Laffly-Motor ausgerüstet und hießen jetzt Laffly 50AM bzw. Laffly 80 AM. 1940 waren sie nur noch in den Kolonien im Einsatz, in Frankreich allenfalls als Ausbildungsgerät.
Es folgten etwa 1930 insgesamt 50 Berliet VUDB, dazu 12 Stück für die belgische Armee, lediglich über das Jahr der Auslieferung dieser Fahrzeuge gehen die Quellen auseinander.
Zwischen 1932 und 1935 folgten 59 Panhard Typ 165AMD bzw. 175TOE, dazu 50 Panhard 179. Alle diese Fahrzeuge waren 1940 nur in den Kolonien eingesetzt.
Ab 1936 wurde in verschiedenen Losen der Panhard 178 gebaut, von den 1940 gebauten 202 Stück waren 24 ohne Kanone und mit besonders umfangreicher Funkausrüstung. Das Fahrzeug entsprach hinsichtlich Motorleistung und Bewaffnung vollständig dem deutschen Gegenstück (SdKfz.222 bzw. als Funkwagen dem SdKfz.223). Bis Ende Juni 1940 wurden von diesem Fahrzeug insgesamt 529 Stück, im Jahr 1941 weitere 176 Stück für die Vichy-Regierung (oder das Deutsche Reich?) gebaut.
Für den Gebrauch in den Kolonien entstanden 1939 durch Überpanzerung von leichten Laffly S15–Zugmaschinen 45 Stück Laffly S15 TOE.

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Panzer, „Chars“:
Auch die Franzosen begannen 1916 mit dem Bau von kettengetriebenen Panzerfahrzeugen. Die ersten Modelle, St.Chamond Mod.16 und Schneider Mod.16, hatten Kettenfahrgestelle der amerikanischen Firma Holt, die für das zusätzliche Panzergewicht nicht konzipiert und daher völlig überlastet waren. Der St.Chamond hatte zudem vorne und hinten einen derartigen Überhang, daß seine Geländegängigkeit sehr eingeschränkt war. Der Schneider hatte sehr hoch angesetzte Benzintanks (Fallbenzin!), die sich durch Artilleriebeschuß schnell in Brand setzen ließen. Kurz: Beide Fahrzeuge bewährten sich im Fronteinsatz nicht. Ihr Bau begann Ende 1916 und endete im März (St.Chamond) bzw. August 1918, es errechnen sich also im Schnitt etwa 24 (St.Chamont) bzw. 20 (Schneider) Fahrzeuge pro Monat, auf diesen Berechnungen beruht meine Schätzung bezüglich der Verteilung der Produktion auf die Jahre 1916 bis 1918.
Meistgebauter Panzer im 1. Weltkrieg war der Renault FT17: Der Zweimann-Panzer war mit 6,5 Tonnen Gesamtgewicht relativ leicht, mit einem MG bzw. einer 37mm-Kanone hinreichend bewaffnet und konnte von einem gewöhnlichen 40PS-Motor angetrieben werden (Motoren mit größerer Leistung warfen damals noch ungeheure Probleme auf).

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Renault FT 17, ausgestellt in Maubeuge

Von diesem Panzer wurden 1917 bereits 83 Stück und bis zum 11.11.18 (Waffenstillstand) insgesamt 3.177 Stück gebaut, weswegen man bis 31.12.18 etwa 3.300 Stück veranschlagen kann. Zaloga gibt die Zahl der insgesamt gebauten mit 4.517 Stück an (N.Vg.209 S.5). Die Produktion erstreckte sich bis 1920 und umfaßte ab 1919 Lieferungen (teils gegen Geld, teils als Geschenke) an ungefähr alle Staaten der Erde, die nicht selber Panzer herstellten: Außer Großbritannien, das eigene Panzer hatte, und Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und der Türkei (die alle keine Panzer haben durften) gab es auf der Welt eigentlich keinen Staat, der nicht in den Zwanzigerjahren einige FT17 in seinem Arsenal gehabt hätte.
Von diesem altehrwürdigen Modell waren 1940 in Frankrech noch etwa 1.700 Stück vorhanden, die allerdings nur selten noch im Mai/Juni 1940 irgendwo im Gefecht eingesetzt worden sind.
Auch in Frankreich beschäftigte man sich bereits 1918 mit der Entwicklung erheblich schwererer Tanks, so entstanden 1918 der als  Prototyp gebaute 40-Tonnen-Panzer Renault 1A und 1B, gefolgt ca. 1921 von einem in 10 Exemplaren gebauten 70-Tonnen-Ungetüm: FCM C2, dessen Antrieb jeweils aus zwei Maybach (oder Daimler?)- Flugzeugmotoren bestand, die man sich als Reparationsleistungen liefern ließ.

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Die Weiterentwicklung des Renault FT17 führte in den Zwanzigerjahren über die nur in wenigen Versuchsexemplaren gebauten Renault M24/25 und M26/27 zum Renault NC 27 bzw. NC 1 und Renault NC 31 bzw. NC 2, von denen ausländische Mächte (Polen, Griechenland, Japan, Schweden einige Fahrzeuge kauften, wobei über die Menge der gelieferten Fahrzeuge teilweise in der Literatur Unstimmigkeit herrscht.
Die Fortführung dieser Entwicklung führte schließlich zum Renault R35, der nach Vauvillier von 1936 bis Juni 1940 in 1.541 Exemplaren gebaut wurde, dazu mindestens 60 vom Typ R40 mit einer moderneren Kanone. Mittlerweile hatte sich jedoch das Konzept des Zweimann-Panzers überlebt: Der Kommandant, der gleichzeitig den Fahrer anweisen, die Kanone richten und –wenn Zugführer oder Kompaniechef- auch noch weitere Panzer führen  mußte, war mit seiner Aufgabe völlig überfordert. Hinzu kam, daß französische Panzer 1940 nur eingeschränkt über Funkausstattung verfügten, also ein Zusammenwirken im Gefecht nur schwer –z.B. über Winkzeichen- möglich war. Da die Panzer –so die Erfahrungen des 1.Weltkrieges- im wesentlichen als Unterstützung für die Infanterie dienen sollten, brauchten sie auch nicht schneller fahren zu können als ein Soldat lief (ca. 15 bis 20 km/h) – die Fahrzeuge waren also nach deutschen Maßstäben völlig untermotorisiert.
Neben dem Renault R35 gab es den FCM 36 mit ähnlicher Auslegung, aber einem Dieselmotor – einer der ersten in Serie gebaute Panzer der Welt mit Dieselmotor, 1937 bis 1938 in 100 Exemplaren gefertigt: Frankreich hatte lediglich in Elsaß-Lothringen einige wenige Erdölquellen und war daher bemüht, andere Treibstoffe als Benzin zu verwenden, um auch im Kriegsfall entsprechend unabhängig von ausländischen Einfuhren zu bleiben.
Das für die Kavallerie entwickelte Gegenstück zum Renault R35 war der Hotchkiss H35 (400 Stück von 1936 bis 1938). Ab 1939 wurde der Nachfolger H39 mit stärkerem Motor gebaut:  bis Juni 1940 in 691 (Vauvillier) oder 680 (Zaloga) Stück. Bei gleicher Konzeption war der H39 etwa 15km/h schneller als der Renault R35.

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An schwereren Panzern mit Zweimann-Turm baute Frankreich 1932 – 35 vom Panzer Renault D1 insgesamt 160 Stück, 1936 und dann erneut 1940 jeweils 50 D2B.
Hinzu kam der für die Kavallerie entwickelte SOMUA S35, von dem von 1936 bis Juni 1940 insgesamt etwa 430 Stück gebaut wurden.

Char S 35 Somua RTM

SOMUA s-35, Panzermuseum Saumur

Schwerer Panzer mit einer 75mm-Kanone im Bug und einer 47mm-Kanone im Turm war der 30 Tonnen schwere Renault B1bis, von 1936 bis 1940 in insgesamt 403 Stück gebaut. Auch dessen Kommandant war mit der Aufgabe, Fahrer, 75mm-Kanonen- und 47mm-Kanonen-Schützen entsprechend anzuweisen, völlig überfordert, ebenso der Mann zur Bedienung der 75mm-Kanone, der diese Kanone laden, richten und abfeuern mußte.

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Neben diesen schweren gab es ab 1934 entwickelte leichte Panzer für Aufklärungszwecke:
Renault AMR 33, mit MG-Turm bestückt, 5 Tonnen Gewicht: 120 Stück in 1934,
AMR 35: 167 Stück mit MG-Turm von 1937 bis 1939, 10 Stück mit 25mm-Pak in Turmlafette und 10 Stück mit 25mm-Pak in Kasemattlafette, alle in 1938/9.
Weitere 40 Stück waren im Juni 1940 ohne Turm und Bewaffnung in den Renault-Werken bereitgestellt, gedacht für den Einsatz in den Kolonien. Was mit diesen 40 Stück geschah: Noch von den Franzosen auf dem Rückzug mitgenommen? Oder vor der Räumung von Paris gesprengt? Oder heil von der Wehrmacht erbeutet? wird wohl kaum mehr zu ermitteln sein: Die Wehrmacht hat Fahrzeuge dieses Typs jedenfalls nie eingesetzt – sie entsprachen etwa dem deutschen Panzer I und waren damit auf dem Gefechtsfeld schon 1940 praktisch nicht mehr einsetzbar.
Renault ADF-1:  gleiches Laufwerk, aber unbewaffnet mit Funkausrüstung, 8 Stück 1937 und 5 Stück 1939,
Renault YF bzw.AMC 34: 12 Stück mit MG-Turm in 1934, eingesetzt in Marokko.
Zum Schluß gab es noch den für Aufklärungszwecke gedachten Renault AMC35 oder ACG1: Ein Dreimann-Panzer, von dem zunächst Belgien 12 Stück im Jahr 1936 erwarb (dazu 13 weitere Türme, die man in Küstenbefestigungen einbaute). Weitere 16 Stück wurden im März 1939 an die französische Armee geliefert, dazu im Mai 1940 nochmals 31 an die französische und 3 an die belgische Armee: Das rein äußerlich ansprechende Fahrzeug mit Zweimann-Turm, guter Bewaffnung und für sein Gewicht hoher Motorleistung enttäuschte jedoch aufgrund schlechter Mechanik und zahlreicher sonstiger Mängel und war daher praktisch nicht einsetzbar.

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Gepanzerte Transportfahrzeuge:
Renault UE Chenillette: Das ab 1931 gebaute unbewaffnete Fahrzeug, mittlerweile technisch wie auch taktisch in die Jahre gekommen, sollte dazu dienen, Schützen in vorderster Linie im Stellungskrieg einfach und schnell mit Nachschub zu versorgen, war dementsprechend niedrig gehalten und führte einen auch gepanzerten auf Ketten laufenden Anhänger mit, war aber mit diesem zusätzlichen Gewicht sicher völlig untermotorisiert: Von 1931 bis Ende 1939 entstanden 3.306 Stück, bis Mitte Juni 1940 zwischen 1.536 und 1.842 weitere – ich habe mich für knapp 1.700 Stück entschieden: 1.536 wurden vom 1.1.bis 31.5.40 gebaut, das Soll für Juni betrug 300 Stück, bis 14.6. (Einmarsch in Paris) wird also etwa die Hälfte davon fertig geworden sein. Das Fahrzeug entsprach etwa dem bitischen Bren Carrier, hatte aber mit 40 PS nur einen etwa halb so starken Motor.

Renault Typ UE Chenilette front ATS

Renault Typ UE Chenilette, Panzermuseum Saumur

Lorraine 37L: Dieses Fahrzeug war nicht etwa als Ersatz für den Renault UE gedacht, sondern eine Parallelentwicklung speziell zur Gefechtsfeldversorgung für Panzertruppen. Auch zu diesem Fahrzeug gehörte ein gepanzerter auf Ketten laufender Anhänger. Bis Juni 1940 entstanden 484 Stück.
Lorraine 38L/39L VBCP (gepanz. Schützenpanzer): Dieses im deutschen Schrifttum kaum bekannte Fahrzeug entstand durch Verlängerung um 30 cm und Verbreiterung um 47 cm des Lorraine 37L, sah aufgrund gleichen Fahrgestells sehr ähnlich aus wie dieser und konnte 8 Mann transportieren. Es war für ähnliche Aufgaben bestimmt wie der deutsche mittlere Schützenpanzer SdKfz.251, hatte dessen Gewicht (7,5 to), aber mit nur 70 PS nicht dessen Leistung. 66 Stück 1939, etwa 80 weitere 1940.
Zusammenfassend kann festgestellt werden: Frankreich, das um ein Drittel weniger Bevölkerung hatte als Deutschland, hat 1937 und 1938 etwa genauso viele, 1939 und bis Juni 1940 etwa anderthalb mal so viele Panzer hergestellt wie das Deutsche Reich.